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13 November, 2025

Staubige Pisten

 

Endlich Strassen nach meinem Geschmack! Googlemaps führte uns mal wieder durch die tollsten Gegenden. Es ist nicht das erste mal, dass wir wegen dieser Strassen-App auf Abwege gerieten und Adeline ein Stossgebet vor sich hin murmelt, dass ja alles gut geht. Für mich ist das aber das volle Abenteuerprogramm, denn ich bin der Mann, der alles kann..Jupieieijupjupijää, oder so.
Zuerst führte die App uns von der geteerten Hauptstrasse auf eine unbefestigte Kiesstrasse. Das ist in Spanien nichts aussergewöhnliches, denn die meisten Nebenstrassen bestehen lediglich aus festgefahrenem Kies oder Schotter. Sie führen vorwiegend in kleine Dörfer oder zu den Plantagen. Aber da wo wir hinkamen, lebte niemand mehr. Die Strasse wurde immer vernachlässigter und man sah, dass in dieser Gegend schon lange keine Menschenseele mehr durchgefahren war. Wir fuhren an verlassenen Gebäuden und heruntergekommenen Olivenplantagen vorbei, kein Vogelgezwitscher, kein Zirpen der Grillen. Eine wirklich verlassene, tote Gegend. Von weitem sahen wir ein Dorf, auf das wir zufuhren und dachten: "Doch nicht vollständig ausgestorben die Gegend." Doch, falsch gedacht! Es war eine richtige Geisterstadt und die App sagte, dass wir hier durch müssen um an unser geplantes Ziel, das noch gut zwei Stunden entfernt ist, zu kommen. Der Rückweg zu der geteerten Strasse kam nicht mehr in Frage. Viel zu lange Strecke und die App hätte sicher bei jeder noch so kleinen Abzweigung "Bitte wenden." gesagt oder eine andere tolle Strecke vorgeschlagen. Wir wollen uns nicht nochmal in die Irre führen lassen und beschliessen den Weg weiter zu fahren, den wir eingeschlagen haben.
Unter diesem Link könnt Ihr einen Teil der Fahrt anschauen! > 
https://youtu.be/5jgtZKFTcfE?si=sIwWEM2spxK4DwpN

Also... für mich eine Herausforderung, die mir mal wieder so richtig Spass machte! Es ist wie in meinem bisherigen Leben. Der einfachste Weg ist nicht immer der Beste. Denn meistens verpasst Du dann die lebenswerten Sachen. Eines ist sicher, wir haben wieder eindrückliche Landschaften, tolle holprige Strassen, und Gefühle die "Leben" bedeuten, erlebt. Adeline hat es natürlich auch gut überstanden. Einen kleinen Schub von Adrenalin und eventuell ein graues Haar mehr als vor der coolen Fahrt durch's Nirgendwo.
Nun, wir haben unser Tagesziel (Gorafe) erreicht, das ein wenig an den Grand Canyon erinnert. Hier müsste man Westernfilme drehen, ach ja... haben sie ja gemacht. Das führte uns zu einem nächsten Ort den wir besuchten. Die Sierra Morena, Sierra de Hornachuelos, Sierra de Andujar, und natürlich die Sierra Nevada. Nach der auch die Wüste in Amerika benannt wurde. Hier wurden unzählige Westernfilme gedreht und die besten stammen aus der Feder von Sergio Leone mit der unvergesslichen Musik von Ennio Morricone. Mein Favorit:... "el Buono, el Brutto, el Cattivo" mit Clint Estwood, Eli Wallach und Lee Van Cleef und auch "Spiel mir das Lied vom Tod", (Original Titel: "Once Upon A Time In The West")
Aber auch Bully Herbig hatte hier "Der Schuh des Manitou" gedreht.

Aber gehen wir nochmal ein Stückchen zurück in unserer Reise. Wir waren ja gerade eben noch in Gorafe, dem kleinen Grand Canyon in Südspanien. Übernachtet aben wir nach der abenteuerlichen Fahrt durch das Niemandsland (wo uns niemand hätte retten können) auf einem Stellplatz bei Marchal, eine kleine Gemeinde in einer Steinwüste wo es viele Erdhäuser gibt. Die Fassaden die man an den Felsen sieht, sind weiss gestrichen und leuchten in der Sonne hell vor sich hin, beim Abendrot ist das Farbenspektakel noch überwältigender. Heute sind es keine Armeleute Wohnungen mehr. Sie sind aufwendig restauriert und besitzen jeglichen Komfort den man sich wünscht.
Wir hatten eine ruhige und erholsame Nacht nach den Fahrstrapatzen verbracht und ich denke, auch Strieli unser Fahrzeug hat diese Pause verdient. Ich bin immer wieder begeistert von diesem robusten Automobil... einfach eine tolle Karre, dieser Fiat Ducato! Mannomann, was der alles über sich ergehen lassen muss.

Am nächten Tag geht es also in Richtung der Filmstädte, aber bitte nicht auf dem einfachsten Weg! Dieses mal soll es ein ausgetrocknetes Flussbett sein und ist sogar als reguläre Strasse eingezeichnet. Das Flussbett führt uns zu einer weiteren Geisterstadt, die natürlich erkunded werden will. Sie besteht vorwiegend aus zerfallenen Häusern, aber einige scheinen Bewohnt und nicht verlassen zu sein. Stühle und Tische auf der Veranda machen den Anschein, als ob die Menschen gerade erst vom Essen aufgestanden sind und ihren Beschäftigungen nachgingen. Aber es war totenstill und keine Menschenseele zu sehen. Im nachhinein erfuhren wir, dass das Dorf am Wochenende von irgendwelchen Menschen zum Party machen benutzt wird. Dies erklärte dann auch die Haufen von leeren Bierflaschen in der Umgebung. Der Weg in diese verlassene Gegend führte uns über holprige Strassen.


Naja, Strassen ist vielleicht zu hoch gegriffen. Es waren eher blanker Felsen und Schotter, der
 uns hierhin brachte. Mittlerweile ist unser Zuhause wieder vollkommen mit Staub in allen Ritzen und Schränken zugedeckt und es steht bald eine Generalreinigung an. Von La Fuente Santa, so nennt sich das Geisterpartydorf, müssen wir noch ein eine lange Strecke durch den ausgetrockneten Fluss zurücklegen um wieder in die Zivilisation zu gelangen. Gerne hätten wir in dieser kargen und trockenen Landschaft übernachtet. Doch es gab in nördlicher Richtung von uns Regenwarnungen. Hätte ja gut sein können, dass sich die Wassermassen genau hierhin, in diesen knochentrockenen Fluss sammeln und wir hätten dann ganz schön im Schlamassel gesteckt. Also, weiterfahren auf dem endlos scheinenden Rio-ohne-Namen und nach einer weiteren Stunde Fahrt, hatte Strieli wieder geteerte Strassen unter seinen Rädern.

Holperweg                                Rio-ohne-Namen

Nach der tollen Flussfahrt steuerten wir den Stellplatz Route 66 bei Tabernas an, um zu Übernachten um am nächsten Tag in's Fort Bravo zu düüüsen, wo uns die Filmkulissen von alten Westernfilmen verzaubern sollen.
Hier trafen wir auch Roberto, mit dem wir zwei Tage zusammen verbrachten und in die Westernwelt eintauchten. So lernten wir in Little Hollywood, eine weitere Westernstadtkulisse, noch Max mit seiner Frau Jolanda und den Werner (alles Western-begeisterte) kennen und konnten mit ihnen das Genre voll ausleben. Es wurden Shows mit wilden Schiessereien und Szenen aus alten Filmen nachgestellt. Und da wir so Westernknalltüten sind, hatten wir einen Riesenspass bei dem Spektakel. Nach zwei Tagen Cowboyfeeling zog es uns weiter in ruhigere Gegenden. Das waren wir auch Toby schuldig, denn er mag keine Grossanlässe mit wilden Schiessereien... nachvollziehbar. 

