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08 September, 2026

Dies und das und viel Gerumpel


Nach Oregon ging es weiter nach Kalifornien, Nevada und nun stehen wir am Green River in Utah. Auf der zurückgelegten Strecke haben wir wieder viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, von denen ich euch ein wenig erzählen will. Es ist Sonntag, der 6. September 2026.

Und wir haben uns einen etwas abgelegenen Ort für das Wochenende ausgesucht. Denn Morgen ist Labor Day in den USA, da sind die Parks und Sehenswürdigkeiten überfüllt mit Familien und deren schreienden Kindern. Dazu kommen die dröhnenden Generatoren mit denen sie Trailer mit Strom versorgen, und Party bis spät in die Nacht. So verbringt ein Grossteil der Amis dieses verlängerte Wochenende.
Es ist echt schwer an solchen Feiertagen einen ruhigen Platz in der Natur zu finden, doch das Glück war mal wieder auf unserer Seite und führte uns zu diesem unglaublich schönen und abgeschiedenen Ort am Green River in Utah.

Kalifornien erreichten wir über die Route 101, und das erste Naturschauspiel das wir uns 
ansehen wollten war der Redwood Forrest National Park. Ich weiss nicht ob das jetzt die Mammutbäume sind von denen alle Sprechen, aber es sind Giganten die in die Höhe ragen. Als ob sie die Wolken berühren möchten. 800 bis 1500 Jahre alt werden diese Baumriesen, und ein Exemplar hatte man sogar auf 2000 Jahre geschätzt. Das war so etwa die Zeit als Pontius Pilatus Jesus aufs Kreuz gelegt hatte.
(kleine Flunkerei von mir 😉)
Das war erst die erste Attraktion die der Sunshine-State uns zu bieten hatte. Natürlich war es fast schon Pflicht auf der Route Nr.1 bis nach San Francisco zu fahren. In der kleinen Ortschaft Leggett, im Norden Kaliforniens beginnt die Legendäre Route Nr.1 und führt bis nach Los Angeles. Hier ist die Strasse noch schmal und unbedeutend, was ihre Faszination aber nicht schmälern soll. Kurvenreich und über hügelige Landschaften führt uns die Nr.1, 200 Meilen die Küste entlang und immer wieder ins Landesinnere und wieder an die Küste.
Und genau auf dieser schönen Strasse fängt es im Motorraum an zu poltern und rumpeln! Vorwiegend beim Anfahren oder bei Steigungen, als ob Strieli plötzlich bockig und störrisch wäre. Dasselbe Problem hatten wir in Tarifa, kurz vor der Überfahrt nach Marokko, schon mal gehabt. Aber dann war es plötzlich weg und wir machten uns keine Sorgen und vergassen das ganze, bis jetzt.
Darum müssen wir uns noch kümmern, sonst ist das Ende unserer Reise vorprogrammiert und das möchten wir auf keinen Fall. Also mit bedacht und behutsam weiterfahren und die Nr.1 und die Landschaft an der Küste und im Landesinneren geniessen um an einem Stück bis nach San Francisco zu gelangen.
O.K. San Francisco haben wir erreicht, es sind keine Teile aus Strielis Motorraum gefallen und alles ist noch an seinem Platz, aber er bockt immer noch vor sich hin wenn es steil bergauf geht. KI und Google meinen, dass der Fehler bei den Kreuzgelenken liegen könnte (ausgeleiert) oder an den Stossdämpfern und Federbeinen (Alterserscheinung). Auch bei einer Facebookgruppe von Reisenden wie wir, suchten wir Rat. Einige Tipps, sowie gute Werkstätten wurden uns empfohlen. Einer meinte noch: "Mit so einer alten Rübe macht man doch keine solche Reise mehr, die sollte besser verschrottet werden." "Danke, Du 💩 Pappnase. Das war sehr hilfreich. Warst wohl neun Jahre in einer Baumschule und bist immer noch ein Holzpflock😄." Also, Spass bei Seite. Es ist ein ernstes Problem das gelöst werden muss!
Eine Werkstatt in Santa Rose in Kalifornien würde uns die Stossdämpfer für 1000 $ ersetzen, wir müssten einfach neue Teile aus Europa kommen lassen. Dieser Preis erschien uns doch etwas teuer, nur für die Arbeit. Nach langem hin und her und unzähligen lösungsorientierten Gedanken, spätabends vor dem Einschlafen: "Eureka - ich glaube ich habe die Wurzel des Übels gefunden!"
Und wehe, wenn jetzt so ein Intelligenzbolzen dazwischen ruft "Ist ja logisch, das hätte ich dir sagen können." Na ja... der war wohl auch in einer Baumschule.
Die Lösung: Ein viel zu hoher Druck in den neuen Reifen verursachte einen zu geringen Bodenkontakt, sodass die kleinen 14-Zoll Gummis beim Anfahren oder bergauf durchdrehten und so das ganze bockige Verhalten von Strieli verursachten. Also, Luftdruck reduziert und alles wurde gut. Mit einem guten Gefühl konnten wir unsere Reise fortsetzen in Richtung
Yosemite National Park, und natürlich waren wir nicht die einzigen, die dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen wollten. In Reiseprospekten oder Filmen kann man diese faszinierende Landschaft natürlich auch begutachten, aber es ist schon eine andere Nummer wenn man selber (so klein und unbedeutend wie man auf dieser Erde ist) vor dieser gewaltigen Landschaft steht.
Es gibt noch so viele Orte auf dieser Welt die ich sehen möchte, bevor ich irgendwann genüsslich und mit einem letzten Scherz auf den Lippen ins Gras beisse...

