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27 Oktober, 2026

Steinschlag und Kabelbrand


Die letzten Wochen und Tage in den Vereinigten Staaten boten uns eine Vielzahl von Abwechslungen. Nicht nur an Landschaften, sondern auch das Erlebte liess uns staunen.

Kabelbrand
Bei Tecate, einer kleineren Stadt auf der südlichen Seite des rostigen Grenzbollwerkes der Amis, wollen wir nach Baja California fahren das zu Mexiko gehört. Eigentlich müssten die Mexikaner ihrerseits auch einen Schutzwall aufbauen, denn tausende verarmter US-Bürger flüchten nach Mexiko, weil sie sich das Leben Zuhause nicht mehr leisten können. Wir sind mittlerweile schon in Baja California, aber bei dieser Geschichte stehen wir ja noch am Anfang und wir sind immer noch auf dem Weg zu dem kleinen Grenzübergang bei Tecate. Vom Joshua Tree Park, der nördlich des Salton Sea liegt, ging es auf der Route 8 der Grenze entlang durch faszinierende Wüstenlandschaften die uns sehr an Marokko erinnerten. In den Seitentälern der staubtrockenen heissen Wüste fanden wir üppiges Grün, Wälder und kühlere Temperaturen um zwei Nächte zu verbringen. Leider haben wir kein Bild von diesem bewaldeten Gebiet, also müsst Ihr euch mit den Buchstaben begnügen, die ich zur Verfügung stelle. Grosse, schattenspendende Bäume standen rund um unseren Platz, dazwischen grosse, beigefarbene Felsen die von knorrigen Büschen bewachsen waren. Am Morgen beleuchtete die Sonne zuerst die Hügel rechts, dann links des Tals. An diesem Ort fühlte sich Toby so richtig wohl, denn seine Streifzüge wurden immer ausgedehnter. Die Zeit am Abend, wenn es langsam finster wird, liebt er am meisten. Dann geht er auf Erkundungstour und lässt sich für lange Zeit nicht mehr blicken. Wir können nur noch dunkle Schatten in der Umgebung wahrnehmen, aber Toby sieht und riecht einfach alles um sich herum. Wir bemerkten, dass da wohl noch ein anderes Tier in der Gegend ist und natürlich hatte Toby es schon lange bemerkt. Schatten huschen durch die Landschaft, und einer dieser Schatten muss wohl unser Hund sein. Nach einer aufregenden Landschaftsinspektion kam Toby voll zufrieden zu uns zurück und legte sich zwischen unseren Stühlen nieder. Zu diesem Zeitpunkt merkte Adeline als erste, dass irgend etwas mit unserer Elektronik nicht in Ordnung war. Und jetzt, wo sie es sagte, bemerkte ich den beissenden Geruch nach verbrannten Elektrokabeln auch. Huiiihuiiihui,,, sowas wie ein Kabelbrand können wir nun wirklich nicht brauchen...! Mittlerweile haben wir so etwas wie ein Fehlersuchnotfallplan entwickelt, bei dem alle Möglichkeiten von verschmorter Elektronik in kürzester Zeit eruiert werden. NICHTS...! Alles in bester Ordnung. Puhhhh, Glück gehabt. Aber was stank so intensiv nach verbranntem Gummi? Im Inneren von Strieli war es nicht so schlimm, aber draussen in der Nähe von Toby wurde es immer schlimmer. So langsam dämmerte es uns, Toby hatte ein Rendez-vous mit einem Stinktier - und es störte ihn in keiner Art und Weise, im Gegensatz zu uns... Puuuuhaaaaa! Die kleine Sau brachte den miefigen Geschmack natürlich zu später Stunde auch in unser Wohnmobil und im Gegensatz zu ihm, hatten wir eher eine unruhige Nacht und es fehlte uns ein bisschen die frische Luft. Nach gut einer Woche war der Kabelbrand und abgestandene Uringeschmack weitgehendst verduftet.

