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26 April, 2026

Langes warten auf Strieli

Strieli's Verschiffung

Wie im letzten Blog erwähnt, mussten wir Strieli am 8. April im Hafen von Liverpool abgeben. Mit den Frachtdokumenten fährt man erst einmal am Haupteingang zum Pförtner/Sicherheitsbeamter/Zöllner. Irgendein Mensch mit Leuchtgilet, grauem Bart und dickem Bauch, wollte das innere von Strieli in Augenschein nehmen. Er, der Dicke, stand nicht mal richtig im Türrahmen, warf einen hastigen Blick ins Innere und das wars. Mit seinem Liverpooler Slang (ein, not to understanding Nuscheln) gab er uns zu verstehen, dass wir zur nächsten Station fahren können. In einem Bürocontainer konnten wir dann unsere

Frachtpapiere abgeben.
"Jetzt kommt dann sicher die grosse Kontrolle. Da wird dann in jeden Schrank und jedes Kästchen geschaut, dass wir auch ja nichts Unrechtmässiges im Fahrzeug haben. Hoffentlich haben wir im Strieli nichts vergessen, das verboten ist."
Die Frachtpapiere wurden von der netten Hafentante genau überprüft und abgestempelt, und das einzige was sie uns fragte war: "Haben Sie irgendwelche Flüssigkeiten im Fahrzeug?" Bis auf den Diesel konnten wir das verneinen. "Und Gas?" "Haben wir auch nicht!" "Ok!" Nun dürfen wir auf einen grosses Parkfeld fahren, wo wir Strieli abgeben müssen. Ein liebenswürdiger Mann mit Leuchtjacke und Helm, wies uns ein. "Legt den Autoschlüssel einfach auf den Fahrersitz. Ich bringe Euch mit dem Auto zur Hafeneinfahrt zurück." Dachte schon, wir müssen den ganzen langen Weg durch das riesige Hafengelände zu Fuss zurücklaufen.
Nun standen wir vor dem Liverpooler Hafen, ohne Strieli. Ein sehr unangenehmes Gefühl schlich durch unsere Glieder!
Ganz in der Nähe
 (ein Fussmarsch von 2,5 Km, an einer lärmigen und viel befahrenen Strasse entlang) war die Autovermietung, wo wir ein Fahrzeug abholen und uns auf den Weg zu unserem AirBnB machen konnten nach Heswall. Ein wirklich schöner Ort an einem grossen, naturbelassenen Park am Meeresarm südlich von Liverpool. In der Zwischenzeit haben wir
erfahren, dass unser Schiff, die Atlantic Sun, einige Tage Verspätung haben wird. Es konnte in Antwerpen wegen eines Schweizer Schiffes, welches beim betanken leckte, (Nein, nicht an einem lauwarmen Bonbon, das ein Hafenarbeiter aus den tiefen seiner Hosentasche geholt hatte. Nein, Treibstoff lief aus.) nicht aus dem Hafen fahren, bis die Sauerei 
aus dem Wasser war. Also werden wir in Halifax wohl etwas länger auf die Ankunft von Strieli warten müssen. Da ist Geduld angesagt und durch die Verzögerung können wir uns in Kanada schon mal an die Leute und ihre Gebräuche gewöhnen.

Toby's Zollabfertigung

Nach einem ruhigen Flug von Liverpool nach Halifax, welcher 6 1/2 Stunden dauerte, sind wir in Kanada gestrandet. Was war das doch für eine Aufregung am Londoner Heathrow Flughafen, als wir Toby einchecken wollten. Das macht man am selben Ort wo die Koffer abgegeben werden, also beim Check-In. Die nette, zierliche Canada-Air-Lines-Check-In-Dame wollte natürlich alles genau wissen. Kann Toby sich in der Hundebox frei bewegen? Aufstehen und sich drehen? Hat er das richtige Wasserversorgungsgefäss (Fressnapf) in der Box? Sie war sich nicht wirklich sicher, ob alles Ok war und kontaktierte über ein Funkgerät einen Kollegen, der wohl mehr Erfahrung besass. Es kam ein ca. 45-jähriger Typ zu uns und wir durften noch mal dieselben Fragen beantworten, wie schon zuvor.