Also weiter geht es auf dem Weg zu den tollen Orten, einer davon ist Bodie. Eine Geisterstadt, entstanden 1859 als kleines Minenlager von einer Gruppe Goldsuchern, darunter W.S. Bodey der im darauffolgenden November in einem Schneesturm ums Leben kam. Er erlebte den Aufstieg dieser Stadt, die 1879 schon 10'000 Einwohner beherbergte nicht mehr. Weitere Goldfunde lockten immer mehr Menschen in diese Stadt, so wurde Bodie 1880 die drittgrösste Stadt 
von Kalifornien. Es gibt eine Geschichte über Rosa May, einer Prostituierten, die den Männern der Stadt zu Hilfe kam, als während des Booms eine Epidemie ausbrach. Aufgrund ihrer Hilfe wurde sie als "Prostituiere mit Herz aus Gold" bekannt. Trotz ihrer lebensrettenden Hilfe wurde sie nach ihrem Tod ausserhalb des Friedhofes begraben.


Nun machen wir hier am Green River für vier Tage Pause und geniessen die Abgeschiedenheit in der kargen Natur. Es gibt eine Menge zu entdecken und Jeff, ein pensionierter US-Marinesoldier, bringt uns mit seinem Allradfahrzeug tief in den Canyon. Am Ziel angekommen sehen wir jede Menge Petroglyphen, die teilweise vor 2000 Jahren in die Felsen geritzt wurden. Im nächsten Blog werde ich sicher noch detaillierter darüber berichten, so mit Bildern und so. Morgen geht es dann weiter zum Arch National Park.

Danke für Euer Interesse an meinem Geschreibsel. Es macht mir immer wieder Freude für euch über unser Abenteuer zu schreiben.

Zum Schluss noch einige Bilder und ganz liebe Grüsse von Adeline, Toby und mir.







Ok. Das wars.

19 August, 2026

Muffler und Heuschrecke...