Ab nach Mexiko
Natürlich mussten wir für den Grenzübergang von den Staaten nach Mexiko ein neues Gesundheitszeugnis für unseren Stinksocken Toby besorgen, was ihm überhaupt nicht passte.
In Bonita, südlich von San Diego besuchten wir deshalb Dr. Singh bei dem Bonita Pet Care Animal Hospital. "Mistel Singh waa Indel und kaum zu veestehen... Dee Doctol hat uns ganz schön abgezockt, vieelhundeed Dollaa waa schon enoom". Doch beim Grenzübertritt nach Mexiko interessierte sich kein Beamter für das teure Stück Papier...😖
Am 8. Oktober verliessen wir die USA und konnten nach 4 Stunden Wartezeit und einer Menge Formalitäts-Mist um exakt 13:30 Uhr bei Tecate nach Mexiko einreisen und dass für 180 Tage. 
                                                                                            Schicksalsjahre
Als erstes mussten wir uns wieder mit Lebensmittel eindecken (den Du kannst so gut wie nichts an Lebensmittel nach Mexiko einführen) und dafür ging es nach Ensenada, die nördlichste Stadt an der Westküste von Baja Califonia.
Jetzt wo wir in Mexiko angekommen sind merken wir schnell, dass so gut wie niemand Englisch spricht. Ohne zu wissen, dass wir nach meiner Pensionierung auf grosse Reise gehen, hatte das Schicksal schon frühzeitig dafür gesorgt und Vorbereitungen getroffen, damit wir auf unserem Abenteuer einigermassen gut vorbereitet sind. So hatte Adeline "mein Weibchen" Jahre zuvor Spanisch gelernt, dass wir jetzt wirklich gut gebrauchen können. Auch Strieli "das Wohnmobil" wurde von mir "das Männchen" ohne zu wissen, dass es auf grosse Reise geht, mit einem neuen Motor und Getriebe ausgestattet. Das Schicksal meint es wohl gut mit unserer kleinen Familie und da gehört ja auch Toby dazu, den wir auch schon Jahre zuvor zu uns nehmen durften, und jetzt ein toller Wachhund ist und in der Nacht stets auf uns aufpasst. Eigentlich wollten wir in Ensenada einige Tage verbringen und uns an die neuen Gegebenheiten gewöhnen, doch "Rachel" der Tropensturm der gerade auf unseren Standort zuraste, bewog uns dazu auf die Ostseite der Halbinsel zu fahren und zwar schnell. Wir wollten ja nicht, dass Strieli Schaden nimmt. Es gibt gerade mal eine Strasse vom Norden in den Süden von Baja California, Ruta número uno führt im Zickzackkurs nach La Paz.

Steinschlag
Auf dieser Strecke fanden wir eine

Oase inmitten der kargen, trockenen Landschaft. Der RV Park Kadakaamang liegt an einem See der von einer unterirdischen Quelle gespiesen wird, umzäunt von einem grossen Palmenwald wo das Gewässer zu einem Baden einlädt. Hier bleiben wir für zwei Nächte und freunden uns mit Agate an, einer polnischen Backpackerin die sich eine Auszeit gönnt. Da Agate mit den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist und ihr Bus jeweils nur am Morgen um 4 Uhr an 
diesem Ort anhält, nehmen wir sie am nächsten Tag ein Stück weit mit unserem Strieli mit. Toby ist natürlich gar nicht zufrieden, dass da eine fremde Person in sein Zuhause einsteigt. Mit wildem Gebell und hässlichen Grimassen will er sie aus seinem Refugium vertreiben, doch irgendwann lässt er Agate im Wohnmobil Platz nehmen. Die Fahrt geht nach Santa Rosalia, an die Ostküste von Baja California. Die Strasse führt uns durch eine saftiggrüne Hügellandschaft, denn durch den Regen der "Rachel" der Tropensturm brachte, erblühen die trockenen Büsche zwischen den alten und riesigen 
Kakteen. Auf dieser, so wunderschönen Strecke knallte etwas gegen unsere Windschutzscheibe (schon wieder ein Stein, hatten wir doch in England die Frontscheibe genau aus demselben Grund ersetzt. Hier in Mexiko dürfte das etwas schwieriger werden!) Genau in der Mitte der Frontscheibe bildete sich ein sternenförmiges Muster, fast wie ein Fadenkreuz bei einem Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs. In Santa Rosalia verabschiedeten wir uns von Agate, machten noch einen kleinen Einkauf und fuhren weiter Richtung Süden.