Dabei hätte Toby sicher einen coolen Statisten abgegeben, welcher bei Mundharmonikamusik, dem rauschenden Wind der durch die Stadt bläst und dem Klavierspiel das aus dem Saloon tönt, über die staubigen Strassen von der No-Name-City streunt. Aber wie gesagt, Toby mag eher die ruhige Natur. Darum heisst es: weiter, weiter, immer weiter alter Reiter, damit unser Raubtier wieder in freier Wildbahn seine Hundebedürfnisse ausleben kann. Auch für uns war dies alles, nach zwei Tagen, genug Menschenauflauf. Denn es wurden Menschenmassen mit Cars zu diesem Event gekarrt, der nur einmal im Jahr stattfindet. An diesen zwei Tagen versammeln sich hier Westernfans in voller Montur und leben ihre kostümierte Fantasie aus.

Auf dem Weg Richtung Süden, wir wollen ja nach Tarifa, rollen wir mit knatterndem Motor an den tollsten Ortschaften vorbei. Naja, wir machen natürlich auch mal eine Fahrpause, um all die faszinierenden Orte zu geniessen, die uns dargeboten werden.
Doch es sollte auch noch anders kommen, denn wir fuhren da durch wo Tomaten, Peperonis, usw. in Treibhäusern angebaut werden um die halbe Menscheit zu ernähren. Es ist eine riesige Fläche und der Kanton Zürich hätte locker zwei bis drei mal Platz darin. Keiner fragt ob die Tomaten und die Peperonis genug Auslauf haben, bevor sie geschlachtet und verfrachtet werden. Zum Glück bin bin ich keine Tomate und muss deren Leid nicht ertragen.😂🍅

Also sagt selbst, das ist nicht schön, aber eben die Realität um einen grossen Teil der Menschen in Mittel- und Nordeuropa mit Gemüse zu versorgen. Zwischen den Treibhäusern stehen verwahrloste Unterkünfte, vemutlich dass Zuhause der unterbezahlten Arbeiter.
Diese Gegend von Spanien durchfahren wir in einem Zug und wir sind auch nicht mehr weit von Tarifa entfernt. Gut 300 Km legen wir an diesem Tag zurück und werden mit warmen Temperaturen und langen Sandstränden belohnt.
Hier muss sich Toby einem Gesundheit's Check unterziehen, damit wir mit ihm nach Marocco schippern können. Naja, ein bisschen vollgefressen ist er, aber ansonsten hat er den Check mit Bravour bestanden. Ein kerngesunder Hund und bereit, mit uns neue Abenteuer zu erleben.

An diesem Strand voller Sand kann sich unser Fellknäuel mal wieder richtig austoben und seine Pfunde runtertrainiren. Der Weg vom Campingplatz Rio Jara zum unermesslich langen und breiten Strand ist nicht sehr weit, aber er führt durch einen kleinen Brackwassertümpel der knöcheltief und ca. zehn Meter breit ist. Und der stinkt! Ja, wie soll isch sagen, es erinnert mich ein wenig nach alten, verschwitzten, nassen Nylonsocken. Da Toby ein wenig kurzgeraten ist und langes Fell hat, stinkt er jetzt genau so wie das Brackwasser. Ihn kümmert es nicht. Also Morgen, am 14. November, geht es nach Afrika und wir freuen uns auf neue, unbekannte Begegnungen.

Nachfolgend noch einige Bilder der letzten zwei Wochen










Und jetzt ist Schluss...
Ihr könnt unsre Reise natürlich auch verfolgen auf
www.polarsteps.com/strielis

Alles Liebe Ihr Lieben, bis zum nächsten mal, in ca. 2 - 3 Wochen.
Roland

21 Oktober, 2025

Schreib-Blockade

Hallo liebe Interessierte.....
Ich weiss, es ist schon gut einen Monat her als etwas neues im Blog erschie. Trotz unserer täglichen, kleinen und grossen Erlebnissen, fehlen mir manchmal die richtigen Ideeen und Worte für einen neuen Text, den ich zum Besten geben könnte. Das Abenteuer verläuft zur Zeit reibungslos und wir geniessen ruhige und schöne Momente. Wir drei sind gesund und Strieli läuft tadellos wie immer. Ausser dass uns ein Spanier beim rückwärtsfahren, hinten in den Strieli geckracht ist. Die arme Sau hat einen gehörigen Schreck und eine gehörige Delle an seinem Fahrzeug abbekommen. Da Strieli sehr robust gebaut ist und solche Kleinigkeiten gut wegsteckt, hinterlies der Spanier an unserem Fahrzeug keinen nennenswerten Schaden.

Mirador de los Buitres (zum vergrössern > Bild anklicken)

Von der Mittelmeerküste zieht es uns, den Pyrénéen entlang, in Richtung Nordwesten von Spanien. Auf der Nordseite der langen Bergkette, die Frankreich und Spanien trennt, ist es schon herbstlich und die Nächte werden recht kühl. Unser Wunsch, faszinierende Landschaften zu sehen, geht auch hier in Erfüllung und wir sind begeistert was die Natur alles zu bieten hat. Manche Menschen sagen ja, dass die Landschaften an nur einem Tag von ETWAS erschaffen wurde. Wenn dem so ist, hat ES sich wirklich viel Mühe gemacht. Egal wie das alles entstanden ist, uns haut es fast aus den Latschen vor Begeisterung. Wir schätzen uns glücklich, all das sehen zu können.

Einen Besuch im Castillo de Loarre, wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Wo Sancho III. König von Navarra im Jahr 1019 aufgrund der Rückeroberung von den Mauren, eine Kirche stiftete. Über die Jahre wurde das Bauwerk immer weiter ausgebaut und ist eine der besterhaltenen und schönsten Burgen in Spanien. Da die Aussicht hier oben (300 Meter über dem Ort) phänomenal ist, kann ich nicht verstehen, dass die keinen einzigen Balkon oder eine Terrasse hingezimmert haben. Ich hätt's gemacht.
Sag selbst... ist das schön... ja ich weiss ja, dass es in deiner Heimat auch wunderschöne Gegenden gibt. Hätten wir am 25. März 2025 den ersten Schritt unserer Reise nicht gemacht, würden wir all das nicht sehen und könnten es Dir auch nicht zeigen. Vieleicht animiert es Dich irgendwann die Welt zu erkunden und die Schönheit unserer Erde aufzunehmen. Das sind Augenblicke, die für immer in deiner Erinnerung fest eingeprägt bleiben und Dich im Denken verändern werden.
Nun.... Hobelihopp, weiter geht es mit dem nächsten schönen Landschaftsbild....