Der Yellowstone war eine Sensation und es gab spektakuläre Landschaften zu bestaunen. Um dieses fantastische Naturschauspiel in Ruhe zu geniessen muss man schon früh aufstehen, denn um zehn Uhr Morgens füllen sich die Anlagen mit Menschenmassen. Dann heisst es in 2er-Kolonne über die Holzstege watscheln, was wirklich kein Vergnügen ist.
Also... Yellowstone ist abgehakt und hat bei uns viele Eindrücke hinterlassen. Auch der Gedanke, dass wir uns auf einem aktiven gigantischen Vulkan bewegten, verursachte in mir ein von Ehrfurcht erfülltes Glücksgefühl der Natur gegenüber, die so unglaubliche Landschaften hervorbringt.
"Craters of the Moon" war das nächste Highlight auf unserer Fahrt zur Westküste. Diese Lavalandschaft liegt 191 Meilen vom Yellowstone entfernt und ist ein Ausläufer desselben Vulkans. 
Hier, inmitten der "Mondlandschaft" verbrachten wir bei sternenklarem Himmel eine ruhige und erholsame Nacht. Keine Lichtverschmutzung trübte den Blick in das Universum, und so blieben wir lange im Freien und genossen den Sternenhimmel in seiner vollen Pracht.
Der Weg nach Westen brachte uns zum "Lost Lake" (verlorener See) und wie der Name schon sagt, gibt es hier gar keinen See. Denn es ist so, es hat ein Loch im Boden wo all das Wasser des kleinen Baches hineinläuft und niemand weiss wohin es fliesst.
Aber... würde man einen Stöpsel in das Bodenloch stecken... ja... dann wäre hier ein schöner See! Der Lost Lake liegt ca. auf 4000 Fuss (1200 M.ü.M.) und am Tag sind die Temperaturen angenehm warm. Doch in der Nacht, gegen den Morgen wurde es schon ein bisschen kühl im Wohnmobil (Strieli). Zum Glück haben wir eine Heizung und die soll jetzt mal wieder wohlige Wärme in unserem kleinen Zuhause verbreiten. Mit viel Mühe schaffte sie es(die Heizung), eine kleine blaue Flamme zu produzieren und ein bisschen Wärme. Doch dies ist nicht der Normalzustand unserer Wärmequelle. Etwas stimmt nicht mit ihr. Dem muss ich bei Gelegenheit unbedingt nachgehen, auch wenn ich den ganzen Ofen ausbauen muss. So kam es, dass ich hier auf dem Richardson Campground in der Nähe 
von Jutschin (Eugene, Oregon) wo wir eine Fahrpause von 5 Tagen einlegen, mit dem Ausbau beginne. Youtube hat mir gute Hinweise geliefert wie das geht. Gas abdrehen - Gasleitung unter dem Strieli lösen -  Kaminrohr abmontieren - alle Befestigungsschrauben rausdrehen - schon ist der Ofen draussen. Das häufigste Problem bei diesen alten Heizungen ist, dass die Brenndüsen verdreckt und somit verstopft sind. Ich kuckte schön blöd als ich in der Öffnung, die das Gas durch ein etwa 15 mm Ø Röhrchen zum Brenner führt, eine Heuschrecke entdeckte. Keine Ahnung wie das Viech dorthin kam, Zuerst wurde das Tierchen vergast und dann auch noch durch die Wärme des Ofens gekocht. Also, Heuschrecke entfernt, Brenner gereinigt, Ofen wieder eingebaut, und jetzt heizt das Ding wieder wie am ersten Tag.... Genau... und ich glaube, das ich mittlerweile jedes einzelne Teil von Strieli ausgebaut und wieder montiert habe. Durch das rumfummeln an Strieli's Teilen entsteht natürlich auch eine innige Beziehung  zwischen ihm und mir...💕


Bei meinem regelmässigen Inspektions-Yoga unter dem Fahrzeug 
(weil ich da so runter robben muss) wurde mir klar, dass der Auspuff auch nicht mehr das ist was er eigentlich sein sollte. Risse und Löcher wo sie nicht sein sollten. Ein neues Werkstattabenteuer beginnt.
Adam von der VR Garage in Bent an der Armour Rd Suite A, ist ein Spezialist für Muffler und Oldtimer aller Bauarten. Einen Tag nach der Anfrage, ob sie das reparieren könnten, hatte Strieli einen neuen Muffler. Obwohl ich es gar nicht gerne sehe, wenn eine fremde Person an Strieli's Muffler rumfummelt, liess ich den Mechaniker ran und der hat sein Handwerk verstanden. Nun flüstert Strieli's Motor leise vor sich hin und das neue glänzende Rohr schaut frech unter dem Fahrzeug hervor. 
Wir durchfahren trockene heisse Prärielandschaften auf dem Weg nach Westen, und ich versuche mich in die Menschen zu versetzen die in der Pionierzeit in diesen weiten Ebenen unterwegs waren. Optimismus und Hoffnung war wohl der Antrieb dieser Leute
und so manche Person erreichte ihr Ziel nie. Wassermangel, Hunger, Fieber und weiss ich noch was, wurde sicher für viele zu einem Stolperstein auf ihrer Reise ins erhoffte Paradies. 
Und so manch einer endete in einem staubtrockenen Grab in dieser weiten Prärie. Was aber viele vergessen und oft bis heute verschwiegen wird, überlebten und erreichten die meisten Einwanderer ihr Ziel nur mit Hilfe der Ureinwohner dieses Kontinents. Vielleicht stammt der weise Spruch "Jede Gefälligkeit rächt sich" ja von den Natives.