Auf dem Weg nach La Paz stranden wir am Strand von Playa Santipac, gerade mal zehn Schritte vom Wohnmobil bis zum Wasser, einfach paradiesisch. Wenn Du am Wochenende an so einem Ort bist, erlebst du die Lebensfreude der mexikanischen Bevölkerung. Ganze Grossfamilien richten sich unter den Palapas (Schattendächer aus Palmblättern - gibt es überall an den Stränden) gemütlich ein. Die Jungen helfen der Oma, die mit Gehstöcken unterwegs ist, ins kühle Nass und unter den Palapas wird gekocht und mexikanische Folklore ertönt aus den Lautsprechern der Musikanlagen und meistens singen alle tüchtig mit. Gegen den Abend werden dann wieder alle Stühle, Tische, Kochutensilien, und natürlich auch die Oma in das Auto gepackt. Nach langen Referaten vor dem Fahrzeug, bei dem der Motor sicher schon eine halbe Stunde läuft, steigen sie irgendwann ein und fahren davon. Und plötzlich ist es still am Strand! Es sind wirklich gutmütige, hilfsbereite und fröhliche Menschen die wir antreffen und ein wenig kennenlernen dürfen und unsere Skepsis den Leuten gegenüber (wieso auch immer wir die hatten) verschwindet immer mehr. "Wir sind in Mexiko 
angekommen!" In La Paz, der südlichsten Grossstadt von Baja California, beziehen wir eine kleine AirBnB-Wohnung für zehn Tage um uns und Strieli auf Vordermann zu bringen. Bei Strieli ist eine Grundreinigung dringend nötig, die Frontscheibe konnten wir bei einem mexikanischen Pendant von Carglass, (Mexikanisch DOCTOR PARABRISAS) für gerade mal umgerechnet 30 CHF reparieren. Alles ist hier billiger, für einen Liter Diesel zahlen wir gerade mal 1,20 CHF. 
Nach 20 Minuten war der Scheibenheini mit seiner
Reparatur fertig und wir konnten weiter ziehen. Viele kleine und grosse Werkstätten säumen die Strassen in La Paz, eine Grosszahl von ihnen hat lediglich ein Blechdach um etwas Schatten zu spenden. Werkbänke, Maschinen und Ersatzteile stehen darunter und sind mit Maschendrahtzäunen umgeben, um den Unterstand vor Diebstahl zu schützen. An einer Kreuzung im Stadtinneren kam ein kleiner, verlotterter Mexikaner auf uns zu und gestikulierte heftig mit seinen Händen, quasselte irgendetwas was schwer zu verstehen war. Ok, ein Bettler der ein paar Pesos will. Als wir ihm einige Münzen zustecken wollten nahm er sie nicht an und nuschelte mit seinem zahnlosen Mund weiter auf uns ein. Hoffentlich wird es bald mal grün, damit wir weiterfahren können. Bevor es dann endlich grün wurde, verstanden wir, dass der kleine, halb verdorrte Mann nur nach Trinkwasser fragte. Nach dem Aushändigen einer Petflasche frischem Wasser aus unserem Kühlschrank strahlte das zahnlose Gesicht uns an und bedankte sich mit überschwenglichen Gesten. Also... das hüpfende Koma ist... äääh ich meine natürlich, der springende Punkt ist, dass man in Mexiko nicht einfach Wasser ab dem Hahn trinken kann, ausser man möchte wasserfallähnlichen Durchfall in den Hosen. So kaufen wir unser Trinkwasser in 5 Literflaschen oder 0,5 Liter PET-Flaschen. Und was lesen wir auf diesen Flaschen? "Coca Cola" - die "Wasser-Diebe-Firma" hat auch hier ihre schmutzigen Businessfinger im Spiel. Natürlich versuchen wir auf dieses Wasser zu verzichten, aber es ist echt schwer, denn der Name von Coca Cola ist gut versteckt.

