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08 Juli, 2026

Zwei Rookis in den Rockis

Die Rockies
Seit dem Besuch von Calgary haben wir enorm viele Kilometer hinter uns gelassen und geniessen die faszinierende Landschaft der Rocky Mountains. Endlich kann ich dieses gewaltige Naturschauspiel mit meinen eigenen Augen ansehen, und ich bin von seiner Schönheit überwältigt. Wenn Du irgendwann mal nach Canada gehst, fahre den Icefield Parkway entlang, die 93 ist eine tolle Strasse die Dich durch unbewohnte Wildnis führt.

Sie führt hinauf auf den Athabasca Pass und zu dem Colombia Icefield, die natürlich Touristenhotspots sind. Beim Restaurant mit Souvenirladen und was weiss ich noch was, stehen Busse bereit um die Menschenmassen direkt auf den Gletscher zu bringen. Es ist auch verständlich, dass man auf dieser schönen Strecke nicht alleine unterwegs ist. Die gemieteten Canadream-RV-Fahrzeuge prägen das Strassenbild. Und auch die Pickups mit ihren Wohnwagen-Aufliegern (Fifth Wheeler) sind haufenweise zu sehen. Strieli geht zwischen den riesigen Gefährten fast ein bisschen unter. Trotz der Strömen von Touristen findet man noch ruhige und stille Orte.





Tire Change - Reifenwechsel
Bevor wir jedoch die Strecke weiter Richtung Alaska Highway unter die Räder nehmen konnten, mussten ebendiese ersetzt werden. Nach gut 48'000 Kilometer ist das schon der
dritte Satz Reifen, und für mein befinden sollten die Teile schon etwas länger halten. Also fahren wir in einen Canadian Tire, um nach einem Ersatz 185/14-Zoll-Reifen zu fragen. In Canada und auch in den USA haben nur Trailer (Anhänger) 14-Zoll-Reifen und die sind nicht geeignet für unseren Strieli (aus Sicherheitsgründen). Die engagierte Mannschaft in der Werkstatt von Canadian Tire hatte die Räder schon demontiert und wollte auch gleich loslegen mit dem Reifenwechsel...! Doch es kam anders als erhofft und unsere alten Reifen wurden von den motivierten Mechanikern wieder montiert. Zwischen der Demontage und der Montage versuchte die Werkstattchefin schon fast verzweifelt, in der Gegend so kleine Reifen, die unseren Anforderungen gerecht werden, zu finden, Leider ohne Erfolg. Zumindest haben sie die Räder so getauscht, dass die mit dem besseren Profil auf der Antriebsache vorne waren. Naja...weitersuchen...hoffen...
..., in Grand Prairie in Alberta wurden wir fündig. Bei OK Tire war 'Ashton Brunham' unser Held! Obwohl er sich fast kaputt lachte, als er unseren Camper sah:-). Ok. für hiesige Verhältnisse ist Strieli schon klein. Ich glaube aber, die winzigen Räder haben bei Ashton den Lachanfall ausgelöst. Als er sich wieder erholt hatte meinte er:
"Das kriegen wir schon hin!"
Am nächsten Tag konnten wir Strieli zum Reifenwechsel bringen und wir sind nun stolze Besitzer von neuen kanadischen Tires, und die Spur haben sie auch gleich noch kontrolliert und eingestellt. Tolles Team...!