Nicht mehr weit und wir sind an der Westküste von Oregon. Riesige Pseudotsuga menziesii beherrschen die Wälder "Douglasien". Es sind gewaltige Nadelbäume die den Nebel und die Feuchtigkeit des Meeres festhalten. An ihren Ästen wachsen bartähnliche Flechten die wie grünes Lametta  runterhangen. Eine schöne Gegend, aber eben, ein bisschen feucht und kaum Sonnenschein. So entscheiden wir uns die Küste erst wieder in San Francisco an der *Ruth* Nr.1 zu besuchen.

Und Schluss... dass war es meine Lieben... bis zum Nächsten mal... Roli😏



02 August, 2026

Schöne Bekanntschaften

Whitehorse war unser nördlichster Punkt in Kanada. Gerne wären wir noch weiter bis nach Alaska gefahren. Jedoch der dreimonatige, visumfreie Aufenthalt für die USA stand uns etwas im Weg. Von Alaska aus wären wir wieder durch Kanada in die Saaten gefahren.

Einfach erklärt... Der Zollbeamte gibt uns bei der Einreise nach Alaska eine 90 Tage-Aufenthaltsbewilligung und die gilt auch für die USA. Bis wir dann von Alaska über Kanada in die Staaten einreisen, ist die Hälfte der 90 Tage abgelaufen. Beim Grenzübergang von Kanada in die USA würden wir keine neue Aufenthaltsbewilligung bekommen
und so könnten wir nur noch 45 Tage in den Staaten bleiben.

Vancouver stand als nächstes grosses Etappenziel auf unserer Reiseliste. Aber zuvor brauchten wir wieder mal ein nettes gemütliches Zuhause, so mit Bad, Toilette, Küche, Wohnraum, Schlafzimmer, Terrasse und Waschmaschine. In Pemberton (BC) fanden wir den idealen Ort, dazu komme ich aber erst später.

Von Whitehorse fährt man wieder dieselbe Strasse Richtung Süden die man hochgefahren ist - den Alaska Highway 1 - bis kurz vor Watson Lake. Ich glaube, dort trafen wir das Tessiner Paar mit seinem alten Saurer LKW an. Ihre Reisegeschwindigkeit beträgt durchschnittliche 50 Km/h. Da ist Strieli ja so richtig schnell unterwegs... Also, in Watson Lake wurden wieder alle Vorräte aufgefüllt, da wir den British Columbia Highway hinunterfahren und es auf dieser Route fast keine Einkaufmöglichkeiten gibt. Bis nach Vancouver sind es doch ca. 2200 Km. Die 37 führt durch menschenleere, wilde Natur die uns begeisterte mit unendlichen Wäldern und unzählige Seen.



















 

















Coole Strassen (gravel road's) leiteten uns durch die schönsten Täler...




















...und über Pässe, von wo aus wir einen grossartigen Ausblick bekamen.




















Diese unbefestigte Strasse führte uns durch ein First Nation Reservat...
(die Ureinwohner nennen sich First Nation, und nicht Indianer. Das war ein Furz von Christoph Kolumbus. Er dachte ja, er sei in Indien gelandet.)







