Entspannung
Wir geniessen  den Aufenthalt in der kleinen Wohnung am Rande von La Paz und bei 32° hüpfen wir regelmässig in unseren kleinen Pool direkt vor der Tür. Mittlerweile sind die meisten Arbeiten an Strieli erledigt, sodass wir am Freitag, den 30. Oktober wieder aufbrechen und in Todos Santos an der Westküste den
"Dia de los Muertos" - Tag der Toten - miterleben wollen.

Bis dahin hänge ich noch ein wenig faul im Pool herum und geniesse, wie schon seit 18 Monaten, mein Rentnerleben. Oft denke ich an die Zurückgebliebenen, also im Sinn von diejenigen, von denen wir uns einst verabschiedet haben. Die jetzt im kalten Europa sind und nicht bei uns im tropischen Teil von Baja California.

Unser Weg nach La Paz















Tschüss und bis bald.

03 Oktober, 2026

Too many parks

Gut drei Wochen bleiben uns noch in den USA um Land und Leute zu bestaunen, dann ist unser 90-Tage-Aufenthalt in diesem vielfältigen Land abgelaufen. Mittlerweile stehen wir auf dem Camp Rancho Jurupa Regional Park (duschen war wieder mal fällig), ca. eine Fahrstunde südöstlich von Los Angeles entfernt.

Green River und Jeff
Am Green River im Bundesstaat Utah entstand der letzte Bericht auf unserem Blog. Das war da, wo Jeff uns an einem Sonntagmorgen, es war 07:00 Uhr und wir waren eben erst gerade aufgestanden, unbedingt die Geschichte um den Green River näherbringen wollte. "O.K., Jeff give me half an hour, then we'll be ready." Jeff nahm uns in seinem weissen Allrad-Nissan (so einen habe ich in Europa noch nie gesehen) mit zur ersten Sehenswürdigkeit in diesem Canyon. Ein verlassener Unterschlupf für Cowboys, die hier ihre Tiere durchgetrieben oder bewacht haben. Auf der gegenüberliegenden Seite des Green River sah man auch noch einen alten Trail, auf dem, so sagt man, Butch Cassidy in sein Versteck gelangte.

Die Tour die wir mit Jeff (der stehts eine Pistole zu seiner eigenen Sicherheit auf sich trägt) machen durften, dauerte eine gute Stunde. So führte er uns zu den Petroglyphen die von verschiedenen indigenen Völkern vor 2000 Jahren gemacht wurden. Am Schluss unserer Tour wollte ich von Jeff noch wissen, wieso dieser Fluss überhaupt Green River heisst. Denn die Farbe des Wassers, das irgendwann mal in den Colorado River fliesst, erinnert mich doch eher an Milchkaffe. "In Wyoming, da wo er entspringt, der Green River, ist er noch grün!" Ok... Danke Jeff, für den schönen und interessanten Ausflug, wir werden immer wieder an Dich denken.

Arch National Park

Der Arch National Park war als nächstes auf unserer Liste der Sehenswürdigkeiten der USA.