Wie gesagt, um die Bilder zu vergrössern, einfach anklicken (für die, die dies nicht wissen). Nein wir waren nicht 40 Tage in der Wüste um Erleuchtung zu erhalten, sondern lediglich einige Stunden, um diese ausgetrocknete Schönheit zu bewundern. Mittlerweile ist es Mitte Oktober und im Norden Europas wird es merklich kühler. Aber hier, in der Nähe von Saragossa, Soria und Burgos ist lediglich der späte Sonnenaufgang ein Zeichen, dass es langsam Herbst wird. Da ich mit meinem Bericht etwas hinterher hinke, sind wir natürlich schon viel weiter und fahren vom Norden Richtung Süden, durch Portugal und ertragen die holprigen, schmalen Landstrassen in diesem vielfältigem Land.
Sobald man die Landstrassen verlässt und ein bisschen ins blaue fährt, landet man auf unbefestigten Strassen. Die führen aber meistens zu den schönsten Orten in der Natur. Es ist von Vorteil, dass wir ein relativ kleines Wohnmobil haben und auch über genügend Bodenfreiheit verfügen. Dies erlaubt es uns doch manchmal auch etwas wahghalsige Strecken unter die Räder zu nehmen. Adeline ist zwar nicht immer begeistert wenn ich auf eine solche Holperdiholperstrecke fahre, aber da muss sie halt durch. Zu 90% wird sie ja mit einer grandiosen Landschaft belohnt. Bei den restlichen 10% muss sie mein Gefluche halt ertragen, wenn ich uns mal wieder in eine ausweglose Situation gefahren habe.
Mein Schatz erträgt meine kleinen Ausflüge ins Nirgendwo mittlerweile recht gut. Es ist lustig zu sehen, wie sie dann mit beiden Füssen auf das imaginäre Bremspedal auf der Beifarerseite tritt und den Atem anhält. Gutes Mädchen, meine liebe Frau...😍😘😘❤
Es gibt ja noch so viele Strassen auf dieser Welt, (geteert oder nicht) die ich umbedingt befahren will.
Jetzt gerade denke ich an alle meine ehemaligen Arbeitskollegen, Männchen u. Weibchen, mit denen ich die letzten 15 Jahre verbracht habe. Wie gerne hätte ich Euch manchmal auf unserer Reise dabei. Echt jetzt, und ich denke oft an Euch! Natürlich begleiten uns unsere Familien in unseren Gedanken auch immer, und sie fehlen uns natürlich auch.

Viel aufregendes gibt es im Moment nicht zu berichten. Unser Alltag vom Dauerreisen hat sich eingespielt und alles wird irgend wie zur Routine. Mittlerweile treffen wir vorwiegend Langzeitreisende an, darunter viele Rentner (na, da bin ich ja in bester Gesellschaft und Adeline fühlt sich so richtig jung (das Küken 😁).
So... fertig geschrieben für heute meine Lieben...
Noch einige Bilder von den letzten Wochen für Euch, dann ist aber Schluss.









 So... das war's für die nächsten zwei bis drei Wochen und ich hoffe, es hat etwas Spass gemacht die obigen Zeilen zu lesen.
Seid brav und macht mal keinen Ärger, Ihr kleinen Rabauken.

30 September, 2025

Schlechtwetterfront

Stürmische Zeiten

Der Wind peitscht mit 35 km/h gegen das  Wohnmobil. Die Eingangstüre schlägt mit einem lauten Knall zu und die Bilder, die dekorativ dranhingen, fliegen durch den Küchenbereich. Oooojeh, Oooojeh... schon wieder Reparaturen die anstehen. Könnte ja sein, dass ich eine gewisse Langeweile verspüre wenn ich nichts flicken kann. Solange ich genügend Kleber habe, geht das auch in Ordnung. Gefühlte jede Woche muss ich irgendwas an unserem alten Gefährt wieder richten, schrauben, kleben oder irgendwie zusammenschustern. Gerade erst vor zwei Tagen bemerkte ich, dass die Belüftungsabdeckung bei der Toilette nicht mehr vorhanden ist. Schön, wenn man in der Nacht auf's Töpfchen geht und die Sterne beobachten kann. Wenn es aber regnet, ist es ein grosser Nachteil wenn es ein 10 cm grosses Loch in der Decke hat. Also, schon wieder in den Bricolage.... einkaufen gehen.

Gerade jetzt, wo Frankreich von einer gewaltigen Regenfront überzogen wird, ist Eile beim beheben des Schadens angesagt.
Also... Bricolage (Handwerkerbedarf; ein Paradies für mich) suchen, Aluminiumblech kaufen, Sikaflex (Kleber) habe ich noch genug. Alles schön sauber machen, alte Kleberreste entfernen und mit Lösungsmittel gut reinigen. Genügend Sikaflex, 6 Schrauben und das Alublech sitzt fest an seinem Platz und sollte für die nächsten 30 Jahre dicht sein. Natürlich hilft meine liebe Frau Adeline bei solchen chirurgischen Eingriffen immer mit. Sie assistiert mir mit den Geräten, die ich bei solchen heiklen Eingriffen benötige. Gerade wenn die komplizierten Operationen auf dem Dach von Strieli stattfinden. Wenn ich eine Spitzzange, einen Kreuzschlitzschraubenzieher oder sonst ein Werkzeug brauche, weiss Adeline wo was in unserem Werkzeugkoffer ist. Ich kann verlangen was ich brauche, und sie reicht mir immer das gewünschte Teil mit den liebevollen Worten: *Ja Schätzeli* (Copyright bei JK 🙈🙉🙊).
Da Strieli wirklich alt ist, gehen halt einige Dinge kaputt. Die Markisenöse, da wo man die Markise (das ist keine französische Adelige, sondern ein aufrollbarer Sonnenschutz) runter oder rauf kurbelt, hat mittlerweile auch ihren Geist aufgegeben. Dank einem Bootsbedarfgeschäft in Gruissan konnte das Problem behoben werden... für's erste. Aber da muss ich nochmal ran. 
Na ja, Strieli ist 36 Jahre alt und hat halt seine Gebrechen. Wir lieben ihn trotzdem. Bei mir ist es ja auch dasselbe, Schätzeli liebt mich trotz meiner Gebrechen, und ich bestehe auch schon aus einzelnen Ersatzteilen. Solange es welche gibt, werden sie eingebaut.

Im Moment stehen wir am Lac de Villneuve-de-la-Raho, ein türkisfarbenes Wasserresevoir für die Landwirtschaft und das Trinkwasser der Region. Hier hat es einen wunderschönen Campingplatz, wo wir zwei Tage stehen und das stürmische Wetter an uns vorbeiziehen lassen. Die Bilder hängen wieder an der Eingangstüre und diese wurde, wenn sie offen stand, mit einem Gummiband zusätzlich gesichert. Nicht dass beim nächsten Windstoss die la porte wieder zuknallt. Eigentlich sind wir ein bisschen auf der Flucht vor dem schlechten Wetter, denn das ist uns in letzter Zeit immer auf den Fersen. Natürlich haben wir warme Kleider und einen Parapluie, aber wenn unser kleines Zuhause schon auf Rädern steht, stellen wir es dorthin wo schönes Wetter ist. Daher trieb uns die Schlechtwetterfront in einem Zickzackkurs von der Bretagnie an die Küste bei Perpignan, in der Hoffnung auf angenehmeres Wetter mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen. Ach ja, dass wollte ich Euch auch noch erzählen! Toby hatte seine Freude bei den Spaziergängen am türkisfarbenen See. Kleine Zwischenbemerkung, der See war für's schwimmen und angeln gesperrt, da es darin Blaualgen gab und die nicht wirklich gesund sind. Vereinzelt sah man einen Fischkadaver oder einen abgestürzten Vogel, nichts um sich Sorgen zu machen. Aber eben, Toby fand das ganz toll. Immer wieder welzte er sich in irgendwelchen Sachen und fühlte sich sichtlich wohl. Er soll ja Hund sein können und das tun was ihm gefällt. Wieder zurück vom spazieren, sprang Toby ins Wohnmobil an seinen geliebten Platz unter dem Tisch. Das ist dort, wo er unter der Matratze seine Kauknochen bunkert. Am Abend nahmen wir einen eigenartigen Geruch wahr, der uns doch sehr an tote Fische erinnerte. Toby das alte Ferkel, hatte sich sicher auf einem vergammelten Fischkadaver rumgewelzt und das auch noch toll gefunden. Aber alles halb so wild, bei der nächsten Putzaktion in Toby's Schlafzimmer kamen einige, von den neu gekauften Chnätschichnochen (Kausticks) zum Vorschein und wir merkten schnell, dass diese Dinger furchtbar nach totem, vergammeltem Fisch rochen. Also, sorry lieber Toby, dass wir dich verdächtigt haben.... 