Doch jetzt musste Toby aus seiner sicheren Box raus, damit sie sich ein Bild von, was auch immer, machen konnten. So... und das war nur der Anfang des Prozederes! Mittlerweile stehen vier Canada-Air-Line Beamte um uns herum und fachsimpeln über Toby und seine Hundebox. Als erstes bemängelte der 45-jährige Typ, in seiner schönen Air-Canada-Uniform, dass die seitlichen Vergitterungen nur senkrechte und keine horizontalen Stahlstreben haben. Diese Öffnungen sind ca. 6 cm hoch und 30 cm breit. "Da kann Toby nicht rausspringen, wenn er es auch wollte. 
Die lassen uns nie und nimmer mit Toby in den Flieger!"
Mittlerweile sind 45 Minuten vergangen und wir sind noch keinen Schritt weiter. Eine weitere Person wird herbeigerufen um alles noch mal zu kontrollieren. Es ist eine 30-jährige Frau, die zuerst mal über Google nachschaut ob alles korrekt ist und den internationalen Vorschriften entspricht. Schlussendlich wurden die seitlichen Gitterstäbe noch mit Kabelbindern gesichert, so dass Toby (der in der Zwischenzeit mal seine Blase am Check-In-Schalter entleert hatte) sicher nicht abhauen kann. "Geschafft! Sie lassen uns mit Toby nach Kanada fliegen."
Aber zu früh gefreut. Jetzt kam auch noch der Zoll mit allen Kontrollen und Tests. Adeline musste nach dem Bodyscan und der Gepäckkontrolle mit zwei Beamten in einen separaten Raum um Toby auf Drogen zu untersuchen. Naja mit seinen langen Haaren sieht er schon ein bisschen wie ein Kiffer aus... Leider konnte ich nicht mit dabei sein, denn ich wurde auch gründlich auf verbotene Substanzen getestet, obwohl ich seriös aussehe und kurze Haare habe. Nach all diesen komplizierten Hürden mussten wir uns von unserem Fellknäuel trennen und er wurde von zwei Beamten abgeführt, direkt in den Animal Frachtraum, wo er gut betreut wurde. Kaum in Kanada angekommen, noch bevor das Gepäck auf das Förderband kam, wurde uns Toby in gutem Zustand wieder übergeben... ein toller Hund!

Hallo Kanada

In diesem AirBnB wohnen wir bis Strieli endlich in Halifax ankommen wird und wir ihn im Hafen abholen können. Die erste Nacht in Kanada verbrachten wir im Airport Hotel Halifax, keine 10 Min. vom Flughafen entfernt. Es ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber wir drei konnten uns nach den vergangenen Strapazen ausruhen und ganz langsam in unserer neuen Welt ankommen. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu Tammy, die Vermieterin des AirBnB's das in Fall River an der Fall River Road am Kinsac Lake liegt. Der erste Eindruck als wir die Auffahrt zum Haus fuhren, war echt etwas verstörend. Grosse, durchsichtige Müllsäcke, gefüllt mit leeren Petflaschen und Bierdosen lagen auf dem Parkplatz, daneben eine alte Matratze, defekte Klimageräte und einiges mehr. Eigentlich wollten wir sofort wieder wenden um etwas anderes zu organisieren. So sah es auf den Fotos von AirBnB nicht aus! Ein Mann trat aus dem Haus, er war sehr dürr und ca. 60 Jahre alt, oder auch älter. Oder war es eine Mumie die uns da angesprochen hat? Graue, lange Haare bedeckten sein schmales, runzliges Gesicht. Ein "Hello" hauchte es aus seinem schmalen Mund und ein leichter Hanfgeruch drang zu uns durch. "Ohje ohje... du heiliger Bimbam, wo sind wir da auch nur gelandet...?" Mit Widerwillen folgten wir der dürren Gestalt in den unteren Bereich des Hauses, wo sich unsere Wohnung befindet. Jedoch ist unser momentanes Zuhause
ganz in Ordnung, wenn man keine zu grossen Anforderungen stellt. In der Zwischenzeit und bis es soweit ist, dass wir unseren Strieli endlich abholen können, unternehmen wir Ausflüge in der Umgebung. "Peggy's Cove" im Süden von Halifax ist ein Besuch wert, eigentlich nur ein Leuchtturm an einer steinigen Küste. Obwohl das Wetter immer noch winterlich ist und stets ein kalter Wind über Nova Scotia bläst, sind wir fasziniert von der rauen Schönheit die uns geboten wird. Peggy's Cove hat aber auch eine traurige Geschichte zu erzählen. Am 2.9.1998 fanden die Ferienträume von 229 Menschen ein jähes Ende, Swissair 111 erreichte den Flughafen Halifax nicht mehr, ob wohl er so nahe war, "traurig".
Ich glaube ich muss langsam Schluss machen, dieser Bericht ist jetzt schon viel zu lang und ich möchte Euch wirklich nicht langweilen. Drei, vier Sätze will ich doch noch schreiben!
Mittlerweile ist es Samstagabend, der 25. April und eigentlich sollten wir gestern unser Wohnmobil im Hafen von Halifax abholen. Jedoch wie gesagt, das Schiff hatte Verspätung. So besuchten wir noch das Steele & Wheels Museum um unsere Wartezeit zu überbrücken.
In der Zwischenzeit bekamen wir eine Email des Spediteurs, dass das Schiff nun endlich im Zielhafen angekommen ist und wir Strieli am Montagmorgen, den 27. April abholen können. Vor lauter Freude jauchzte mein Po in voller Lautstärke ein Halleluja beim pupsen. Was für eine Freude, die endlose Warterei hat ein Ende. Der Weg zum Wohnmobil führt über den Spediteur, dann mit dessen Unterlagen zum Zoll, und dann mit deren Papieren zum Hafen, und dann bekommen wir unser Home of Wheels nach gut 3 Wochen zurück. So... und dann beginnt eine neue Etappe auf unserer Reise.