Hoch hinauf
Von Grand Prairie geht es weiter auf der 97 bis nach Watson Lake wo die Route Nr. 1, der Alaska Highway anfängt. Das sind 1098 Kilometer weiter in den Norden, auf zumeist guten
Strassen, mit tierischen Begegnungen. Kleine Bisonherden mit ihren Jungen grasen am 
Highway entlang, Elche, Bären und Wapitis lassen sich auch blicken. Sie leben aber gefährlich hier am Strassenrand, wo es auf beiden Seiten des Highways breite Grünflachen hat und das Gras wohl besonders gut sein muss. Vor allem die Trucks donnern mit 1
00 Sachen über die Piste. Mit ihren Bullenfängern an der Front wirken die Laster echt bedrohlich, und ich möchte nicht im Fell eines Bison stecken, wenn der Trucker nicht mehr rechtzeitig bremsen kann (was ihm, also dem Truckerfahrer eh nicht gelingt).
Zum Glück sind es keine Bären oder Elche die sich uns in den Weg stellen, so etwas würde Strieli vermutlich nicht überleben. Es sind Massen von Insekten, die auf unsere Front prallen und Strieli die Luft zum kühlen nehmen. Bei den vielen Bikern die uns überholen, und die kein Visier am Helm haben, möchte ich mal das Gesicht nach einer Tagestour sehen.😂😁
Auf einigen Abschnitten der Strecke befahren wir, und natürlich auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, ungeteerte Kies- und Schotterpisten, was gewaltig Staub aufwirbelt. Aber diese Strasse führt uns in die Provinz Yukon und nach Whitehorse, vorbei am Teslin Lake und Marsh Lake wo uns die Natur ihre Schönheit präsentiert.

Auf der Route nach Whitehorse finden wir die tollsten Plätze zum Übernachten, stahlblaue und türkisfarbene Seen laden uns zum bleiben ein. Mannomann echt jetzt... Mädels und Jungs... sagt selbst...
Hier ein kleines Haus, so im Stil "Blockhütte mit Terrasse und Steg zum See", dass wäre schon was. Am Abend dann Draussen am Feuer sitzen und die langen 
hellen Nächte im Sommer geniessen. Naja im Winter möchte ich nicht unbedingt hier oben sein
...Brrrrr und schlottttterrrrr... lange dunkle Nächte und furchtbar kalte Temperaturen, jede Menge Schnee und keine Menschenseele weit und breit. Man müsste es mal ausprobieren, hier im Norden von Yukon im Winter.


Nächste Reparatur
Exakt bei Kilometerstand 248'232 stieg aus dem nichts der Tacho aus, huihuihuiiii!
So ist es eben, wenn man mit einem fast Vierzig-Jährigen Gefährt unterwegs ist. Wie sagte mal die Deutsche Mutti: "Das schaffen wir!" und das ist auch unser Motto.
Ich tippe mal auf eine gebrochene Tachoseite (das ist die Verbindung vom Motor zur Anzeige). Weiteres zu diesem Malheur erfahrt Ihr im nächsten Bericht auf diesem Blog.

Zum Schluss noch einige Bilder von unseren letzten Übernachtungsplätzen.



Ach ja... da war noch eine coole Bekanntschaft mit Arthie + Anette, Brian + Deb,


auf dem Hi Country RV-Park in Whitehorse.

Ein Campground ganz nach unserem Geschmack war der
Trible-G RV-Park in Fort Nelson.


Gleich nebenan das Fort Nelson Heritage Museum, war und ist ein Besuch wert.





Also Ihr lieben Interessierten, das wars mal wieder. Wir denken an euch und hätten euch manchmal gerne bei uns, damit Ihr unsere Erlebnisse mit uns geniessen könntet.
Bis bald, Euer Strieli Team.

13 Juni, 2026

Matschige Sache


Country of Newell
Dinosaurier Provinz Park


In diesem Provinz Park in Alberta, wo schon im 19. Jahrhundert Ausgrabungen durchgeführt wurden, machten wir drei Tage Halt.

Lange Spaziergänge mit Toby durch die faszinierende Landschaft waren eine schöne Abwechslung. Weit weg vom Grossstadtlärm, wo wir hier wieder einmal die Stille hören konnten. Natürlich stand Strieli, unser Wohnmobil auf dem Campground dieses Parks und es hatte auch etwas Betrieb, doch die Saison hat erst gerade begonnen.
Das grosse Gedränge der Touristen an diesem Ort wird erst in ein paar Wochen stattfinden, und so hatten wir den Park fast für uns allein. Diese "Badlands" sind riesige, tiefe Narben in den, sonst von Landwirtschaft geprägten, unendlichen Weiten von Saskatchewan und Alberta. Auf diesen gewaltigen, nicht enden wollenden Ebenen, wo alle Strassen kilometerweit nur geradeaus gehen und nur von Norden nach Süden, oder von Westen nach Osten führen.

