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24 Mai, 2026

Westwärts


⛄Kalt erwischt⛄

Toby's Frust


Es war der 16. Mai, als wir in Fort Frances das Motel "The Bayview" um 3:00 PM bezogen. Mit gutem zureden und viel Geduld schafften wir es, Toby in das Motelzimmer, vor allem raus aus dem Wohnmobil, zu bringen. Dies tat unser Fellknäuel natürlich nur mit Widerwillen und unter Protest. Er verlässt sein kleines Zuhause, das sich hauptsächlich unter dem Tisch im Wohnmobil befindet und ihm alles vertraut ist, nur ungern. Es beruhigt in auch in keinster Weise, wenn wir sein bequemes und versifftes Bettchen mitnehmen. Natürlich machen wir uns ein schlechtes Gewissen, was wir unserem Raubtier da wieder

antun. Aber am zweiten Tag in dem ungeliebten Motelzimmer kommt seine Lebensfreude zurück. Er frisst und spielt wieder, kackt grosse Haufen und pinkelt jeden Baum an. Es ist Wahnsinnig, wie Toby sich auf unserer Reise immer wieder in neue Situationen begibt, und das waren in den letzten 14 Monaten doch einige. Er ist ein Prachtskerl von einem Hund.
37 Jahre alt

Natürlich sind wir nicht ohne Grund im Bayview Motel abgestiegen, Reparaturen an Strieli's Innereien stehen wieder einmal an. Zu viele Reparaturen für mein Geschmack, aber das Teil hat nun schon 37 Jahre auf seinen Federbeinen und wird auch nicht jünger.
Am 27. April durften wir Strieli im Hafen von Halifax, nach unendlichen Speditions- und Zollformalitäten, endlich abholen. Im Hafen gab es noch eine Fahrzeugkontrolle mit einer Speditionsperson um sicherzustellen, dass auch wirklich alles am Fahrzeug in Ordnung ist.
Na ja, von weitem sah alles perfekt aus, doch beim näher-kommen entdeckten wir das Desaster, das man Strieli angetan hatte. Das rechte Heckteil war völlig zertrümmert und die Halterung der Stossstange in den Küchenbereich gedrückt. "Was für ein bescheuertes Sackgesicht, das in der Schule nur Klatschen und Hüpfen auf seinem Stundenplan hatte, ist so mit Strieli umgegangen!" Wehe dem,,, wenn ich rausfinde wer es war, werde ich ihn bis ans Ende der Welt verfolgen und ihn dafür büssen und leiden lassen. Das sieht nach viel Arbeit aus und in Kanada diesselben 
Rücklichter zu finden ist kaum möglich. Adeline bemerkte bei der weiteren Fahrzeugkontrolle, dass der Werkzeugkoffer weg ist... "MEIN WERKZEUGKOFFER" Was für eine Riesensauerei! Das defekte Heck kann ich sicher mit etwas Aufwand reparieren. Aber auf diesem Kontinent denselben Werkzeugkoffer zu finden wird ein Problem. Ich brauche für Strieli "metrisches" Werkzeug und hier arbeiten sie vorwiegend mit "Inch". Die Miese diebische Ratte ging sicher in dieselbe Schule wie das andere Sackgesicht. Da ist nichts mit Vergebung! Dem wünsche ich einen Monster-Bandwurm im Arsch, der ihn von innen ganz langsam auffrisst.
Mittlerweile haben wir uns wieder etwas beruhigt und auch schon eine Lösung für die Reparatur am Heck gefunden. Die Lösung heisst "Kläri" und lebt in Grand-Saint-Esprit in der Provinz Quebec. Ich glaube, es ist eine Tante von Adeline, die vor vielen Jahren von der Schweiz nach Kanada auswanderte. Also machten wir uns auf dem schnellsten Weg von Halifax zu Kläri. Quer durch Novascotia, New Brunswick und dann Richtung Sankt-Lorenz-Strom. Die Strassen dorthin führten uns durch malerische Landschaften von Kanada und wir bekamen die ersten Eindrücke, was uns dieses riesige Land alles bieten wird. Herzlichen Dank Kläri, dass Du uns dein Zuhause für die Reparatur zur Verfügung gestellt hast. Das Kennenlernen deiner liebenswürdigen Familie war ein cooles Erlebnis, was wir sicher nicht vergessen werden.