Zurück zu unserer Zickzackfahrt an die Ostküste von Frankreich. Wir befinden uns mittlerweile am Fusse der Pyrénées, in der Nähe der spanischen Grenze. Auf dem Weg hierhin haben wir wunderschöne kleine Orte durchquert,
wo wir stets eine Boulangerie finden wo es frische Baguettes und Pains au chocolat gibt, ein wichtiger Teil unserer täglichen Verpflegung. Teilweise hat man das Gefühl, dass die kleinen Dörfer ausgestorben sind. Dem ist aber nicht so! Das Leben hier findet hinter den Fassaden der Häuser, in den Hinterhöfen statt. Und sicher einmal in der Woche gibt es in den Ortschaften Märkte mit allerlei heimischen Produkten. An den Wochenenden sieht man die Leute bei den Boulplätzen (Botschabahnen, na ja das Spiel mit den silbernen Kugeln, wo ein kleiner Ball das Ziel ist) ihr Spiel spielen und lauthals jeden Wurf oder Stoss kommentieren. Es ist ein Dorfleben, das uns Touristen meist verborgen bleibt, ausser man nimmt sich die Zeit und setzt sich im Dorfzentrum auf eine Bank und wartet mal ab was so passiert. Was wir sehr gerne machen und geniessen, einfach in einem Strassenkaffee etwas trinken und das gemütliche Leben der Bevölkerung beobachten. Streunende Hunde und Katzen die über die Strassen schlendern, als ob es hier keinen Verkehr gäbe. Auf den, mit Pflanzen dekorierten, Balkonen der Häuser hängt die Wäsche um in der Sonne zu trocknen. Das Dorf lebt, man muss nur genau hinschauen.
Sehr reizvoll sind auch die ländlichen Strassen, also die Landstrassen... sorry kleines Spässchen... Die alten Platanen die die Strasse säumen wirken alles etwas eng, und wenn ein LKW entgegenkommt wird es manchmal auch ein bisschen brenzlig.
Natürlich sind die Landstrassen ein bisschen holpriger als die Nationalstrassen (das sind mautfreie Autobahnen, also gratis). Und wenn du in die Dörfer reinfährst, hat es Schwellen die dir die 30er Zone markieren. Wehe, wenn Du sie übersiehst. Dann wird es Zeit, dein Geschirr in den Schränken neu einzuräumen und das ist uns doch schon einige Male passiert. Zickzackkurs zu den Steilküsten von Argelès-sur-Mer, ganz im Süden von Frankreich am Mittelmeer. Endlich mildes Wetter und etwas wärmer. Wir landeten auf einem 5-Sterne Camping mit Terrassenplatzen und Blick auf das Meer.
Ein schöner Ort um mal wieder das Mediterrane zu riechen und zu spüren. Leider ist auch dieser schöne Campingplatz, wie die meisten, eingezäunt und kann nur mit einem Code durch eine Gittertüre verlassen werden. Ein kleiner schmaler Pfad, wo immer viel Menschenverkehr herrscht, führt dann zum Sandstrand. Also nicht das Ideale für den schüchternen Toby. 6:00 Uhr am Morgen ist in solchen Fällen die beste Zeit, um mit unserem Hund an den Strand zu gehen und natürlich noch mal am Abend, wenn die meisten Camper im Restaurant oder sonst-wo sind. Den Rest des Tages schläft das Raubtier oder steht im Türrahmen in Sicherheit und kläfft die vorbeigehenden Leute an. Mit der Drohung, dass er rauskommen muss, verzieht er sich unter den Tisch und knurrt beleidigt vor sich hin. So stellen wir fest, dies ist nicht der ideale Platz für Toby und wir ziehen nach zwei Tagen wieder weiter. Wir machen uns auf um die Pyrénèen zu erkunden. Bald kann ich Euch von dieser Bergkette, die Frankreich und Spanien trennt, einige schöne Bilder und Kommentare schicken. Bis dahin werden wohl wieder 2 - 3 Wochen vergehen, aber irgendwas kommt dann bestimmt.

Da ich weder Mark Twain noch Stephen King bin, müsst Ihr euch mit dem begnügen was mein Getippse so hergibt.

Ganz liebe Grüsse an alle, die manchmal den Blog lesen.
 
 



08 September, 2025

Normandie Bretagne

Normandie

6. Juli 1944, Landungspunkt von britischen Einheiten bei
Arromanches-les-Bains
Eine von unzähligen Gedenkstätten an der Küste der Normandie, die an den D-Day erinnern. Ein Ort zum innehalten und darüber nachzudenken, dass hier tausende Soldaten ihr Leben hergaben, damit die nächsten Generationen nicht unter einer Diktatur leben müssen. Da die meisten Zeitzeugen gestorben sind und es nur noch vereinzelte Menschen gibt, die diese grauenvolle Zeit des Krieges erlebt haben, geht die Geschichte in den Köpfen der heutigen Generation langsam aber sicher vergessen. Ich sehe und spüre dies beim betrachten der Menschen die zu diesen Schauplätzen kommen. Familien mit Kindern, welche die Bunker und Denkmäler als Spielplatz nutzen, und kein Elternteil erinnert die verzogenen Pumuckl's, dass genau hier Menschen für deren Freiheit gestorben sind! *Der Mensch der keine Not kennt wird überheblich.* Ganze Carladungen von Touristen werden im Schnellverfahren ausgeschüttet, um einige Panoramabilder zu schiessen und natürlich noch einige Selfies, als Beweis das man persönlich da war.

Nach einer halben Stunde wird die Meute wieder in den Bus beordert, so dass die nächste "Sehenswürdigkeit" besucht werden kann. 

Gute 24 Stunden standen wir mit unserem Camper an diesem Ort und konnten am Abend und am darauffolgenden Morgen, ohne Hektik und Menschengewusel, die Stimmung dieses Historischen Ortes spüren und aufnehmen. Es würde mich freuen, wenn die Leute an solchen Orten etwas mehr Respekt in ihrem geistigen Gepäck hätten.

Die Fahrt an diese denkwürdigen Orte führte uns durch kleine Dörfer, in denen man an das, was vor 81 Jahren passiert ist, erinnert wird.
Wenn Du das Bild nebenan mit anklicken vergrösserst, siehst Du auf der Fassade des Hauses eine grosse, Schwarzweissaufnahme vom Tag der Befreiung dieses Dorfes.

Die Normandie ist natürlich nicht nur ehemaliger Kriegsschauplatz des WW2.
Wunderschöne Sandstrände laden zum baden im Ärmelkanal ein (wenn das Wasser nur nicht so kalt wäre). Die kleinen Fischerdörfer in den Buchten sind zum flanieren geeignet, um in einer Hafenbar einen oder zwei Pastis zu trinken. Es ist zwar etwas windig hier im Norden, aber die Küstenluft belebt unseren Geist und den Appetit.
Ich sage nur Austern, frisch aus dem Meer.