Die einzigen Erhebungen die man am Horizont sieht, sind die gewaltigen Getreidesilos, die wie Kathedralen an den endlos grossen Feldern stehen. Gleise der Canadian Pacific Railway führen zu den gigantischen Silos, wo teilweise schon unendlich lange Kompositionen von Getreidewagen bereitstehen für die nächste Ernte.

Ooooh... vor lauter Begeisterung über die gewaltige Natur, die wir mit unserem Gefährt durqueren, habe ich den Boiler in unserem Wohnmobil doch fast vergessen. Genau... der Boiler der nicht mehr ganz dicht war. Nach unzähligen Stopps bei allen möglichen Baumärkten wie Canadian Tire, Rona oder Home Depot, die uns nicht wirklich weiter-
helfen konnten, suchten wir mehrere "Boilers, Plumbings and Heatings" Betriebe auf. Endlich, nach gut drei Tagen suchen... wurden wir fündig... "Kevin Engle" aus Moose Jaw schweisste das defekte Teil wieder zusammen, ein echter Fachmann auf seinem Gebiet. Nach einem Telefonanruf durften wir samt Boiler in seine kleine Werkstatt. Als erstes nahm Kevin ein kleines Magnetstück aus seiner Hosentasche und hielt es an die Boilerpfanne (das ist das Teil wo das Wasser erhitzt wird) und sagte: "Chromstahl - O.K. - Morgen könnt ihr den Boiler wieder abholen." Wir glaubten es kaum, nach so langer und komplizierter Suche für eine Reparatur, ging das jetzt aber schnell. Herzlichen Dank Kevin Engle, wir haben wieder heisses Wasser.

Schlammassel

Es war mal wieder so weit. Toby machte sich während der Fahrt bemerkbar, dass er jetzt aber ganz dringend mal raus müsste. Also mal schnell in eine Seitenstrasse abbiegen und unserem Hund den nötigen Auslauf geben. Man würde denken, dass dies in diesen riesigen Ebenen keine grosse Sache ist. Leider sind so gut wie alle Seitenstrassen und Feldwege die in Frage kämen, mit Gittertoren versperrt oder mit Schildern als Privatbesitz gekennzeichnet. Toby's Gedanken:... "Wieso dauert das denn so lange bis ich mal raus kann? Ich kacke euch gleich ins Wohnmobil rein, wenn nicht bald an gehalten wird!" Endlich haben wir einen geeigneten Ort gefunden, eine kleine kleine Naturstrasse führte zu einer Bootsanlegestelle bei einem See im Nirgendwo. "O.k. gleich kannst Du raus Toby." Und da freute sich einer aber mächtig als er merkte, dass wir langsamer werden und im Begriff waren gleich anzuhalten. Die Freude unsererseits verschwand aber schnell wieder als wir 

merkten, dass Strieli auf dem zu nassen Feldweg mit allen vier Rädern im Schlamm absoff. Natürlich! Es hatte in den letzten Tagen in diesem Gebiet heftig geregnet und mit weiser Voraussicht hätten wir es ahnen müssen! Der einzige der jetzt noch Freude hatte war natürlich: Toby!
Hier nützen unsere Sandbleche nicht viel, hier muss uns jemand mit einer Seilwinde rausziehen.
Nach dem Anruf, den Adeline bei einem Abschleppdienst "in der Nähe" gemacht hat, stand nach 45 Minuten ein Truck mit Seilwinde für unsere Rettung bereit. In der Zwischenzeit hatte Toby seinen Spieltrieb befriedigt und seine sonstigen Geschäfte erledigt. Strieli war völlig verdreckt, es war ein elendes Bild das er abgab.