1. Reparatur


Weiterfahrt...
Es konnte weiter gehen in Richtung Westküste, da liegen aber noch etliche Kilometer und faszinierende Landschaften vor uns, bis wir den Pazifischen Ozean sehen. Bei der Abfahrt von Grand-Saint-Esprit war das Wetter noch etwas kühl, aber die warme Jahreszeit sollte ja bald kommen. Wir freuten uns auf  die Natur, die jetzt,wo der Sommer in Kanada einzieht,
aufblüht und voller Leben ist. So führte uns der Weg zu den Kakabeka Falls, westlich von Thunder Bay und da konnten wir das warme Wetter und die tolle Landschaft geniessen... endlich!
Der Park mit Campground liegt in der Provinz Ontario und ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Die grosszügig angelegten Stellplätze für Camper liegen mitten in den Wäldern, jeder hat eine eigene Feuerstelle und Tische mit Bänken. Das Feuerholz darf man nicht aus dem Wald nehmen, aber die Parkaufsicht verkauft einem gerne ihre überteuerten Holzbündel direkt beim Eingang des Kakabeka Fall Park. Auf dem Weg zu diesem schönen Ort zeigte Kanada uns,
wie hier der der Winter aussieht. Ausgiebige Schneefälle begleiteten uns von Quebec bis Ontario. Natürlich mussten wir nicht die Eiseskälte die hier im tiefsten Winter herrscht ertragen. Unserem Fellknäuel Toby machen die kalten Temperaturen sogar noch Spass und er vergnügt sich auf dem noch halb zugefrorenen See. Je weiter wir nach Westen fahren, umso besser wird das Wetter. So kann es weiter gehen. Die Dieselpreise fallen wieder, alle Parks sind seit dem 15. Mai wieder geöffnet und bei Strieli läuft alles Bestens. Aber alles hat mal ein Ende, auch die Lebensdauer der Sicherheitsventile die den Druck beim Boiler regulieren. Das warme Wasser trieft unter dem Wohnmobil nur so raus und das ist nicht gut! Ohjeohje... mal schauen ob man das flicken kann?
2. Reparatur



Beim Ausbau der Sicherheitsventile, wo die Verschraubungen nach 37 Jahren kaum mehr zu lösen waren, demolierte ich auch noch die Wasserzuleitung zum Boiler. Das ist jetzt aber ein grösseres Problem. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie ich da geflucht habe. Dies musste jetzt wirklich nicht auch noch sein, so ein verfluchter Mist nochmal... Sche......seee.!
Also, ich möchte da nicht wirklich ins Detail gehen, aber mit dem Ausbau, Kleben und Einbau war ich eine ganze Zeit lang beschäftigt. Das ganze Spiel machte ich drei mal und es ist immer noch nicht dicht. Der einzige Epoxyharz der vielversprechend war und auch alles super abgedichtet hat, ertrug die Boilertemperatur nicht. Nun heisst es mit kaltem Wasser waschen und einen Spezialisten suchen der das ganze Zeug hartlöten kann, oder einen neuen Boiler organisieren. Ihr werdet es erfahren wenn wir eine Lösung gefunden haben.

Wir lassen unsere gute Laune nicht verderben!

Trotz den kleinen und grossen Problemen die uns auf unserer abenteuerlichen Reise begleiten, geniessen wir jeden Tag. Egal wo wir sind, es passiert immer etwas Aufregendes das wir erleben dürfen. Auch wenn was kaputt geht, bringt es doch auch immer wieder neue Bekanntschaften, und wenn es nur der Verkäufer im Canadian Tire ist. Alle sind hilfsbereit und überhäufen uns mit gutgemeinten Typs. Für jedes Problem gibt es eine Lösung und wie meine Schwiegermutter "Vreni" sagt: wäre die Reise ohne Probleme, wäre es kein Abenteuer. Recht hat sie...
Im Moment stehen wir am Lake Manitoba, schon fast in der Mitte von Kanada. Kurze Hosen sind jetzt angesagt, denn es wird endlich wärmer. Morgen geht es in Richtung Regina, eine Ortschaft die eine Truma (Boiler) Vertretung hat, die uns vielleicht weiterhelfen kann. Wenn irgendjemand einen guten Tip hat, lass es hören, denn ich bin für jede Hilfe dankbar.

So... ich glaube das war es für den Moment, es gäbe sicherlich noch mehr zu erzählen, aber irgendwann ist Schluss. Wir grüssen Euch alle, wo immer Ihr auch seid.
Adeline... Roland und natürlich Toby... Bis bald.