Bretagne

Der Wind fegt vom Meer her über die Küste, und die Wellen prallen mit voller Wucht auf die rauen Felsformationen an den Stränden. Ununterbrochen schwemmt es Seetang an die Sandstrände und es lädt nicht zum baden ein, viel zu windig und zu kalt. Trotzdem hat es einige Hartgesottene, die sich in die Fluten stürzen und sichtlich ihren Spass haben. Nicht's für mich. Denn das Wetter ist hier so wechselhaft, dass es 15 Min. Sonnenschein hat und danach 15 Min. Regenschauer, und das den lieben, langen Tag. Die kleinen Steinhäuser an der Küstenstrasse entlang trotzen diesem unstetem Wetter aber schon seit vielen Jahren. Einige stehen sicher schon hundert Jahre, wenn nicht länger, an dieser rauen Küste. Wir sind aber auch am äussersten Zipfel der Bretagne gelandet und sind trotz des rauen Wetter's begeistert von dem Schauspiel das uns die Natur bietet.
Ein wunderschöner Küstenstreifen bei Meneham, der zum spazieren am Strand einlädt, wenn es nicht gerade regnet. Na ja, dieses mal hatten wir Glück und es blieb trocken. Der Sandstrand ist enorm lang und breit, so dass Toby sich so richtig austoben konnte. Natürlich war auch hier alles voller Seetang und unser Hund genoss es, sich darin zu welzen und auszuruhen. So hatten wir eine Zeitlang immer eine geschmackliche Erinnerung an Meneham.
Mit dem Seetang der Bretagne gab es für die Schweiz einen gravierenden Vorteil.
Die Schweiz war so ziemlich das einzige Land, in dem die Menschen an Jodmangel gelitten haben. Da die Gletscher der Alpen das Jod aus den Böden gespült haben, enthielt die Nahrung zu wenig Jod und es kam zu Kropfbildungen bei den Schilddrüsen. Es waren einfache Ärzte die dieses Problem erkannten und dafür pledierten, dass man Jod in das Speisesalz mischen soll, das ja täglich verzehrt wird. Genau hier in Meneham wurde aus dem Seetang das Jod produziert und exportiert. Aber ich sehe immer noch Schweizer (auch auf den Campingplätzen) die immer wieder einen dicken Hals machen. Das liegt aber käumlich am Jodmangel, eher am Mieselaunixsyndrom.
Die Temperaturen sind hier im Nordwesten Frankreichs mittlerweile tief abgesackt, so dass es in der Nacht gerade mal 11 Grad ist und am Tag zeigt das Thermometer auch nicht mehr als 16 - 18 Grad an. So beschliessen wir uns wieder etwas ins Landesinnere zu begeben, mit der Hoffnug auf besseres und ruhigeres Wetter. Den nach gut eineinhalb Wochen regnerischem Wetter war alles im Wohnmobil etwas feucht und unsere Frottéetücher, die wir ja nach dem Duschen brauchten, mussten wohl oder übel im Fahrzeug getrocknet werden. Mit der Zeit roch alles nach Toby's Eau de Seetangtoilette. Obwohl die Landschaften hier in der Bretagne zum verweilen einladen, machten wir uns auf den Weg ins Departement Loire.

Strieli in Schieflage
Was für ein Desaster... also von Anfang an!
Als wir uns auf den Weg machten in Richtung Quimper, im Süden der Bretagne, wollten wir am Morgen mit Toby noch einen ausgedehnten Spaziergang machen. Damit das liebe Tier noch ein bisschen rumschnüffeln, Frisbee fangen, pinkeln und natürlich, das ganz grosse Geschäft erledigen kann. Nach einer guten dreiviertel Stunde konnte es dann los gehen. Am Anfang ging es über eine Nationalstrasse, die uns schnell Richtung Süden führte und Toby schlief in der Fahrerkabine zu Adeline's Füssen. Normalerweise steht er nach gut zehn Minuten Fahrzeit zwischen unseren Sitzen, schaut uns mit seinen fragenden Augen an und sagt damit: "Ich muss noch mals raus... Spielen und so. Ihr wisst ja." Vielleicht lag es an der ruhigeren Fahrweise auf der Nationalstrasse, dass er sich eine gute Stunde nicht bemerkbar machte. Aber dann stand er zwischen unseren Sitzen und schaute so, dass wir verstanden haben.
Er muss dringend raus! Wir möchten ja nicht, dass Toby ins Wohnmobil kackt (wer will das schon). Also geht es jetzt ein bisschen auf die Landstrassen, da finden wir sicher wieder ein grosses Feld wo Hund Hund sein kann.
Die Landstrassen hier in Frankreich haben links und recht der Fahrbahn einen etwa fünfzig bis achzig Zentimeter tiefen Wassergraben, "Strassengraben", und sie sind relativ eng, die Strassen. Aber es hat auch immer wieder kleine Einfahrten für die Traktoren um auf die Felder zu kommen. Endlich sahen wir einen geeigneten Platz für Toby. Leider konnte ich nicht direkt auf das Feld abbiegen, und so mussten wir noch gut einen Kilometer weiter fahren um beim nächsten Kreisel zu wenden. Toby merkte dass es gleich raus geht und er freute sich sichtlich. Immer wenn er sich freut, quietscht er wie ein Meerschwein das durch den Mixer geht... Also bei der Einfahrt zum abgemähten Feld hielt ich an, machte die Warnblinkanlage an und setzte das Fahrzeug langsam rückwärts in Bewegung, Richtung Feldeinfahrt. Wieso rückwärts...? Damit ich wieder vorwärts in die schmale Strasse reinfahren kann und den Verkehr gut sehe. Oh, da ist ja links und rechts von der Einfahrt so ein Wassergraben. Da muss ich gut acht geben, damit ich mit dem rechten Hinterreifen nicht hineinrutsche. Gedacht gemacht... und plötzlich - Zabumms-chroos-stööhn-quitsch- holpper-knall-bums - rutscht Strieli mit seinem rechten Hinterrad in den Wassergraben. Das Fahrzeug drohte auf die Seite zu kippen und es hatte gewaltig Schlagseite. Wenn wir nur noch ein bisschen mehr in den Graben rutschen war's das mit Strieli on the road. Zum Glück blieb er irgendwann stehen. Das Chassis grub sich im Wassergraben in die Erde. Was für ein Schreckmoment! Kurz vor dem kippen hatte Strieli sich im Graben festgekrallt. Natürlich versuchte ich im ersten Moment gleich wieder aus der misslichen Lage rauszufahren, doch die Vorderräder hörte man nur im Freien drehen. Also raus aus dem Fahrzeug und nachschauen was Sache ist. Adeline riet ich, nicht auf der rechten Seite auszusteigen, das Wohnmobil könnte ja doch noch kippen. Das Fahrzeug stand nur noch auf dem vorderen rechten und dem hinteren linken Rad, und die beiden Räder drückte es bis zum Anschlag in die Federbeine. Es tat uns in der Seele weh, als wir Strieli in dieser beschissenen Situation sahen. Das linke Vorderrad hing einen halben Meter über dem Boden an seiner Spieralfeder und hatte null Bodenkontakt.
Es vergingen keine fünf Minuten, bis das erste Auto kam und zwei Franzosen uns Ihre Hilfe anboten. Die wir natürlich gerne annahmen. Der Eine meinte, ob uns eine heftige Windböe in diese Schieflage gebracht hat. Non, sagte ich, wir wollten mit unserem "chien" Gassi gehen auf diesem Feld hinter uns. Er hatte mich verstanden.
So sagte ich ihm noch, "une Traktöör, silvuplää", und er wollte gleich beim nahegelegenen Bauernhof anrufen.
Genau in diesem Moment kam ein Camper mit einem Citroënbus an die Unglücksstelle, stieg aus und schüttelte erstmal allen die Hand. Ohne grosse Worte wendete er sein Fahrzeug und hängte Strieli mit einem massiven
Spannset an seinen Citroën, und Schwupps, waren wir wieder auf der Strasse. Was für eine verrückte Sache! Es vergingen keine zwanzig Minuten bis es für uns wieder weiter ging. Aber leider hatten wir Toby und seinen Drang auf einem Feld herumzuspringen und sein Geschäftchen zu machen, völlig vergessen. Naja, er blieb die ganze Zeit still im Wohnmobil unter dem Tisch sitzen und lies das Gerumpel und Getschätter über sich ergehen und dachte wohl auch nicht mehr ans Kacken. Auf dem nächsten Campingplatz an der Südküste der Bretagne, bei La Gree Penvins, erholten wir drei uns von dem aufwühlenden Erlebnis.
(Natürlich hatten wir in dieser Scheisssituation keine Zeit, Fotos zu machen. Also keine Bilder des Spektakels)
 