..und sie führte uns, also die Strasse, nach Pemberton in ein gemütliches AirBnB.
Pemberton liegt in British Columbien. Hier sollen die Winter nicht so kalt sein und es hat ein mildes Klima. Ein kleines idyllisches Dorf mit einem Freilichtmuseum über die Vergangenheit der Pioniere - die, so wie es scheint, mit den Ureinwohnern zusammenlebten und sie nicht ausbeuteten. Kleine Läden im klassischen Westernstil säumen die Strassen.
Der stillgelegte Bahnhof dient als Café, das vorzügliche Sandwich's frisch zubereitet (haben es selbst ausprobiert). Es ist ein Ort, wo wir uns von Anfang an wie Zuhause fühlten. Das ist ein Ort wo unsere Gedanken das erste mal mit einer Niederlassung spielten. Also ein Ort an
dem man gerne bleiben möchte.
Einige Kilometer ausserhalb von Pemberton bezogen wir am 12. Juli die AirBnB-Wohnung bei Mike Michalchuch, was für eine liebenswürdige Person. Echt jetzt! Mike, wenn Du das liest, Du und deine Frau Sophie sind ein tolles Paar und superliebe Gastgeber.
(Wie Du in der Rezession bei AirBnB geschrieben hast, wir kamen als Gäste und gingen als 
Freunde.) Mike war mal professioneller Snowboarder und fuhr auch in der Schweiz Meisterschaften. Ein Crazy Guy, der mich mit seinem Bagger durch die Landschaft fährt um Holz zu den zwei Badewannen im Wald zu transportieren. Badewannen im Wald...? Juuuppppsss... auf seinem Grundstück hat es etwas abseits und unter Bäumen zwei alte Badewannen. Die Wannen stehen auf einer Feuerstelle (könnte mal ein Ofen gewesen sein), werden mit frischem Quellwasser gefüllt und dann wird tüchtig eingeheizt. Nach einer halben Stunde konnten wir nach langer Zeit wieder mal ein heisses Bad nehmen. Von unserem gemeinsamen Bad in freier Natur gibt es kein Bild zu sehen, dafür vom Luxusbett in der grossen Wohnung wo wir für fünf Tage sein durften.
Das Feuer heizte die Wannen schon recht gut auf, aber Roland (also ich) musste natürlich noch einige Scheiter Holz mehr drauf legen. So wurden wir (wie bei dein Menschenfressern) richtig gut durchgekocht bis sich der letzte Dreck von unserer Haut abgelöst hat. So sauber waren wir schon lange nicht mehr. Mit gemischten Gefühlen verliessen wir Mike und Sophie und machten uns wieder auf den Weg Richtung Vancouver. Von vielen bekamen wir den Tipp unbedingt nach Vancouver Island zu gehen. Wollten wir eigentlich, machten es dann aber trotzdem nicht. Dafür hatten wir auch einen triftigen Grund. Christine und Roger wollten wir unbedingt treffen. Sie leben in dem kleinen 600-Seelendorf das auch mal unser Zuhause war, und das wir ab und zu ein wenig vermissen. Die Zwei sind schon länger mit dem Wohnmobil auf dem riesigen Kontinent Amerika unterwegs, und zwar von Süden her nach Norden. Also düüüüsten wir von Vancouver nach Milk River auf den Gold Springs Park
Campground um mit ihnen etwas Zeit zu verbringen. Es war schön wieder mal in unserer Muttersprache zu sprechen und zu scherzen. Die Zwei konnten uns natürlich wichtige Tipps für unsere Weiterreise nach Südamerika geben. Aber wir befinden uns ja immer noch in Kanada und ich möchte es Euch nochmal sagen:
es war schön mit Euch Zeit zu verbringen. Der Campground Golden Springs bei Milk River liegt ganz in der Nähe des Grenzübergang bei Coutts (Canada, Alberta) und Sweet Grass (USA Montana). Als wir uns von Christine und Roger verabschiedeten, waren es nur noch sieben Kilometer bis zu dem äusserst netten Zollbeamten Henry, der uns nach allen Formalitäten 90 Tage Aufenthalt in den USA gewährte. Das ganze Prozedere dauerte eine knappe halbe Stunde (es war gerade Mittagszeit und die Beamten sollen ja auch ihre Pause haben). Klar wollen sie von dir wissen wohin die Reise geht und ob du etwas mit dir führst. Eigentlich dasselbe Prozedere wie beim Schweizer Zoll. 