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Mittlerweile haben wir Calgary, unsere erste wirkliche Grossstadt von Kanada, erreicht. Vom Nose Hill Park aus bewundern wir die Skyline, leider müssen wir dieses Schauspiel bei schlechtem Wetter geniessen. Ein Highlight hier war der Besuch in der "Edelweiss" Bäckerei. Der Grund für unseren Besuch an diesem Ort war: "Brot"! Denn das hiesige Gebäck ist vorwiegend schwammig und wenn du Butter darauf streichen willst, zerfällt es in seine Einzelteile.
Also sagen wir es mal so: Heimweh habe ich nur beim Essen. Natürlich können wir in allen Ländern die wir bis jetzt bereist haben, alles kaufen was wir brauchen und gerne haben. Ich glaube jeder kennt das. Es gibt eben Sachen aus deiner Kindheit, die Du nicht missen möchtest. Hier bei "Edelweiss" konnten wir ein Bauernbrot (das am Regal auch so angeschrieben war) ergattern, Laugenbrötchen, sowie unser geliebtes "Aromat" und noch einen gut geräucherten Speck kaufen, ach ja und noch Raclettekäse der zu diesem kühlen Wetter wunderbar passt.
Irgendwann ist dieser Vorrat natürlich aufgebraucht und es wird wieder einheimische Kost konsumiert, aber diese kulinarische Freude wollten wir uns gönnen.
Ach ja, das Wetter... feucht, kalt und regnerisch. Seit wir Marokko verlassen haben, haben wir eher kühle und nasse Tage erlebt, der Sonnenstoren dient vorwiegend als Regendach. Das ganze Prozedere mit nackt ums Feuer hüpfen hat auch nichts gebracht. Nun ja... ist halt so und irgendwann wird es sicher besser. Ok, wir geniessen unser Bauernbrot, den Räucherspeck und das Raclette und nehmen alles so wie es eben ist, und natürlich das Aromat auf den Frühstückseiern. 

Nose Hill Calgary

Grass Land Nationalpark in Saskatchewan


 Dinosaurier Visitor Center bei Drumheller (Alberta)

Fort Walsh, auch in Saskatchewan



Die Geisterstadt Rowley"Wood"





Starland County (Alberta) mit dem coolen 80-jährigen Ranger "Remy"


Trotz dem miesen Sch.......swetter geniessen wir unsere tollen Erlebnisse in dem überwältig grossen Kanada.
Ich hoffe diese Story war nicht zu langweilig und hat Euch alle etwas erheitert und in Fernweh schwelgen lassen.
Bis bald und alles Liebe von uns Dreien.


24 Mai, 2026

Westwärts


⛄Kalt erwischt⛄

Toby's Frust


Es war der 16. Mai, als wir in Fort Frances das Motel "The Bayview" um 3:00 PM bezogen. Mit gutem zureden und viel Geduld schafften wir es, Toby in das Motelzimmer, vor allem raus aus dem Wohnmobil, zu bringen. Dies tat unser Fellknäuel natürlich nur mit Widerwillen und unter Protest. Er verlässt sein kleines Zuhause, das sich hauptsächlich unter dem Tisch im Wohnmobil befindet und ihm alles vertraut ist, nur ungern. Es beruhigt in auch in keinster Weise, wenn wir sein bequemes und versifftes Bettchen mitnehmen. Natürlich machen wir uns ein schlechtes Gewissen, was wir unserem Raubtier da wieder

antun. Aber am zweiten Tag in dem ungeliebten Motelzimmer kommt seine Lebensfreude zurück. Er frisst und spielt wieder, kackt grosse Haufen und pinkelt jeden Baum an. Es ist Wahnsinnig, wie Toby sich auf unserer Reise immer wieder in neue Situationen begibt, und das waren in den letzten 14 Monaten doch einige. Er ist ein Prachtskerl von einem Hund.
37 Jahre alt