Savonnières sur Cher

Da es an der Küste im Süden der Bretagne immer noch recht windig und kühl war, ging es jetzt definitiv ins Landesinnere. Savonnières schien uns da gerade das Richtige. Hier konnten wir bei schönem, mildem Wetter das kleine idyllische Städtchen besichtigen und den Markt am Ufer des Cher besuchen, und einige regionalen Leckereien einkaufen wie Austern und so Zeugs. Die kleine Kirche im Hintergrund des Bildes stammt aus dem 12. Jahrhundert und steht immer noch wie nee 1, und das nach achthundert Jahren... Sagenhaft!
Ich glaube kaum, dass heutige Architekten so langlebige Gebäude bauen können. Ist ja auch Wurscht... Wir geniessen auf alle Fälle das französische savoir vivre in diesem kleinen, wunderschönen Ort für fünf Tage.
Dann soll es weiter gehen, an den Flüssen und Kanälen entlang des französischen Mittellandes.
An den Ufern der kleinen Stadt stehen alte, orginale Fischerboote, mit denen man kleine Ausflüge machen kann. Aber auch ein Spaziergang der Cher entlang ist wunderschön. Eine bekannte Fahrradroute führt auch hier durch. Was natürlich viele Gümmeler (Velofarer) mit sich bringt. Da jetzt die Saison zu Ende ist, ist es merklich ruhiger geworden und alle junggebliebenen Rentnercamper und Langzeitreisende sind wieder unter sich. Also kurz gesagt, wir leben im Paradies: keine schreienden Teenager oder Kleinkinder, und keine griesgrämigen Stresstouristen weit und breit. Sooo Schööön!

Ich hoffe, ich langweile Euch da draussen nicht zu sehr mit meinen Geschichten und freue mich, wenn Ihr Freude habt den Blog zu lesen und uns auf unserer Reise ab und zu begleitet. In zwei bis drei Wochen erscheint sicher wieder etwas Neues auf diesen Seiten. Solange die Räder von Strieli sich munter weiter drehen, und wir einigermassen gesund und bei gesundem Verstand sind, geht es weiter, und weiter, und weiter, und weiter, und... na ja, Ihr wisst schon.
Bis bald....





23 August, 2025

Olala Frankreisch

Und schon sind wir in Frankreich, ja das ging aber schnell!


Fraisans am Doubs



Gerade eben waren wir doch noch in Kärnten für neue Lichter und Reifen und auf einen Besuch bei Cini und Wolfgang. Das wurde auch alles innerhalb von gut zehn Tagen erledigt. So habe ich es Euch im letzten Blog geschrieben. Da waren die Reifen aber noch nicht montiert, aber am 7. August wurden die Zerschlissenen durch Neue ersetzt und mit frischer Kärntner Luft gefüllt. Jetzt konnte es endlich wieder weitergehen. An diesem Abend zeigten Wolfgang und sein Schatz uns noch Klagenfurt, in dem gerade ein Stadtfest stattfand. In Zentrum der Stadt hat es unzählige Bühnen, wo jede Band die andere übertönen will. Also ziemlich LAUT. Am See war es merklich ruhiger und da konnten wir noch einmal mit unseren kärntnern Freunden zu Abend essen. Am nächsten Morgen, also am 8. August, fuhren wir los. Natürlich erst nach einem deftigen Frühstück, das uns von Cini und Wolfgang liebevoll aufgedeckt wurde.
An und für sich wollten wir noch länger in Österreich bleiben, aber die spinnen vollkommen was die Preise der Campingplätze angeht (der Genusshof ist eine Ausnahme). Bis 75 Euro für eine Übernachtung ist doch recht happig. Denn auch in Österreich, wie in den meisten Ländern, ist das wild campen untersagt und kann dich einiges kosten. So fuhren wir nach Bayern auf einen privaten Stellplatz auf der Götschenalm. 17,20 Euro für eine Übernachtung, wohl gemerkt ohne Toilette, Strom oder Entsorgungsstelle für das Schmutzwasser. Dafür bekam man einen Essensgutschein von 10 Euro für zwei Personen wenn man im Restaurant Götschenalm isst. Leider gibt es in dem Restaurant kein Menü für 5 Euro. Also legst du nochmals drauf. So hast du einen Parkplatz zum Übernachten und ein mittelmässiges Nachtessen für 60 Euro. Na ja, das ist natürlich jammern auf hohem Niveau und wir haben uns dieses Leben nun mal ausgesucht. 
Aber wir möchten natürlich auch nicht das Staatsdefizit von Österreich und Deutschland mit unserem Erspartem wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Natürlich sind diese zwei Länder schön und eine Reise wert, aber halt etwas teuer auf den Campingplätzen. Einen Goldesel haben wir leider nicht und Toby, unser guter Hund, kackt auch keine Goldklumpen. Bis jetzt auf alle Fälle nicht. Vielleicht müssen wir bei ihm noch etwas feintuning beim Futter machen, so dass beim Gassi gehen goldene Zeiten kommen. Natürlich haben wir in old Germania auch schöne Plätze und liebe Menschen gesehen und getroffen, und manche Orte wären sicher einen Abstecher wert gewesen. Doch.... ein wichtiger Termin zwang uns kurzfristig einen Abstecher in die Schweiz zu machen. Nichts Verrücktes, aber etwas Notwendiges (Privates). So möchten wir uns bei allen Freunden mal kurz entschuldigen, dass wir Euch nicht besucht haben. Aber das wäre ein Fass ohne Boden gewesen. Wir hoffen, dass Ihr das versteht. Nochmals Abschied nehmen und so, das hätte ich nicht verkraftet (Ironie). Also nicht Böööse sein!