Nun sind wir in Montana und wollen drei Monate die Schönheit der USA erkunden. Und ich schreibe wieder einen viel zu langen Bericht und es ist nicht mal die Hälfte von dem was wir seit dem letzten Blog erlebt haben.
*Fast vergessen Tacho*
Die Tachoseite war wirklich gebrochen und bei Mike (der hat nämlich eine Werkstatt) konnte ich  die neuerworbene Seele, so nennt man den Spiralfederdraht der die Tachoanzeige beim Armaturenbrett bewegt, ersetzen. Erworben haben wir das Reparatur-Set bei Lorco Auto Parts für gerade mal 13 Canadische Dollar. Nun weiss ich wieder, wenn wir mit Strieli zu schnell über die Pisten fegen.
Ich glaube, ich sollte langsam zum Schluss kommen und diesen Report beenden.

Nur noch einige letzten Zeilen zu unserem jetzigen Standort... Yellowstonepark...
Nach fünf Tagen auf einem Campground im Yellowstone National Park mit wunderschönen Tagesausflügen, geht es morgen (2. August) wieder weiter Richtung Oregon. 

Das wars! Bis zu nächsten mal. Und ganz zum Schluss noch Grüsse von uns und einige Bilder für Euch.





































































































08 Juli, 2026

Zwei Rookis in den Rockis

Die Rockies
Seit dem Besuch von Calgary haben wir enorm viele Kilometer hinter uns gelassen und geniessen die faszinierende Landschaft der Rocky Mountains. Endlich kann ich dieses gewaltige Naturschauspiel mit meinen eigenen Augen ansehen, und ich bin von seiner Schönheit überwältigt. Wenn Du irgendwann mal nach Canada gehst, fahre den Icefield Parkway entlang, die 93 ist eine tolle Strasse die Dich durch unbewohnte Wildnis führt.

Sie führt hinauf auf den Athabasca Pass und zu dem Colombia Icefield, die natürlich Touristenhotspots sind. Beim Restaurant mit Souvenirladen und was weiss ich noch was, stehen Busse bereit um die Menschenmassen direkt auf den Gletscher zu bringen. Es ist auch verständlich, dass man auf dieser schönen Strecke nicht alleine unterwegs ist. Die gemieteten Canadream-RV-Fahrzeuge prägen das Strassenbild. Und auch die Pickups mit ihren Wohnwagen-Aufliegern (Fifth Wheeler) sind haufenweise zu sehen. Strieli geht zwischen den riesigen Gefährten fast ein bisschen unter. Trotz der Strömen von Touristen findet man noch ruhige und stille Orte.





Tire Change - Reifenwechsel
Bevor wir jedoch die Strecke weiter Richtung Alaska Highway unter die Räder nehmen konnten, mussten ebendiese ersetzt werden. Nach gut 48'000 Kilometer ist das schon der
dritte Satz Reifen, und für mein befinden sollten die Teile schon etwas länger halten. Also fahren wir in einen Canadian Tire, um nach einem Ersatz 185/14-Zoll-Reifen zu fragen. In Canada und auch in den USA haben nur Trailer (Anhänger) 14-Zoll-Reifen und die sind nicht geeignet für unseren Strieli (aus Sicherheitsgründen). Die engagierte Mannschaft in der Werkstatt von Canadian Tire hatte die Räder schon demontiert und wollte auch gleich loslegen mit dem Reifenwechsel...! Doch es kam anders als erhofft und unsere alten Reifen wurden von den motivierten Mechanikern wieder montiert. Zwischen der Demontage und der Montage versuchte die Werkstattchefin schon fast verzweifelt, in der Gegend so kleine Reifen, die unseren Anforderungen gerecht werden, zu finden, Leider ohne Erfolg. Zumindest haben sie die Räder so getauscht, dass die mit dem besseren Profil auf der Antriebsache vorne waren. Naja...weitersuchen...hoffen...
..., in Grand Prairie in Alberta wurden wir fündig. Bei OK Tire war 'Ashton Brunham' unser Held! Obwohl er sich fast kaputt lachte, als er unseren Camper sah:-). Ok. für hiesige Verhältnisse ist Strieli schon klein. Ich glaube aber, die winzigen Räder haben bei Ashton den Lachanfall ausgelöst. Als er sich wieder erholt hatte meinte er:
"Das kriegen wir schon hin!"
Am nächsten Tag konnten wir Strieli zum Reifenwechsel bringen und wir sind nun stolze Besitzer von neuen kanadischen Tires, und die Spur haben sie auch gleich noch kontrolliert und eingestellt. Tolles Team...!