Es ist in allen Parks, die wir bis jetzt besucht haben, immer dasselbe. Wenn man nicht schon um acht oder neun Uhr vor Ort ist, kannst du einfach keine Bilder mehr machen ohne die Menschenmassen, die dir jedes Motiv versauen. Echt jetzt... ich habe wirklich keine Vorurteile anderer Menschen gegenüber. Jedoch, die asiatischen Touristen finde ich am nervigsten. Ganze Carladungen von ihnen werden an den spektakulärsten Standorten der Parks ausgeladen. "Nein, das ist nicht der richtige Ausdruck dafür", ausgespuckt währe wohl zutreffender.
Sie stehen immer zuvorderst bei den Hotspots, und natürlich mit dem Rücken zu der Attraktion damit sie das Selfie (Wir-waren- hier-dämliches-Grinsen) nach Hause schicken können. Eigentlich sind sie liebenswerte Zeitgenossen, wenn sie nur nicht unentwegt "schnattern" würden und so die Stille der Natur zerstören. Da wir zum Glück Frühaufsteher sind, fällt es uns leicht, vor den Menschenmassen die tollen Orte zu Besuchen und diese in Ruhe zu erkunden und zu geniessen.

Navajo National Monument

Ihr müsst das Bild schon vergrössern um die Steingebäude im inneren der riesigen Felsnische zu sehen. Cool wäre es, wenn man die 150 Meter in die Schlucht laufen dürfte um das ganze Dorf, das von den Navajos in Arizona in der Nähe von der Stadt Flagstaff gebaut wurde, von nahem besichtigen könnte. Leider ist der Zugang seit 1968 für Touristen verboten. Eigentlich verständlich, wenn man die Hinterlassenschaften der modernen Zivilisation in der Natur sieht. Das untere Bild ist ein gut gelungenes Model von der Siedlung in dieser gigantischen Felsnische und steht im Navajo Monument Museum. Der Eintritt in das Museum sowie der Zugang zu dem Park ist kostenlos und die, ganz in der Nähe liegenden, Campgrounds ebenso.


Monument Valley

Es war ein lang gehegter Wunsch von mir, das Monument Valley zu besuchen! Die Gegenden, die ich in so vielen Westernfilmen bewundert habe. Endlich war es soweit, dass sich dieser Wunsch erfüllt. Staubige Strassen führen zwischen den "Buttes" (Tafelberge oder Zeugenberge) oder "Mesas" (grosse Hochebenen mit steilen Wänden und schlanken Felsnadeln) hindurch, und genau dort wollen wir mit Strieli hindurchfahren.

Schon von weitem waren die gigantischen Felsen zu sehen, und die Vorfreude auf die kolossale Kulisse war genau so gross wie die Felsformationen die wir sahen. Nur noch einige Meilen bis zum Eingang und die Zeit darf für eine Weile stehenbleiben um meinen Traum wahr werden zu lassen. Am Zahlhäuschen beim Eingang mussten wir nur noch 10 Dollar Eintrittsgebühren pro Person bezahlen und das Abenteuer konnte losgehen. Doch... nach dem bezahlen sagte die kleine indigene Rangerin im Kassenhäuschen: "Mit dem Camper dürft ihr nicht in das Valley hineinfahren." "Wieso?" "Aus Sicherheitsgründen, die Strecke ist zu "Danger for Camper".

Das müssen wir wohl so akzeptieren... Aber echt jetzt...!
Die dämliche Tante an der Kasse hat ja keinen blassen Schimmer wo unser Strieli schon überall durchgefahren ist. Ich könnte kotzen! Zuerst 20 Dollar kassieren... naja damit wir lediglich 200 Meter weiter auf einen Parkplatz dürfen und bei dem Laden landen, der indianische Souvenirs aus Thailand verhökert. 
Ihr könnt euch sicher vorstellen dass ich noch eine lange Zeit vor mich hin geflucht habe. Denn mein Ärger war genau so gigantisch wie die "Buttes" und beim Herausfahren aus der Anlage, (beim Kassenhäuschen) musste ich einfach meinem Ärger (in der dementsprechenden Lautstärke) freien Lauf lassen. Also Schwamm drüber und weiter.

