Strieli's Verschiffung
Wie im letzten Blog erwähnt, mussten wir Strieli am 8. April im Hafen von Liverpool abgeben. Mit den Frachtdokumenten fährt man erst einmal am Haupteingang zum Pförtner/Sicherheitsbeamter/Zöllner. Irgendein Mensch mit Leuchtgilet, grauem Bart und dickem Bauch, wollte das innere von Strieli in Augenschein nehmen. Er, der Dicke, stand nicht mal richtig im Türrahmen, warf einen hastigen Blick ins Innere und das wars. Mit seinem Liverpooler Slang (ein, not to understanding Nuscheln) gab er uns zu verstehen, dass wir zur nächsten Station fahren können. In einem Bürocontainer konnten wir dann unsere
Frachtpapiere abgeben."Jetzt kommt dann sicher die grosse Kontrolle. Da wird dann in jeden Schrank und jedes Kästchen geschaut, dass wir auch ja nichts Unrechtmässiges im Fahrzeug haben. Hoffentlich haben wir im Strieli nichts vergessen, das verboten ist."
Die Frachtpapiere wurden von der netten Hafentante genau überprüft und abgestempelt, und das einzige was sie uns fragte war: "Haben Sie irgendwelche Flüssigkeiten im Fahrzeug?" Bis auf den Diesel konnten wir das verneinen. "Und Gas?" "Haben wir auch nicht!" "Ok!" Nun dürfen wir auf einen grosses Parkfeld fahren, wo wir Strieli abgeben müssen. Ein liebenswürdiger Mann mit Leuchtjacke und Helm, wies uns ein. "Legt den Autoschlüssel einfach auf den Fahrersitz. Ich bringe Euch mit dem Auto zur Hafeneinfahrt zurück." Dachte schon, wir müssen den ganzen langen Weg durch das riesige Hafengelände zu Fuss zurücklaufen.
Nun standen wir vor dem Liverpooler Hafen, ohne Strieli. Ein sehr unangenehmes Gefühl schlich durch unsere Glieder!Ganz in der Nähe (ein Fussmarsch von 2,5 Km, an einer lärmigen und viel befahrenen Strasse entlang) war die Autovermietung, wo wir ein Fahrzeug abholen und uns auf den Weg zu unserem AirBnB machen konnten nach Heswall. Ein wirklich schöner Ort an einem grossen, naturbelassenen Park am Meeresarm südlich von Liverpool. In der Zwischenzeit haben wirerfahren, dass unser Schiff, die Atlantic Sun, einige Tage Verspätung haben wird. Es konnte in Antwerpen wegen eines Schweizer Schiffes, welches beim betanken leckte, (Nein, nicht an einem lauwarmen Bonbon, das ein Hafenarbeiter aus den tiefen seiner Hosentasche geholt hatte. Nein, Treibstoff lief aus.) nicht aus dem Hafen fahren, bis die Sauerei aus dem Wasser war. Also werden wir in Halifax wohl etwas länger auf die Ankunft von Strieli warten müssen. Da ist Geduld angesagt und durch die Verzögerung können wir uns in Kanada schon mal an die Leute und ihre Gebräuche gewöhnen.
Toby's Zollabfertigung
Nach einem ruhigen Flug von Liverpool nach Halifax, welcher 6 1/2 Stunden dauerte, sind wir in Kanada gestrandet. Was war das doch für eine Aufregung am Londoner Heathrow Flughafen, als wir Toby einchecken wollten. Das macht man am selben Ort wo die Koffer abgegeben werden, also beim Check-In. Die nette, zierliche Canada-Air-Lines-Check-In-Dame wollte natürlich alles genau wissen. Kann Toby sich in der Hundebox frei bewegen? Aufstehen und sich drehen? Hat er das richtige Wasserversorgungsgefäss (Fressnapf) in der Box? Sie war sich nicht wirklich sicher, ob alles Ok war und kontaktierte über ein Funkgerät einen Kollegen, der wohl mehr Erfahrung besass. Es kam ein ca. 45-jähriger Typ zu uns und wir durften noch mal dieselben Fragen beantworten, wie schon zuvor.
Doch jetzt musste Toby aus seiner sicheren Box raus, damit sie sich ein Bild von, was auch immer, machen konnten. So... und das war nur der Anfang des Prozederes! Mittlerweile stehen vier Canada-Air-Line Beamte um uns herum und fachsimpeln über Toby und seine Hundebox. Als erstes bemängelte der 45-jährige Typ, in seiner schönen Air-Canada-Uniform, dass die seitlichen Vergitterungen nur senkrechte und keine horizontalen Stahlstreben haben. Diese Öffnungen sind ca. 6 cm hoch und 30 cm breit. "Da kann Toby nicht rausspringen, wenn er es auch wollte.
Die lassen uns nie und nimmer mit Toby in den Flieger!"Mittlerweile sind 45 Minuten vergangen und wir sind noch keinen Schritt weiter. Eine weitere Person wird herbeigerufen um alles noch mal zu kontrollieren. Es ist eine 30-jährige Frau, die zuerst mal über Google nachschaut ob alles korrekt ist und den internationalen Vorschriften entspricht. Schlussendlich wurden die seitlichen Gitterstäbe noch mit Kabelbindern gesichert, so dass Toby (der in der Zwischenzeit mal seine Blase am Check-In-Schalter entleert hatte) sicher nicht abhauen kann. "Geschafft! Sie lassen uns mit Toby nach Kanada fliegen."