Natürlich sind wir nicht ohne Grund im Bayview Motel abgestiegen, Reparaturen an Strieli's Innereien stehen wieder einmal an. Zu viele Reparaturen für mein Geschmack, aber das Teil hat nun schon 37 Jahre auf seinen Federbeinen und wird auch nicht jünger.
Am 27. April durften wir Strieli im Hafen von Halifax, nach unendlichen Speditions- und Zollformalitäten, endlich abholen. Im Hafen gab es noch eine Fahrzeugkontrolle mit einer Speditionsperson um sicherzustellen, dass auch wirklich alles am Fahrzeug in Ordnung ist.
Na ja, von weitem sah alles perfekt aus, doch beim näher-kommen entdeckten wir das Desaster, das man Strieli angetan hatte. Das rechte Heckteil war völlig zertrümmert und die Halterung der Stossstange in den Küchenbereich gedrückt. "Was für ein bescheuertes Sackgesicht, das in der Schule nur Klatschen und Hüpfen auf seinem Stundenplan hatte, ist so mit Strieli umgegangen!" Wehe dem,,, wenn ich rausfinde wer es war, werde ich ihn bis ans Ende der Welt verfolgen und ihn dafür büssen und leiden lassen. Das sieht nach viel Arbeit aus und in Kanada diesselben 
Rücklichter zu finden ist kaum möglich. Adeline bemerkte bei der weiteren Fahrzeugkontrolle, dass der Werkzeugkoffer weg ist... "MEIN WERKZEUGKOFFER" Was für eine Riesensauerei! Das defekte Heck kann ich sicher mit etwas Aufwand reparieren. Aber auf diesem Kontinent denselben Werkzeugkoffer zu finden wird ein Problem. Ich brauche für Strieli "metrisches" Werkzeug und hier arbeiten sie vorwiegend mit "Inch". Die Miese diebische Ratte ging sicher in dieselbe Schule wie das andere Sackgesicht. Da ist nichts mit Vergebung! Dem wünsche ich einen Monster-Bandwurm im Arsch, der ihn von innen ganz langsam auffrisst.
Mittlerweile haben wir uns wieder etwas beruhigt und auch schon eine Lösung für die Reparatur am Heck gefunden. Die Lösung heisst "Kläri" und lebt in Grand-Saint-Esprit in der Provinz Quebec. Ich glaube, es ist eine Tante von Adeline, die vor vielen Jahren von der Schweiz nach Kanada auswanderte. Also machten wir uns auf dem schnellsten Weg von Halifax zu Kläri. Quer durch Novascotia, New Brunswick und dann Richtung Sankt-Lorenz-Strom. Die Strassen dorthin führten uns durch malerische Landschaften von Kanada und wir bekamen die ersten Eindrücke, was uns dieses riesige Land alles bieten wird. Herzlichen Dank Kläri, dass Du uns dein Zuhause für die Reparatur zur Verfügung gestellt hast. Das Kennenlernen deiner liebenswürdigen Familie war ein cooles Erlebnis, was wir sicher nicht vergessen werden.