Grand Canyon

Die Ebene von der aus Du den Grand Canyon bestaunen kannst, liegt ca. 2'200 Meter über dem Meer, also 7'217.8477690289 Fuss hoch, und so kann es in der Nacht schon recht kühl werden. Am Tag heizt die Sonne innert kürzester Zeit das hochliegende Plateau auf und es wird fast unerträglich heiss. Doch 1'600 Meter weiter unten, da wo der Colorado River fliesst, muss es noch einiges heisser sein. Faszinierend ist, dass sich der Colorado River 446 Kilometer durch den Grand Canyon schlängelt. Eine enorme Strecke und an vielen Orten kann man den Fluss nicht sehen, weil er so tief in der Schlucht liegt. Es ist wirklich sehr schwer zu beschreiben, 
wie das gigantische Farbenschauspiel beim Sonnenuntergang oder am Morgen, wenn die ersten Strahlen die Felsen beleuchten, auf einen wirken. Am besten gehst Du mal selber dorthin. Dann wirst du merken, dass es für dieses Naturwunder keine Worte gibt, die all die Schönheit beschreiben können. Am Schluss bleibt dir nur ein "Wow", weil es einfach sprachlos macht. Nach zwei Tagen verlassen wir diesen eindrucksvollen Ort und fahren weiter zur nächsten Naturschönheit.

Bryce Canyon

Im Laufe des Nachmittages, welcher Tag es war weiss ich nicht mehr, bezogen wir einen Stellplatz gleich nach der Einfahrt des Parkes. Eine Online Reservierung ist erforderlich, sonst kannst du hier nicht stehen. Zu unserer Verwunderung sprach uns der Ranger und die Rangerin bei ihrer Kontrolle uns auf Berndeutsch an. Das ist jetzt aber so was von cool, wieder mal in unserer Landessprache zu kommunizieren. Marianne und Albi arbeiten als freiwillige Ranger in den National Parks und so wie sie erzählen, würde ohne die Volontaires (Freiwillige) hier nichts mehr laufen.
Aus Erfahrung wissen wir ja, dass der Besuch eines Parkes am besten am frühen Morgen stattfinden sollte. Leider war dieser Morgen recht kalt und neblig, und die tiefen Wolken versperrten an vielen Orten die Sicht auf die zerklüftete Landschaft. Doch nach einiger Zeit verzog sich der Nebel und bot uns einige schöne Ausblicke auf die beeindruckende Landschaft. Mittlerweile war es 10 Uhr und es war an der Zeit, aus dem Bryce Canyon zu verschwinden. Denn die Busse, Cars und privaten Autos luden wieder massenhaft Humanoide an den Hotspots aus, und das Gedränge bei den schönsten Aussichtspunkten wurde unerträglich. Los geht es, raus aus dem Gewusel!
 
Ruhige Orte

Immer wieder finden wir Übernachtungsplätze wo sich kein Tourist hin verirrt, ganz besonders Toby freut sich über diese Orte. Am Abend macht unser
Fell-Wuschel-Knuddel-Hund ausgedehnte Erkundungstouren  in der Gegend und bleibt längere Zeit weg vom Wohnmobil. Den Heimweg hat er auf jeden Fall immer wieder gefunden, egal wo wir gerade sind. Das nächste Ziel, das wir anpeilen wird ihm wohl nicht besonders gefallen, wir werden dort einfach nur durchfahren und damit hat es sich.