Aber zu früh gefreut. Jetzt kam auch noch der Zoll mit allen Kontrollen und Tests. Adeline musste nach dem Bodyscan und der Gepäckkontrolle mit zwei Beamten in einen separaten Raum um Toby auf Drogen zu untersuchen. Naja mit seinen langen Haaren sieht er schon ein bisschen wie ein Kiffer aus... Leider konnte ich nicht mit dabei sein, denn ich wurde auch gründlich auf verbotene Substanzen getestet, obwohl ich seriös aussehe und kurze Haare habe. Nach all diesen komplizierten Hürden mussten wir uns von unserem Fellknäuel trennen und er wurde von zwei Beamten abgeführt, direkt in den Animal Frachtraum, wo er gut betreut wurde. Kaum in Kanada angekommen, noch bevor das Gepäck auf das Förderband kam, wurde uns Toby in gutem Zustand wieder übergeben... ein toller Hund!

Hallo Kanada
In diesem AirBnB wohnen wir bis Strieli endlich in Halifax ankommen wird und wir ihn im Hafen abholen können. Die erste Nacht in Kanada verbrachten wir im Airport Hotel Halifax, keine 10 Min. vom Flughafen entfernt. Es ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber wir drei konnten uns nach den vergangenen Strapazen ausruhen und ganz langsam in unserer neuen Welt ankommen. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu Tammy, die Vermieterin des AirBnB's das in Fall River an der Fall River Road am Kinsac Lake liegt. Der erste Eindruck als wir die Auffahrt zum Haus fuhren, war echt etwas verstörend. Grosse, durchsichtige Müllsäcke, gefüllt mit leeren Petflaschen und Bierdosen lagen auf dem Parkplatz, daneben eine alte Matratze, defekte Klimageräte und einiges mehr. Eigentlich wollten wir sofort wieder wenden um etwas anderes zu organisieren. So sah es auf den Fotos von AirBnB nicht aus! Ein Mann trat aus dem Haus, er war sehr dürr und ca. 60 Jahre alt, oder auch älter. Oder war es eine Mumie die uns da angesprochen hat? Graue, lange Haare bedeckten sein schmales, runzliges Gesicht. Ein "Hello" hauchte es aus seinem schmalen Mund und ein leichter Hanfgeruch drang zu uns durch. "Ohje ohje... du heiliger Bimbam, wo sind wir da auch nur gelandet...?" Mit Widerwillen folgten wir der dürren Gestalt in den unteren Bereich des Hauses, wo sich unsere Wohnung befindet. Jedoch ist unser momentanes Zuhauseganz in Ordnung, wenn man keine zu grossen Anforderungen stellt. In der Zwischenzeit und bis es soweit ist, dass wir unseren Strieli endlich abholen können, unternehmen wir Ausflüge in der Umgebung. "Peggy's Cove" im Süden von Halifax ist ein Besuch wert, eigentlich nur ein Leuchtturm an einer steinigen Küste. Obwohl das Wetter immer noch winterlich ist und stets ein kalter Wind über Nova Scotia bläst, sind wir fasziniert von der rauen Schönheit die uns geboten wird. Peggy's Cove hat aber auch eine traurige Geschichte zu erzählen. Am 2.9.1998 fanden die Ferienträume von 229 Menschen ein jähes Ende, Swissair 111 erreichte den Flughafen Halifax nicht mehr, ob wohl er so nahe war, "traurig".
Ich glaube ich muss langsam Schluss machen, dieser Bericht ist jetzt schon viel zu lang und ich möchte Euch wirklich nicht langweilen. Drei, vier Sätze will ich doch noch schreiben!

Mittlerweile ist es Samstagabend, der 25. April und eigentlich sollten wir gestern unser Wohnmobil im Hafen von Halifax abholen. Jedoch wie gesagt, das Schiff hatte Verspätung. So besuchten wir noch das Steele & Wheels Museum um unsere Wartezeit zu überbrücken. In der Zwischenzeit bekamen wir eine Email des Spediteurs, dass das Schiff nun endlich im Zielhafen angekommen ist und wir Strieli am Montagmorgen, den 27. April abholen können. Vor lauter Freude jauchzte mein Po in voller Lautstärke ein Halleluja beim pupsen. Was für eine Freude, die endlose Warterei hat ein Ende. Der Weg zum Wohnmobil führt über den Spediteur, dann mit dessen Unterlagen zum Zoll, und dann mit deren Papieren zum Hafen, und dann bekommen wir unser Home of Wheels nach gut 3 Wochen zurück. So... und dann beginnt eine neue Etappe auf unserer Reise.
Ok... Jetzt bin ich aber fertig mit diesem Blog. Obwohl, ich könnte noch einiges mehr schreiben, aber irgendwann ist Schluss.
Hey Leute, wir grüssen Euch von ganzem Herzen und denken oft an Euch.
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