26 April, 2026

Langes warten auf Strieli

Strieli's Verschiffung

Wie im letzten Blog erwähnt, mussten wir Strieli am 8. April im Hafen von Liverpool abgeben. Mit den Frachtdokumenten fährt man erst einmal am Haupteingang zum Pförtner/Sicherheitsbeamter/Zöllner. Irgendein Mensch mit Leuchtgilet, grauem Bart und dickem Bauch, wollte das innere von Strieli in Augenschein nehmen. Er, der Dicke, stand nicht mal richtig im Türrahmen, warf einen hastigen Blick ins Innere und das wars. Mit seinem Liverpooler Slang (ein, not to understanding Nuscheln) gab er uns zu verstehen, dass wir zur nächsten Station fahren können. In einem Bürocontainer konnten wir dann unsere

Frachtpapiere abgeben.
"Jetzt kommt dann sicher die grosse Kontrolle. Da wird dann in jeden Schrank und jedes Kästchen geschaut, dass wir auch ja nichts Unrechtmässiges im Fahrzeug haben. Hoffentlich haben wir im Strieli nichts vergessen, das verboten ist."
Die Frachtpapiere wurden von der netten Hafentante genau überprüft und abgestempelt, und das einzige was sie uns fragte war: "Haben Sie irgendwelche Flüssigkeiten im Fahrzeug?" Bis auf den Diesel konnten wir das verneinen. "Und Gas?" "Haben wir auch nicht!" "Ok!" Nun dürfen wir auf einen grosses Parkfeld fahren, wo wir Strieli abgeben müssen. Ein liebenswürdiger Mann mit Leuchtjacke und Helm, wies uns ein. "Legt den Autoschlüssel einfach auf den Fahrersitz. Ich bringe Euch mit dem Auto zur Hafeneinfahrt zurück." Dachte schon, wir müssen den ganzen langen Weg durch das riesige Hafengelände zu Fuss zurücklaufen.
Nun standen wir vor dem Liverpooler Hafen, ohne Strieli. Ein sehr unangenehmes Gefühl schlich durch unsere Glieder!
Ganz in der Nähe
 (ein Fussmarsch von 2,5 Km, an einer lärmigen und viel befahrenen Strasse entlang) war die Autovermietung, wo wir ein Fahrzeug abholen und uns auf den Weg zu unserem AirBnB machen konnten nach Heswall. Ein wirklich schöner Ort an einem grossen, naturbelassenen Park am Meeresarm südlich von Liverpool. In der Zwischenzeit haben wir
erfahren, dass unser Schiff, die Atlantic Sun, einige Tage Verspätung haben wird. Es konnte in Antwerpen wegen eines Schweizer Schiffes, welches beim betanken leckte, (Nein, nicht an einem lauwarmen Bonbon, das ein Hafenarbeiter aus den tiefen seiner Hosentasche geholt hatte. Nein, Treibstoff lief aus.) nicht aus dem Hafen fahren, bis die Sauerei 
aus dem Wasser war. Also werden wir in Halifax wohl etwas länger auf die Ankunft von Strieli warten müssen. Da ist Geduld angesagt und durch die Verzögerung können wir uns in Kanada schon mal an die Leute und ihre Gebräuche gewöhnen.

Toby's Zollabfertigung

Nach einem ruhigen Flug von Liverpool nach Halifax, welcher 6 1/2 Stunden dauerte, sind wir in Kanada gestrandet. Was war das doch für eine Aufregung am Londoner Heathrow Flughafen, als wir Toby einchecken wollten. Das macht man am selben Ort wo die Koffer abgegeben werden, also beim Check-In. Die nette, zierliche Canada-Air-Lines-Check-In-Dame wollte natürlich alles genau wissen. Kann Toby sich in der Hundebox frei bewegen? Aufstehen und sich drehen? Hat er das richtige Wasserversorgungsgefäss (Fressnapf) in der Box? Sie war sich nicht wirklich sicher, ob alles Ok war und kontaktierte über ein Funkgerät einen Kollegen, der wohl mehr Erfahrung besass. Es kam ein ca. 45-jähriger Typ zu uns und wir durften noch mal dieselben Fragen beantworten, wie schon zuvor.