Ok... Jetzt bin ich aber fertig mit diesem Blog. Obwohl, ich könnte noch einiges mehr schreiben, aber irgendwann ist Schluss.

Hey Leute, wir grüssen Euch von ganzem Herzen und denken oft an Euch.

P.S. Wenn ihr mögt, verfolgt unsere Reiseroute auch auf der Weltkarte: Adeline und Roland Weidmann (strielis) | Polarsteps













05 April, 2026

Endspurt

Briten - Schotten - Highlander

Vor Tausenden von Jahren machten sich Menschen von Afrika aus auf, ihre Umgebung zu erkunden und nach enormen Strapazen und langen Fussmärschen landeten einige sogar in England. Ich denke, als diese Leute hier angekommen sind, dachten sie mit Wehmut an die warmen Tage und milden Nächte in Afrika zurück. Doch der Weg zurück war einfach zu lang und so blieben sie hier, auf diesem windigen, kühlen und meist regnerischen Stück Erde. Mittlerweile haben sie sich an das raue Klima, das hier herrscht gewöhnt. Denn wir sehen sie bei kühlen 5° mit kurzen Hosen und T-Shirt spazieren und joggen, und ihre bleichen Beine sind durch die Kälte zündrot. Eines ist sicher bei diesem Volk, sie sind hart im Nehmen, aber auch genau so hilfsbereit und freundlich.
Ok... es ist ein faszinierendes Land und wir sind begeistert von der Vielfalt. Trotzdem... es dürfte schon ein bisschen wärmer sein und vielleicht etwas weniger windig und etwas weniger Regen wäre auch nicht schlecht.
Im Moment stehen wir auf dem Penisar Mynydd Caravan Park, 35 Meilen südlich von Liverpool und bereiten unser Wohnmobil auf die Überfahrt nach Kanada vor. Keine Lebensmittel, keinerlei Flüssigkeiten, Gewürze sind auch nicht erlaubt und auch keine Akku's dürfen im Fahrzeug sein (ausgenommen Bordbatterien). Gasflaschen dürfen auch nicht mit an Bord, ausser es sind fest verbaute Gastanks die vor dem Verladen ausgespült werden. Also es gibt allerhand zu tun bevor wir Strieli im Hafen von Liverpool abgeben können.