1. Reparatur


Weiterfahrt...
Es konnte weiter gehen in Richtung Westküste, da liegen aber noch etliche Kilometer und faszinierende Landschaften vor uns, bis wir den Pazifischen Ozean sehen. Bei der Abfahrt von Grand-Saint-Esprit war das Wetter noch etwas kühl, aber die warme Jahreszeit sollte ja bald kommen. Wir freuten uns auf  die Natur, die jetzt,wo der Sommer in Kanada einzieht,
aufblüht und voller Leben ist. So führte uns der Weg zu den Kakabeka Falls, westlich von Thunder Bay und da konnten wir das warme Wetter und die tolle Landschaft geniessen... endlich!
Der Park mit Campground liegt in der Provinz Ontario und ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Die grosszügig angelegten Stellplätze für Camper liegen mitten in den Wäldern, jeder hat eine eigene Feuerstelle und Tische mit Bänken. Das Feuerholz darf man nicht aus dem Wald nehmen, aber die Parkaufsicht verkauft einem gerne ihre überteuerten Holzbündel direkt beim Eingang des Kakabeka Fall Park. Auf dem Weg zu diesem schönen Ort zeigte Kanada uns,
wie hier der der Winter aussieht. Ausgiebige Schneefälle begleiteten uns von Quebec bis Ontario. Natürlich mussten wir nicht die Eiseskälte die hier im tiefsten Winter herrscht ertragen. Unserem Fellknäuel Toby machen die kalten Temperaturen sogar noch Spass und er vergnügt sich auf dem noch halb zugefrorenen See. Je weiter wir nach Westen fahren, umso besser wird das Wetter. So kann es weiter gehen. Die Dieselpreise fallen wieder, alle Parks sind seit dem 15. Mai wieder geöffnet und bei Strieli läuft alles Bestens. Aber alles hat mal ein Ende, auch die Lebensdauer der Sicherheitsventile die den Druck beim Boiler regulieren. Das warme Wasser trieft unter dem Wohnmobil nur so raus und das ist nicht gut! Ohjeohje... mal schauen ob man das flicken kann?
2. Reparatur



Beim Ausbau der Sicherheitsventile, wo die Verschraubungen nach 37 Jahren kaum mehr zu lösen waren, demolierte ich auch noch die Wasserzuleitung zum Boiler. Das ist jetzt aber ein grösseres Problem. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie ich da geflucht habe. Dies musste jetzt wirklich nicht auch noch sein, so ein verfluchter Mist nochmal... Sche......seee.!
Also, ich möchte da nicht wirklich ins Detail gehen, aber mit dem Ausbau, Kleben und Einbau war ich eine ganze Zeit lang beschäftigt. Das ganze Spiel machte ich drei mal und es ist immer noch nicht dicht. Der einzige Epoxyharz der vielversprechend war und auch alles super abgedichtet hat, ertrug die Boilertemperatur nicht. Nun heisst es mit kaltem Wasser waschen und einen Spezialisten suchen der das ganze Zeug hartlöten kann, oder einen neuen Boiler organisieren. Ihr werdet es erfahren wenn wir eine Lösung gefunden haben.

Wir lassen unsere gute Laune nicht verderben!

Trotz den kleinen und grossen Problemen die uns auf unserer abenteuerlichen Reise begleiten, geniessen wir jeden Tag. Egal wo wir sind, es passiert immer etwas Aufregendes das wir erleben dürfen. Auch wenn was kaputt geht, bringt es doch auch immer wieder neue Bekanntschaften, und wenn es nur der Verkäufer im Canadian Tire ist. Alle sind hilfsbereit und überhäufen uns mit gutgemeinten Typs. Für jedes Problem gibt es eine Lösung und wie meine Schwiegermutter "Vreni" sagt: wäre die Reise ohne Probleme, wäre es kein Abenteuer. Recht hat sie...
Im Moment stehen wir am Lake Manitoba, schon fast in der Mitte von Kanada. Kurze Hosen sind jetzt angesagt, denn es wird endlich wärmer. Morgen geht es in Richtung Regina, eine Ortschaft die eine Truma (Boiler) Vertretung hat, die uns vielleicht weiterhelfen kann. Wenn irgendjemand einen guten Tip hat, lass es hören, denn ich bin für jede Hilfe dankbar.

So... ich glaube das war es für den Moment, es gäbe sicherlich noch mehr zu erzählen, aber irgendwann ist Schluss. Wir grüssen Euch alle, wo immer Ihr auch seid.
Adeline... Roland und natürlich Toby... Bis bald.

Zwei Rookis in den Rockis

Die Rockies Seit dem Besuch von Calgary haben wir enorm viele Kilometer hinter uns gelassen und geniessen die faszinierende Landschaft der R...