Doch jetzt musste Toby aus seiner sicheren Box raus, damit sie sich ein Bild von, was auch immer, machen konnten. So... und das war nur der Anfang des Prozederes! Mittlerweile stehen vier Canada-Air-Line Beamte um uns herum und fachsimpeln über Toby und seine Hundebox. Als erstes bemängelte der 45-jährige Typ, in seiner schönen Air-Canada-Uniform, dass die seitlichen Vergitterungen nur senkrechte und keine horizontalen Stahlstreben haben. Diese Öffnungen sind ca. 6 cm hoch und 30 cm breit. "Da kann Toby nicht rausspringen, wenn er es auch wollte. 
Die lassen uns nie und nimmer mit Toby in den Flieger!"
Mittlerweile sind 45 Minuten vergangen und wir sind noch keinen Schritt weiter. Eine weitere Person wird herbeigerufen um alles noch mal zu kontrollieren. Es ist eine 30-jährige Frau, die zuerst mal über Google nachschaut ob alles korrekt ist und den internationalen Vorschriften entspricht. Schlussendlich wurden die seitlichen Gitterstäbe noch mit Kabelbindern gesichert, so dass Toby (der in der Zwischenzeit mal seine Blase am Check-In-Schalter entleert hatte) sicher nicht abhauen kann. "Geschafft! Sie lassen uns mit Toby nach Kanada fliegen."
Aber zu früh gefreut. Jetzt kam auch noch der Zoll mit allen Kontrollen und Tests. Adeline musste nach dem Bodyscan und der Gepäckkontrolle mit zwei Beamten in einen separaten Raum um Toby auf Drogen zu untersuchen. Naja mit seinen langen Haaren sieht er schon ein bisschen wie ein Kiffer aus... Leider konnte ich nicht mit dabei sein, denn ich wurde auch gründlich auf verbotene Substanzen getestet, obwohl ich seriös aussehe und kurze Haare habe. Nach all diesen komplizierten Hürden mussten wir uns von unserem Fellknäuel trennen und er wurde von zwei Beamten abgeführt, direkt in den Animal Frachtraum, wo er gut betreut wurde. Kaum in Kanada angekommen, noch bevor das Gepäck auf das Förderband kam, wurde uns Toby in gutem Zustand wieder übergeben... ein toller Hund!

Hallo Kanada

In diesem AirBnB wohnen wir bis Strieli endlich in Halifax ankommen wird und wir ihn im Hafen abholen können. Die erste Nacht in Kanada verbrachten wir im Airport Hotel Halifax, keine 10 Min. vom Flughafen entfernt. Es ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber wir drei konnten uns nach den vergangenen Strapazen ausruhen und ganz langsam in unserer neuen Welt ankommen. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zu Tammy, die Vermieterin des AirBnB's das in Fall River an der Fall River Road am Kinsac Lake liegt. Der erste Eindruck als wir die Auffahrt zum Haus fuhren, war echt etwas verstörend. Grosse, durchsichtige Müllsäcke, gefüllt mit leeren Petflaschen und Bierdosen lagen auf dem Parkplatz, daneben eine alte Matratze, defekte Klimageräte und einiges mehr. Eigentlich wollten wir sofort wieder wenden um etwas anderes zu organisieren. So sah es auf den Fotos von AirBnB nicht aus! Ein Mann trat aus dem Haus, er war sehr dürr und ca. 60 Jahre alt, oder auch älter. Oder war es eine Mumie die uns da angesprochen hat? Graue, lange Haare bedeckten sein schmales, runzliges Gesicht. Ein "Hello" hauchte es aus seinem schmalen Mund und ein leichter Hanfgeruch drang zu uns durch. "Ohje ohje... du heiliger Bimbam, wo sind wir da auch nur gelandet...?" Mit Widerwillen folgten wir der dürren Gestalt in den unteren Bereich des Hauses, wo sich unsere Wohnung befindet. Jedoch ist unser momentanes Zuhause
ganz in Ordnung, wenn man keine zu grossen Anforderungen stellt. In der Zwischenzeit und bis es soweit ist, dass wir unseren Strieli endlich abholen können, unternehmen wir Ausflüge in der Umgebung. "Peggy's Cove" im Süden von Halifax ist ein Besuch wert, eigentlich nur ein Leuchtturm an einer steinigen Küste. Obwohl das Wetter immer noch winterlich ist und stets ein kalter Wind über Nova Scotia bläst, sind wir fasziniert von der rauen Schönheit die uns geboten wird. Peggy's Cove hat aber auch eine traurige Geschichte zu erzählen. Am 2.9.1998 fanden die Ferienträume von 229 Menschen ein jähes Ende, Swissair 111 erreichte den Flughafen Halifax nicht mehr, ob wohl er so nahe war, "traurig".
Ich glaube ich muss langsam Schluss machen, dieser Bericht ist jetzt schon viel zu lang und ich möchte Euch wirklich nicht langweilen. Drei, vier Sätze will ich doch noch schreiben!
Mittlerweile ist es Samstagabend, der 25. April und eigentlich sollten wir gestern unser Wohnmobil im Hafen von Halifax abholen. Jedoch wie gesagt, das Schiff hatte Verspätung. So besuchten wir noch das Steele & Wheels Museum um unsere Wartezeit zu überbrücken.
In der Zwischenzeit bekamen wir eine Email des Spediteurs, dass das Schiff nun endlich im Zielhafen angekommen ist und wir Strieli am Montagmorgen, den 27. April abholen können. Vor lauter Freude jauchzte mein Po in voller Lautstärke ein Halleluja beim pupsen. Was für eine Freude, die endlose Warterei hat ein Ende. Der Weg zum Wohnmobil führt über den Spediteur, dann mit dessen Unterlagen zum Zoll, und dann mit deren Papieren zum Hafen, und dann bekommen wir unser Home of Wheels nach gut 3 Wochen zurück. So... und dann beginnt eine neue Etappe auf unserer Reise.