Steinschlag in den Highlands
Der Strassenbelag im Norden der Highlands ist genau so rau wie das Wetter, das wir erleben und gemütliches fahren ist sicher von Vorteil. Entgegenkommende Lorries (britisch Englisches Wort für LKW) und jede Menge Schlaglöcher, zwingen einem geradezu langsam und vorsichtig zu fahren. Wir möchten jegliche Schäden an unserem Strieli vermeiden. Bis anhin hatten wir ja auch Glück was Unfälle betrifft. Naja, nur einer der rückwärts in unser Heck gefahren ist. Aber mit der massiven Anhängerkupplung, die uns die Carrosserie Hänni vor gut 20 Jahren montiert hat, trug der Verursacher des Aufpralls den grössten Schaden davon. Das war aber noch in Italien und der kleine verdutzte Italiener war froh, dass er keinen Schaden an Strieli hinterliess.
Wir wussten, dass irgendwann mal was passieren kann...
Ein lauter Knall holte uns aus den Träumen von Rob Roy und Robin Hood. Der Knall ging uns durch alle Knochen und lies uns erschauern. Was zum Teufel war das? Und noch ein Zzzzschwupps, und wir sahen das Desaster. Ein Stein... ein grosser Stein... ja ich möchte sogar sagen: ein gewaltiger Stein, schlug rücksichtslos in Strielis Frontscheibe... Auuuuutsch...! Und der Riss wurde immer grösser.
Das ist jetzt aber gar nicht gut, echt jetzt, das muss wirklich nicht sein! So kurz vor dem Verschiffen nach Kanada können wir das jetzt wirklich nicht gebrauchen. Scheibenersatz muss da schnellstens her.
Was sind wir doch für Glückspilze, nach zwei Versuchen, eine Werkstatt zu finden wurden wir bei der Dritten fündig und wurden kurzfristig bedient.
Es ist Samstag 16:29 Uhr und ich lege mal eine Schreibpause ein, Morgen ist auch noch Zeit um weiter zu machen. Wir stehen immer noch auf dem Campingplatz Penisar Mynyddn und das Wetter spielt völlig verrückt. Regen, Sonne und Wind wechseln sich gegenseitig ab. Der Himmel verdunkelt sich immer mehr und im Westen leuchtet ein heimtückisches Abendrot als Warnzeichen für den kommenden Sturm. Rund um uns bauen Briten hastig ihre Zelte auf. Was bei dem starken Wind, der mittlerweile herrscht, nur mit vereinten Kräften gelingt. Wir helfen ein verwehtes, aufblasbares Chalet, welches unser Platznachbar aufstellen will, von der 10 Meter entfernten Hecke zurück auf seinen Platz zu bringen. In dieser Nacht fegte der Wind mit 48 Km/h über den Platz und so manches Zelt verkraftete die heftigen Windböen nicht wirklich. Geduldig warteten wir auf das Nachlassen des Sturmes. Um 23:15 Uhr war es endlich so ruhig, dass wir uns ins Bett legen konnten.
Ok... es ist jetzt Ostersonntag, wir haben den Rest der Nacht gut überstanden und sind bereit zum Eier suchen und ich an meinem Text weiter zu machen.

Windscreen/ Windschutzscheibe... 
da bin ich gestern eigentlich stehen geblieben mit meinem Text...
Habe ja geschrieben, dass die dritte Werkstatt uns kurzfristig helfen konnte. Dies war aber erst nach gut einer Woche seit dem Einschlag. In Glasgow starteten wir den ersten Versuch bei einer Werkstatt mit dem vielversprechenden Namen Onlyfiat. Nach zwei Tagen Wartezeit wurde uns 
mitgeteilt: nicht lieferbar. Das war jetzt doch etwas ungünstig, denn in Kanada werden wir wohl eher kein solches Exemplar bekommen und es geht keine zwei Wochen mehr bis Strieli abgegeben werden muss. Bei der nächsten Firma hätten sie schon können, aber erst am 28.April, Terminkalender zu voll! Ok... weiter suchen, und siehe da, Wunder brauchen immer etwas länger, können wir nach einem Anruf bei einem Spezialisten in Carlisle antraben. Wir stehen immer noch in Glasgow und jetzt heisst es, Gas geben nach Carlisle, Denn das liegt 97 Miles von Glasgow entfernt. Es war schon Freitagmittag, und so rasten wir zu Van Glass an der 1 Blackdyke Rd in Carisle. Mann, waren das coole Boys! Keine halbe Stunde und die war Scheibe bestellt, und wir bekamen einen Termin auf den nächsten Dienstag, 12:00 Uhr. Es verging an diesem Tag keine halbe Stunde und das neue Teil war drin.
(Die Bilder oben rechts zeigen ein Schiffshebewerk in Falkirk mit Stellplatz für Wohnmobile, das wir besuchten und am Morgen im Falkirk Wheel Restaurant ein deftiges, schottisches Brechfest genossen.Es besteht aus: 
Spiegeleiern
Speck (Bacon)
Würstchen (Sausages)
Blutwurst (Black Pudding)
Haggis (gefüllter Schafsmagen)
Kartoffelpuffer (Tattie Scones)
gebackenen Bohnen                          
gebratene Pilze
gebratene Tomaten
serviert mit Toast
und dazu einen Kaffee, der genau so dünn ist wie ein Early Grey.)
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So, das war es in etwa was ich Euch mitteilen wollte. Na ja eben, wir sind im Endspurt für das nächste Abenteuer. Am 8. April bringen wir Strieli in den Hafen von Liverpool und am 13. April gibt es noch einen Termin beim Tierarzt für Toby und am 15. April fliegen wir von London nach Halifax, Kanada. Ihr werdet wohl erst wieder aus Kanada von uns hören, aber es werden sicher ereignisreiche Zeiten dazwischen liegen über die ich Euch  schreiben kann. Wir sind unendlich dankbar für das Glück, das wir erleben dürfen und es freut uns, es mit Euch allen zu teilen.                          


  


Langes warten auf Strieli

Strieli's Verschiffung Wie im letzten Blog erwähnt, mussten wir Strieli am 8. April im Hafen von Liverpool abgeben. Mit den Frachtdokume...