Ach ja, das Bild nebenan >>>>>>>>
zeigt den Neckar bei Mörtelstein, wo wir einige Tage auf dem Waldcamping verbrachten. Das war natürlich bevor wir in die Schweiz fuhren und es Niemandem sagten.
Nach dem Heimatbesuch war es klar, dass es nach Frankreich geht. In die Normandie und dann Richtung Bretagnie, immer der Küste entlang.
Zuvor ging es aber noch durch den wunderschönen Jura, wo wir in den Wäldern des Naturparks Doubs auf dem Camping Saignélegier übernachteten. Leider habe ich von diesem coolen Campingplatz keine Bilder. Aber man steht wirklich mitten im Wald und die Landschaft ist einfach sagenhaft. Es ist eine Hochebene mit Weiden und Wäldern, und da stehen glückliche Kühe mit Ihren Kälbern (naja, bis es zum Metzger geht). Am Morgen kam dann noch ein Bauer (ich nehme mal an, der Betreiber des Campingplatzes) mit einem monstermässigem Traktor und Güllewagen, und saugte den Fääääkaltank der Toiletten und Duschen leer. Das um 6:30 Uhr am Morgen, als die meisten Camper noch am schlafen waren. Nehme mal an, dass er es auf einer Biowiese, die subventioniert ist, wieder ausschüttet. Manchmal habe ich wirklich schlimme Gedanken.
Bevor wir die Grenze in die Grand Nation überschritten, wollten wir natürlich noch einiges einkaufen. So steuerten wir einen Coop (Lebensmittelgeschäft) an und kauften - natürlich Cervelats (für Nichtschweizer: das sind Würste zum roh essen. Man kann sie aber auch auf dem Grill oder offenem Feuer zubereiten und wird von den Helvetiern das ganze Jahr über gegessen, aber hauptsächlich am 1. August, dem Nationalfeiertag).
Nach dem Einkauf kann es endlich Richtung Frankreich gehen, durch den malerischen Jura. Kein Wunder wollen die meisten Schweizer für sich bleiben, also nix EU. Denn in den Tälern sehen die wenigsten über den Tellerrand...äää Bergkamm hinaus und wissen vermutlich gar nicht, dass es da draussen noch eine andere Welt gibt. Aber genau diese Welt bereisen wir, und wir sind begeistert von ihr.
Nun sind wir bereits in der Normandie, besuchen die Stadt Honfleur bei Le Havre. Da wollen wir über das Wochenende bleiben und die Altstadt geniessen. Morgen Samstag soll es da einen Markt geben, den wir besuchen und erleben wollen. Vermutlich werden wir mit französischen Spezialitäten vollbepackt zu Toby ins Wohnmobil zurückkehren. Oh ja, Toby unser guter Hund. Er hat es sich ja nicht ausgesucht, mit uns diese Trophy zu machen. Aber er ist so ein cooler Hund, der zufrieden ist wenn er sein Zuhause (Strieli = Wohnmobil) hat. Mittlerweile kläfft er alles an was näher als zwei Meter an sein Zuhause kommt. Das ist gut für uns, denn so haben wir einen guten Wachhund und wir können ruhig schlafen. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es ganze drei Jahre dauerte bis Toby anfing zu bellen. Guter Hund.🐕

Ist er nicht furchteinflössend, unser Wachhund? Da traut sich Keiner an ihm vorbei. Wenn Gefahr droht, verzieht er sich unter den Tisch im Wohnmobil und kläfft in aller Lautstärke, so dass sich wirklich niemand in seine Nähe traut. Unter dem Tisch im Strieli ist auch sein kleines Hundezimmer, da hält er sich am liebsten auf. Aber mit Zimmer aufräumen hat er es nicht so. Unter seiner Matratze bunkert er Gudis, alte Knochen und zerfledderte Kartonrollen wo mal kleine Naschereien drin waren. Wir bitten ihn regelmässig seinen Saustall doch gefälligst aufzuräumen. Aber auf diesem Ohr ist Toby wohl taub. Immer wenn es am Morgen wieder weitergeht auf unserer Tour, machen wir eine grosse Runde mit unserem Wachhund damit er sich erleichtern kann. Dann geht es los auf die nächste Etappe. Keine fünf Minuten später steht Toby zwischen dem Fahrer und Beifahrersitz und möchte doch nochmals raus um noch ein bisschen zu spielen. "Und kacken würde ich auch gern nochmal". Natürlich suchen wir schnellsten ein geeignetes Plätzchen wo er sich austoben und Häufchen/Haufen machen kann. Am liebsten mag er frisch gemähte Kornfelder. Da tobt er sich dann so richtig aus und wir können wieder weiterfahren. Genau... weiterfahren... Doubs, Yonne, Loire, Canal Nivernais, sind Flüsse und Kanäle mit tollen Stellplätzen. In Frankreich gibt es eine "Camping-Car-Park" Karte, mit der man auf unzähligen Stellplätzen für 14 Euro übernachten kann. Die Plätze haben alles was Du brauchst: Frischwasser, Duschen, Toiletten und Entsorgungsstellen für Grau- und Schwarzwasser. Mit dem Besuch auf diesen Plätzen unterstützt Du die Gemeinden. Die Dörfer werden wiederbelebt und die Stellplätze liegen vorwiegend in schönen Grünanlagen und bei Gewässern. Hir kann ich nicht über überteuerte Preise zum campieren jammern. Frankreich ist für solche Zigeuner, wie wir es sind, optimal.

Zufahrt zu einem Stellplatz am Doubs

Camping auf dem Bauernhof,
auf der anderen seite des Zauns schmeckt das Gras immer besser.



Burg von Falaise


Blick von der Burg auf Falaise




Die Hafenstadt von Honfleur
Hier stehen wir vom Freitag bis Sonntag auf dem Campingplatz direkt bei der Altstadt und machen ein bisschen Sightseeing, also übersetzt... wir schauen uns die Altstadt an.
Mit Toby können wir einen nahegelegenen Park unsicher machen, aber erst wenn alle anderen Menschen sich vom Acker gemacht haben. Sonst kann das arme Tier einfach nicht Kaaaa.... naja Ihr wisst schon.
Morgen geht es weiter, der Küste entlang Richtung Goldenbeach, Omahabeach und Utahbeach. Danach möchten wir die Bretagne erkunden und die Menhire vom Champ-Dolent bewundern, natürlich trinken wir auch noch einen Calvados in der Normandie und stossen auf euch Zurückgebliebenen an.




Wir waren noch nicht überall,
aber es steht auf unserer Liste.



05 August, 2025

Grammelschmalz am Wörtersee

Nun sitze ich vor unserem Wohnmobil und versuche aus einzelnen Buchstaben aus dem Alphabet Wörter zusammenzusetzen, und aus diesen Wörtern dann einigermassen vernünftige Sätze zu bilden. Der Aschenbecher neben mir füllt sich mit Zigarettenstummeln. Mein Kopf raucht genauso wie die Zigaretten im Aschenbecher und es steht erst ein Satz auf dem weissen Hintergrund auf dem Tablet. Zum Glück waren in Bulgarien, Rumänien und Ungarn die Tabakpreise niedrig, dass ich mir einen genug grossen Vorrat anlegen konnte. So dass auch dieser Post irgendwann fertig wird.



Der Donau entlang
2857 Kilometer lang ist die Donau. Davon werden wir natürlich nur einen kleinen Teil sehen. Sie durchfliesst, bzw. berührt 10 Länder, von denen wir doch 7 davon bereist haben. Ausserhalb der Städte sind die Ufer meist naturbelassen und laden zum campen ein. Viele Einheimische machen von dieser Möglichkeit Gebrauch und schlagen am Wochenende ihre Lager am Fluss auf. So lernten wir Soli in Ungarn kennen. Als erstes fragte er, ob es uns recht sei wenn er sich auch an diesen Platz hinstellt. (Soli ist Ungare und fragt uns Ausländer.... zuvorkommend höflich finde ich). Zwei Freunde von Soli trafen später noch ein und wir genossen einen unterhaltsamen Abend mit den Dreien. Und natürlich gab es wieder jede Menge Selbstgebranntes aus Ungarn zu probieren. Nach einer Weile setzten Adeline und ich uns wieder vor unser Wohnmobil, als plötzlich ein kleiner, ferngesteuerter Pickup auf uns zu fuhr. Es war schon etwas dunkel und wir konnten am Anfang nur seine kleinen Scheinwerfer sehen. So drehte der kleine Pickup einige Runden um uns herum, bis er vor meinen Füssen anhielt. Erst da sahen wir, dass auf der Ladefläche zwei kleine Gläser und eine kleine Flasche Schnaps befestigt waren. Hinter dem Wohnmobil von Soli (ein umgebauter Einsatzwagen der österreichischen Feuerwehr) ging das Gelächter von ihm und seinen Freunden los und der gesellige Abend dauerte noch etwas länger. Irgendwann gingen wir dann schlafen und verbrachten eine ruhige Nacht. Am nächsten Tag soll es weiter gehen. Der liebenswürdige Soli hätte sich gefreut, wenn wir noch länger geblieben wären. Er gab uns noch ein selbstgemachtes Sauerteigbrot mit auf den Weg (Soli war mal Koch und das Brot echt gut) und eine freundschaftliche Umarmung. Wir werden Dich nicht vergessen Soli.
PS. Leider habe ich von diesem schönen Erlebnis keine Bilder, aber in meinen Gedanken bleibt die Erinnerung.