Ok... Jetzt bin ich aber fertig mit diesem Blog. Obwohl, ich könnte noch einiges mehr schreiben, aber irgendwann ist Schluss.

Hey Leute, wir grüssen Euch von ganzem Herzen und denken oft an Euch.

P.S. Wenn ihr mögt, verfolgt unsere Reiseroute auch auf der Weltkarte: Adeline und Roland Weidmann (strielis) | Polarsteps













05 April, 2026

Endspurt

Briten - Schotten - Highlander

Vor Tausenden von Jahren machten sich Menschen von Afrika aus auf, ihre Umgebung zu erkunden und nach enormen Strapazen und langen Fussmärschen landeten einige sogar in England. Ich denke, als diese Leute hier angekommen sind, dachten sie mit Wehmut an die warmen Tage und milden Nächte in Afrika zurück. Doch der Weg zurück war einfach zu lang und so blieben sie hier, auf diesem windigen, kühlen und meist regnerischen Stück Erde. Mittlerweile haben sie sich an das raue Klima, das hier herrscht gewöhnt. Denn wir sehen sie bei kühlen 5° mit kurzen Hosen und T-Shirt spazieren und joggen, und ihre bleichen Beine sind durch die Kälte zündrot. Eines ist sicher bei diesem Volk, sie sind hart im Nehmen, aber auch genau so hilfsbereit und freundlich.
Ok... es ist ein faszinierendes Land und wir sind begeistert von der Vielfalt. Trotzdem... es dürfte schon ein bisschen wärmer sein und vielleicht etwas weniger windig und etwas weniger Regen wäre auch nicht schlecht.
Im Moment stehen wir auf dem Penisar Mynydd Caravan Park, 35 Meilen südlich von Liverpool und bereiten unser Wohnmobil auf die Überfahrt nach Kanada vor. Keine Lebensmittel, keinerlei Flüssigkeiten, Gewürze sind auch nicht erlaubt und auch keine Akku's dürfen im Fahrzeug sein (ausgenommen Bordbatterien). Gasflaschen dürfen auch nicht mit an Bord, ausser es sind fest verbaute Gastanks die vor dem Verladen ausgespült werden. Also es gibt allerhand zu tun bevor wir Strieli im Hafen von Liverpool abgeben können.