Las Vegas

Bevor wir durch Las Vegas streiften, verbrachten wir noch eine Nacht in den Bergen. Ganz in der Nähe der Glitzerstadt gibt es Skigebiete, Wälder und angenehme Temperaturen. Denn in Las Vegas herrschen 40°C, wenn nicht noch mehr, aber hier oben auf dem Mount-weiss-nicht mehr-wie-der-heisst... ist es 15 - 20°C kühler. Also ideal um zu schlafen und Toby ist uns auch dankbar dafür. So standen wir am nächsten Morgen wieder zeitig, auf um das Treiben auf den Strassen dieser von Blendern, Geblendeten, Ahnungslosen und Verrückten, bevölkerten Stadt

zu bestaunen. Es ist laut, heiss und ein Gedränge auf den Gehwegen die an den Casinos und Hotels vorbeiführen. Das Buch, "Das Letzte Gefecht - The Stand" von Stephen King kommt mir unweigerlich beim Besuch von Las Vegas in den Sinn. Randal Flagg verkörpert das Böse in diesem Buch und lockt leichtgläubige Menschen mit dem Versprechen von Glück und Reichtum hierher, damit Er die Weltherrschaft an sich reissen kann. Naja, zum Schluss geht der Plan aber so richtig in die Hosen. Denn, Er hatte einfach zu viele Irre um sich geschart. O.K. die Eindrücke von Las Vegas bleiben, wir aber nicht, und so verliessen wir die Stadt der Glücksritter am selben Tag.

Joshua Tree Park

Nach dem kurzen eindrucksvollen Besuch von Las Vegas, sehnen wir uns wieder nach Abgeschiedenheit und Natur. Hier, zwischen den massiven Felsen und den kaktusähnlichen Joshua Bäumen (gehören zur Gattung Palmlilien) wurden wir fündig. An solchen Orten haben wir Zeit, an die vergangenen 18 Monate zu denken die wir bereits unterwegs sind. Meine Güte... was haben wir doch für ein grosses Glück, dass wir die Möglichkeit haben all dass zu tun, was wir gerade machen. Die Ungewissheit, die wir am ersten Tag verspürten, ist nicht vollständig verflogen. Denn es kommen immer wieder neue, unbekannte Situationen auf uns zu die zu meistern sind. Aber wir möchten keinen Moment unserer Reise missen.
So langsam geht es in Richtung Mexiko und Vorbereitungen für die Einreise müssen gemacht werden. Natürlich braucht es wieder allerhand Zertifikate für Tobys Einreise,
und auch eine neue Fahrzeugversicherung für Mexiko brauchen wir. Doch wenn wir dann mal in Mexiko sind, haben wir (so wie es aussieht) ein halbes Jahr Zeit, es zu bereisen und kennenzulernen. Wir freuen uns riesig auf diesen Abschnitt unserer Tour. Was wird uns wohl alles begegnen und was dürfen wir dort alles erleben? Es wird sicher aufregend und spannend, und Ihr werdet sicher im nächsten Blog von unseren ersten Tagen in Mexiko erfahren.

Der Schluss und das Gerumpel

Das Camp Rancho Jurupa haben wir, zwischen dem entstehen dieses Blogs, wieder verlassen und stehen nun bei Blythe am Colorado River, der bei 38°C zum Baden einlädt. Auf dem Weg hierhin ging d
as Gerumpel an der Vorderachse von Strieli wieder los. Also war wohl doch nicht der Reifendruck in den Vorderrädern, den ich reduziert habe, für das Verschwinden des Gerumpels verantwortlich. In Mexiko werden wir nach einer geeigneten Werkstatt suchen, die sich Strieli annimmt und ihn mit der nötigen Liebe und Fürsorge behandelt, bis wieder alles in Ordnung ist.

Ich denke, dass dieser Bericht nun langsam enden sollte, er ist wirklich lang, trotzdem hoffe ich, er war für Euch kurzweilig. 

"Noch einige Bilder für Euch"




















Wir in Hundert Jahren und immer noch verliebt wie am ersten Tag.

Bis bald und Tschüüüüssss.

Steinschlag und Kabelbrand

Die letzten Wochen und Tage in den Vereinigten Staaten boten uns eine Vielzahl von Abwechslungen. Nicht nur an Landschaften, sondern auch da...