So fahren wir flussaufwärs, der Donau entlang Richtung Österreich. Genauer gesagt nach Klagenfurt am Wörthersee. Cini und Wolfgang wollen wir dort besuchen. Ein Paar, dass wir in Griechenland auf einem kleinen Campingplaz kennengelernt haben. Wolfgang hat für Strieli einen Termin in einer Autowerkstatt vereinbart, wo endlich die Lichter und die Reifen ersetzt werden. Es geht aber noch einige Tage bis wir dort eintreffen. So geniessen wir die Fahrt der Donau entlang. Die Strassen werden merklich besser, umso weiter wir Richtung Westen fahren. Gemeint sind die Landstrassen die teilweise in einem wirklich schlechten Zustand sind. Die Autobahnen befahren wir nur, wenn es unbedingt nötig ist. Auch Ungarn ist eine Reise wert. Natürlich können wir hauptsächlich von den Landschaften berichten, da wir die Städte eher meiden.

Doch Budapest musste der Donau entlang durchfahren werden. Ein Gewusel wie in allen anderen Grosstädten, aber doch schön zum ansehen. Als Fahrer unserer Odyssee möchte ich auf die rücksichtsvolle Fahrweise der Ungaren hinweisen. Gerade in Budapest ist mir das aufgefallen. Kein Hupen, kein Gedräge, und beim Einbiegen in eine Hauptverkehrsstrasse wird man nicht abgedrängt. Auch auf den Landstrassen gibt es keine waghalsigen Überholmanöver. Also das einzige leidige sind die teilweise miesen Strassen, die mich sicher jeden dritten Tag dazu zwingen, wieder alle Schrauben nachzuziehen und das Geschirr neu einzuräumen. So tuckern wir also dem träge fliessendem Fluss entlang, beobachten die Flusskreuzfahrtschiffe die sich mühsam flussaufwärs kämpfen. Abwärts geht es natürlich einfacher. 


Noch ein bisschen durch die Slowakei, damit wir den breiten Fluss auch mal aus einer anderen Perspektive sehen und wieder zurück nach Ungarn, und schlussendlich nach Österreich. Oooh..... Grammelschmalz, ich freui mich so. Kennst Du Grammelschmalz?
Nicht...?! Ach, Griebenschmalz, wird aus dem Speck (Leder - und -Fett - Haut) von Schweinen hergestellt und enthält noch die Reste der ausgebratenen Speckteile. Schmeckt hervorragend auf Roggen- oder Sauerteigbrot. Nun in Österreich angekommen, können wir endlich mal wieder mit Leuten reden ohne den Translator zu benutzen. Obwohl hier, in Kärnten, sind wir froh wenn sie laaannngsam sprechen. Zuerst dachte ich ja, die Nuscheln alle. Doch die sprechen so. Gottseidank geht es auch ohne Übersetzer.


Neue Lichter für Strieli
Sieht er nicht toll aus, der alte Knabe? Leider ist er auf seinem linken (in Fahrtrichtung) Scheinwerferglas erblindet. Nun kann ich ihn in Klagenfurt zu einer Wekstatt bringen. Dort sollen dann zwei neue Lampen bestellt und eingebaut werden. In der Wekstatt musste ich feststellen, dass ich ein Depp bin. Nicht etwa Johny Depp, sondern ein VOLL DEPP! In Rumänien hatte Andrej, der Campingplatzbetreiber, für mich bei einem Händler neue Lampen bestellt. Die sahen auch korrekt aus und die wollte ich selbst einbauen, nur leider passten sie nicht, dachte ich. Diese Lampen konnte ich nicht einfach irgendwo wegschmeissen. Also begleiteten sie uns bis zur Werkstatt in Klagenfurt. Jetzt schau daher, sie passen ja doch! Ich Depp hielt sie leider verkehrt rum hin und da passte natürlich gar nix. Nun gut. Nun wurden die neuen Lampen wenigstens von Fachleuten montiert und eingestellt, und wir konnten Cini und Wolfgang wiedersehen, die uns so freundlich und herzlich aufgenommen haben. Da gab es schon am Morgen zum Frühstück GRAMMELSCHMALZ. Ist das nicht wunderbar? Die Wekstatt hat auch gleich noch neue Reifen bestellt, da die jetzigen schon echt lädiert sind. Da das aber noch einige Tage geht bis die dort eintreffen, machten wir uns auf den Weg um Kärnten und einen kleinen Teil von Slowenien zu erkunden. Am 7. August geht es dann nochmals in die Wekstatt in Klagenfurt. Da werden wir sicher auch noch von Wolfgang & Cini Abschied nehmen. In der Zwischenzeit stehen wir auf dem Genusshof (http://www.campingplatz-friesach.at) bei Erich und Christian. Diese zwei liebenswerten Jungs führen einen wunderschönen Campingplatz. Man kann hier ganze Menu's bestellen die im eigenen Wohnmobil serviert weden, und das sind keine 08:15 Mahlzeiten.



Auf diesem kleinen Flecken Erde machen Christian und Erich alles, damit man sich wohlfühlt.
Im kleinen Selbstbedienungsladen bekommt man alles hauseigene Produckte.
Marmelade, Sirup, Kasnudeln, Bauernbutter, Kärntner Reidling (is a Kuachen), Speck, Eier,
Vogelbeere-, Saubirne- und Zwetschgenedelbrand und noch Eierlikör von ihren eigenen Eiern.


Es gibt auch einen Spa-Bereich mit Panoramasauna, alles sehr gepflegt, und einen enorm grossen Eimer, der mit Holz verkeidet ist. Da können eine Menge Leute reinsitzen. Zuvor wird er aber noch mit Wasser aufgefüllt und mit Feuer aufgeheizt. Fast so wie bei den Kannibalen, wo sie die Menschen drin gekocht haben. Hier lassen sie das Wasser aber nicht bis zum Siedepunkt aufheizen.



Auf diesem Campingplatz in Friesach treffen wir noch eine "Alte" Freundin aus der Schweiz. Sie hat diesen coolen Platz ausfindig gemacht. Mit ihr zusammen geniessen wir nun allen Luxus den es auf dem Genusshof gibt. Heute zeigte sich endlich mal wieder die Sonne und es wird spürbar wärmer. Die letzten zwei Wochen hatten wir vorwiegend Huddliwetter, also Regen und kalt. Na ja, wir sind ja extra vom Süden Richtung Norden gefahren um der Hitze zu entfliehen. Das hier ist kein Sandalen-, Shorts- und T-Shirtwetter, aber es soll ja wieder wärmer werden und wir freuen uns darauf. Genau so freuen wir uns auf die nächsten Abenteuer, die wir erleben dürfen.

Die Welt ist zu schön, um zu Hause zu bleiben.

Schöne Bekanntschaften

Whitehorse  war unser nördlichster Punkt in Kanada. Gerne wären wir noch weiter bis nach Alaska gefahren. Jedoch der dreimonatige, visumfrei...