Steinschlag in den Highlands
Der Strassenbelag im Norden der Highlands ist genau so rau wie das Wetter, das wir erleben und gemütliches fahren ist sicher von Vorteil. Entgegenkommende Lorries (britisch Englisches Wort für LKW) und jede Menge Schlaglöcher, zwingen einem geradezu langsam und vorsichtig zu fahren. Wir möchten jegliche Schäden an unserem Strieli vermeiden. Bis anhin hatten wir ja auch Glück was Unfälle betrifft. Naja, nur einer der rückwärts in unser Heck gefahren ist. Aber mit der massiven Anhängerkupplung, die uns die Carrosserie Hänni vor gut 20 Jahren montiert hat, trug der Verursacher des Aufpralls den grössten Schaden davon. Das war aber noch in Italien und der kleine verdutzte Italiener war froh, dass er keinen Schaden an Strieli hinterliess.
Wir wussten, dass irgendwann mal was passieren kann...
Ein lauter Knall holte uns aus den Träumen von Rob Roy und Robin Hood. Der Knall ging uns durch alle Knochen und lies uns erschauern. Was zum Teufel war das? Und noch ein Zzzzschwupps, und wir sahen das Desaster. Ein Stein... ein grosser Stein... ja ich möchte sogar sagen: ein gewaltiger Stein, schlug rücksichtslos in Strielis Frontscheibe... Auuuuutsch...! Und der Riss wurde immer grösser.
Das ist jetzt aber gar nicht gut, echt jetzt, das muss wirklich nicht sein! So kurz vor dem Verschiffen nach Kanada können wir das jetzt wirklich nicht gebrauchen. Scheibenersatz muss da schnellstens her.
Was sind wir doch für Glückspilze, nach zwei Versuchen, eine Werkstatt zu finden wurden wir bei der Dritten fündig und wurden kurzfristig bedient.
Es ist Samstag 16:29 Uhr und ich lege mal eine Schreibpause ein, Morgen ist auch noch Zeit um weiter zu machen. Wir stehen immer noch auf dem Campingplatz Penisar Mynyddn und das Wetter spielt völlig verrückt. Regen, Sonne und Wind wechseln sich gegenseitig ab. Der Himmel verdunkelt sich immer mehr und im Westen leuchtet ein heimtückisches Abendrot als Warnzeichen für den kommenden Sturm. Rund um uns bauen Briten hastig ihre Zelte auf. Was bei dem starken Wind, der mittlerweile herrscht, nur mit vereinten Kräften gelingt. Wir helfen ein verwehtes, aufblasbares Chalet, welches unser Platznachbar aufstellen will, von der 10 Meter entfernten Hecke zurück auf seinen Platz zu bringen. In dieser Nacht fegte der Wind mit 48 Km/h über den Platz und so manches Zelt verkraftete die heftigen Windböen nicht wirklich. Geduldig warteten wir auf das Nachlassen des Sturmes. Um 23:15 Uhr war es endlich so ruhig, dass wir uns ins Bett legen konnten.
Ok... es ist jetzt Ostersonntag, wir haben den Rest der Nacht gut überstanden und sind bereit zum Eier suchen und ich an meinem Text weiter zu machen.

Windscreen/ Windschutzscheibe... 
da bin ich gestern eigentlich stehen geblieben mit meinem Text...
Habe ja geschrieben, dass die dritte Werkstatt uns kurzfristig helfen konnte. Dies war aber erst nach gut einer Woche seit dem Einschlag. In Glasgow starteten wir den ersten Versuch bei einer Werkstatt mit dem vielversprechenden Namen Onlyfiat. Nach zwei Tagen Wartezeit wurde uns 
mitgeteilt: nicht lieferbar. Das war jetzt doch etwas ungünstig, denn in Kanada werden wir wohl eher kein solches Exemplar bekommen und es geht keine zwei Wochen mehr bis Strieli abgegeben werden muss. Bei der nächsten Firma hätten sie schon können, aber erst am 28.April, Terminkalender zu voll! Ok... weiter suchen, und siehe da, Wunder brauchen immer etwas länger, können wir nach einem Anruf bei einem Spezialisten in Carlisle antraben. Wir stehen immer noch in Glasgow und jetzt heisst es, Gas geben nach Carlisle, Denn das liegt 97 Miles von Glasgow entfernt. Es war schon Freitagmittag, und so rasten wir zu Van Glass an der 1 Blackdyke Rd in Carisle. Mann, waren das coole Boys! Keine halbe Stunde und die war Scheibe bestellt, und wir bekamen einen Termin auf den nächsten Dienstag, 12:00 Uhr. Es verging an diesem Tag keine halbe Stunde und das neue Teil war drin.
(Die Bilder oben rechts zeigen ein Schiffshebewerk in Falkirk mit Stellplatz für Wohnmobile, das wir besuchten und am Morgen im Falkirk Wheel Restaurant ein deftiges, schottisches Brechfest genossen.Es besteht aus: 
Spiegeleiern
Speck (Bacon)
Würstchen (Sausages)
Blutwurst (Black Pudding)
Haggis (gefüllter Schafsmagen)
Kartoffelpuffer (Tattie Scones)
gebackenen Bohnen                          
gebratene Pilze
gebratene Tomaten
serviert mit Toast
und dazu einen Kaffee, der genau so dünn ist wie ein Early Grey.)
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So, das war es in etwa was ich Euch mitteilen wollte. Na ja eben, wir sind im Endspurt für das nächste Abenteuer. Am 8. April bringen wir Strieli in den Hafen von Liverpool und am 13. April gibt es noch einen Termin beim Tierarzt für Toby und am 15. April fliegen wir von London nach Halifax, Kanada. Ihr werdet wohl erst wieder aus Kanada von uns hören, aber es werden sicher ereignisreiche Zeiten dazwischen liegen über die ich Euch  schreiben kann. Wir sind unendlich dankbar für das Glück, das wir erleben dürfen und es freut uns, es mit Euch allen zu teilen.                          