Hoch hinauf
Von Grand Prairie geht es weiter auf der 97 bis nach Watson Lake wo die Route Nr. 1, der Alaska Highway anfängt. Das sind 1098 Kilometer weiter in den Norden, auf zumeist guten
Strassen, mit tierischen Begegnungen. Kleine Bisonherden mit ihren Jungen grasen am 
Highway entlang, Elche, Bären und Wapitis lassen sich auch blicken. Sie leben aber gefährlich hier am Strassenrand, wo es auf beiden Seiten des Highways breite Grünflachen hat und das Gras wohl besonders gut sein muss. Vor allem die Trucks donnern mit 1
00 Sachen über die Piste. Mit ihren Bullenfängern an der Front wirken die Laster echt bedrohlich, und ich möchte nicht im Fell eines Bison stecken, wenn der Trucker nicht mehr rechtzeitig bremsen kann (was ihm, also dem Truckerfahrer eh nicht gelingt).
Zum Glück sind es keine Bären oder Elche die sich uns in den Weg stellen, so etwas würde Strieli vermutlich nicht überleben. Es sind Massen von Insekten, die auf unsere Front prallen und Strieli die Luft zum kühlen nehmen. Bei den vielen Bikern die uns überholen, und die kein Visier am Helm haben, möchte ich mal das Gesicht nach einer Tagestour sehen.😂😁
Auf einigen Abschnitten der Strecke befahren wir, und natürlich auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, ungeteerte Kies- und Schotterpisten, was gewaltig Staub aufwirbelt. Aber diese Strasse führt uns in die Provinz Yukon und nach Whitehorse, vorbei am Teslin Lake und Marsh Lake wo uns die Natur ihre Schönheit präsentiert.

Auf der Route nach Whitehorse finden wir die tollsten Plätze zum Übernachten, stahlblaue und türkisfarbene Seen laden uns zum bleiben ein. Mannomann echt jetzt... Mädels und Jungs... sagt selbst...
Hier ein kleines Haus, so im Stil "Blockhütte mit Terrasse und Steg zum See", dass wäre schon was. Am Abend dann Draussen am Feuer sitzen und die langen 
hellen Nächte im Sommer geniessen. Naja im Winter möchte ich nicht unbedingt hier oben sein
...Brrrrr und schlottttterrrrr... lange dunkle Nächte und furchtbar kalte Temperaturen, jede Menge Schnee und keine Menschenseele weit und breit. Man müsste es mal ausprobieren, hier im Norden von Yukon im Winter.


Nächste Reparatur
Exakt bei Kilometerstand 248'232 stieg aus dem nichts der Tacho aus, huihuihuiiii!
So ist es eben, wenn man mit einem fast Vierzig-Jährigen Gefährt unterwegs ist. Wie sagte mal die Deutsche Mutti: "Das schaffen wir!" und das ist auch unser Motto.
Ich tippe mal auf eine gebrochene Tachoseite (das ist die Verbindung vom Motor zur Anzeige). Weiteres zu diesem Malheur erfahrt Ihr im nächsten Bericht auf diesem Blog.

Zum Schluss noch einige Bilder von unseren letzten Übernachtungsplätzen.



Ach ja... da war noch eine coole Bekanntschaft mit Arthie + Anette, Brian + Deb,


auf dem Hi Country RV-Park in Whitehorse.

Ein Campground ganz nach unserem Geschmack war der
Trible-G RV-Park in Fort Nelson.


Gleich nebenan das Fort Nelson Heritage Museum, war und ist ein Besuch wert.





Also Ihr lieben Interessierten, das wars mal wieder. Wir denken an euch und hätten euch manchmal gerne bei uns, damit Ihr unsere Erlebnisse mit uns geniessen könntet.
Bis bald, Euer Strieli Team.

Dies und das und viel Gerumpel

Nach Oregon ging es weiter nach Kalifornien, Nevada und nun stehen wir am Green River in Utah. Auf der zurückgelegten Strecke haben wir wied...