  


20 März, 2026

Nichts besonderes

Schwupps und schon wieder sind wir ausserhalb von Europa...                       Hier trägt man am am 17. März grüne Unterwäsche oder auch andere Kleidungsstücke, Hauptsache sie sind in einem satten Grün. Der St. Patrick's Day wird auf der ganzen Welt von irisch stämmigen Menschen gefeiert. Es gibt Ortschaften mit den Namen Bosten, Lincoln, Bedford (auch eine Automarke) und natürlich London. Nun, wie Ihr gemerkt habt sind wir im Vereinigten Königreich. Toby, unser treuer Hund ist der Grund wieso es so
schnell nach England ging. Der in der Schweiz gemachte Gesundheitsnachweis, so mit allen möglichen Impfungen, Entwurmung und all dem Zeug, ist nur fünf Tage gültig. Na ja, jetzt sind wir hier und geniessen das britische Wetter. Warm anziehen wird empfohlen. Die raue, englische Freundlichkeit der Leute erwärmt einem zumindest das Gemüt. Der Linksverkehr ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber es ist nach einer kurzen Zeit relativ einfach. Im Kreisverkehr muss man einfach nach rechts schauen und links in den Kreisel fahren. Bei nicht einhalten der richtigen Fahrspur machen die Briten dich mit Gehorne und Geblinke schon darauf aufmerksam, dass du "Europäer" auf der falschen Seite fährst. 
In den kleinen Dörfern und auf dem Land sind die Strassen wirklich sehr eng und mit dem Lenkrad auf der linken Seite gibt es schon brenzlige Situationen. Aber wie gesagt, es ist reine Gewöhnungssache. Und wenn die Briten das können, können wir das natürlich auch! Von Calais (F) ging es durch den Eurotunnel (Le Shuttle) unter dem Ärmelkanal durch nach Folkestone. Bei dieser Überfahrt, sorry nicht Überfahrt, es geht ja unten durch, konnten wir mit Toby im Wohnmobil bleiben und nach 35 Minuten Fahrt kamen wir auch schon in England an. Bei der Unterfahrt (nicht Überfahrt) genoss ich schon mal den ersten Malt Whisky, so zum eingewöhnen.
Der kürzeste Weg von der Schweiz nach Calais führte uns über Deutschland, Frankreich, Belgien und wieder nach Frankreich. Leider hatten wir nicht die Zeit, um uns länger in diesen Ländern aufzuhalten. Stopps machten wir lediglich zum Tanken oder Einkaufen und natürlich für Übernachtungen. Es war eher eine unspektakuläre Fahrt von der Schweiz nach England und ich kann leider über keine grossen Ereignisse schreiben. Na ja, das einzige kleine Desaster das uns widerfahren ist...: das Turborohr des Motors hat sich gelöst... nichts besonderes. Der Motor dröhnt einfach etwas lauter und die Leistung lässt nach. Ein kurzer Boxenstopp und das Problemchen war behoben. Eben wie gesagt, keine besonderen Ereignisse. Ich hoffe, es wird für Euch nicht zu langweilig und in solchen Zeiten ist es schwer, Euch irgend eine interessante Geschichte zu schreiben. 
Bei dem nasskalten Wetter das teilweise in England herrscht, geniessen wir geschmolzenen Käse mit Kartoffeln (Raclette) und denken an unseren letzten Abschied in Maschwanden zurück. Es war schön, unsere Freunde noch einmal zu treffen bevor unsere Reise in ein neues Abenteuer steuert. Einige fragen sich vielleicht, wie man in dieser Jahreszeit nach England gehen kann? Berechtigte Frage. Wir müssen! Am 8.April wird Strieli in Liverpool auf ein RoRo- Schiff gebracht mit dem Ziel: Halifax (CA). Meine Fresse, ist das geil! Ein ganzer Kontinent den wir bereisen können. Von Kanada bis Mexiko und noch weiter. Die Party im Wolserholz mit unseren liebgewonnen Mitmenschen war einfach nur schön, und wir möchten uns bei Euch allen für euer erscheinen und die Geschenke bedanken... Es machte unsere Abreise nicht unbedingt leichter... so wegen den Gefühlen und so. Vielleicht gibt es noch einige Anekd(t)oten (hat nichts mit Verstorbenen zu tun) über unseren Aufenthalt in England. Wer weiss schon, was noch alles passiert. Der Transfer nach Kanada wird aber sicher eine Geschichte wert sein. Im Moment stehen wir am Fontburn Reservoir, ein Stausee 27 Meilen nördlich von Newcastle. Hier bleiben wir sicher für zwei Tage und Adeline bemüht sich in dieser Zeit um einen 
Tierarzt, der Toby für den Flug mit der Canada Air dokumentenmässig ausstattet. Für eine bessere Halterung des Reserverades, das sich im Motorraum befindet und stetig auf das Turborohr drückte, kümmere ich mich. Die Sandblechhalterungen am Heck mussten auch noch verstärkt werden. Es scheint so, dass uns der ganze Aufwand mit all seinen verbundenen Arbeiten, immer noch grossen Spass macht.
Nach der ganzen Arbeit unternehmen wir einen Spaziergang um den schönen See, das tut Toby sicher auch gut, genau so wie uns. In den letzten Wochen sind wir doch hauptsächlich damit beschäftigt gewesen, Strecke zu machen um nach England zu kommen. Naja, Reisen ist ab und an doch etwas anstrengend, da kommt uns ein erholsamer Spaziergang gerade gelegen. Leider haben wir uns in der Zeit etwas verschätzt, so dass wir gut und gern 2 - 2,1/2 Stunden durch unwegsame Natur stapften bis wir endlich wieder bei unserem Wohnmobil ankamen. Für Toby war es natürlich der doppelte Weg, denn er muss natürlich immer weit voraus springen und dann wieder zu uns zurück und wieder weit voraus...etc...etc... In dieser Nacht hat er gut geschlafen, genau so wie wir, nach einem so ausgefüllten Arbeitstag.
Mittlerweile sind wir in Schottland angekommen und ganz besonders ich freue mich auf diese Gegend!
Malt Whisky wird hier in höchster Qualität produziert und ich fühle mich wie im Himmel. Hier wollen wir noch etwas verweilen und dem coolen schottischen Slang lauschen, den River Spey entlangfahren und einige Destillerien besuchen. Danach müssen wir nach Liverpool um Strieli für die grosse Überfahrt vorzubereiten und alles was noch dazu gehört.

Noch einige Bilder von den Letzten Tagen....


Es waren wohl nicht die spektakulärsten Wochen auf unserer Reise. Ich hoffe trotzdem eine einigermassen lesbare Geschichte geschildert zu haben.
Bis bald und immer schön Brav sein.  

25 Februar, 2026

Monotonie im Regen



In Cannobio scheint die Sonne endlich wieder und wir können die warmen Tage geniessen. Die letzten Tage in Marocco, sowie der Aufenthalt in Spanien und Frankreich waren vorwiegend verregnet, windig und kühl. Die Flucht vor dem schlechten Wetter gelang uns nicht wirklich, denn die Schlechtwetterfront im Südwesten von Europa liess uns keine grosse Fluchtmöglichkeit. Zum Glück trafen uns die Stürme und Überflutungen nicht direkt, also kamen wir mit dem schlechten Wetter noch mit einem blauen Auge davon. Es gibt eigentlich nicht viel Verrücktes von den letzten vier Wochen zu erzählen, sonst hätte ich mich sicher schon früher bei Euch gemeldet. Natürlich war diese Zeit keineswegs langweilig. So wurden wir von Miriam und Martin zum Abendessen und Frühstück eingeladen. Ein liebenswertes Paar, das wir irgendwoichweissnichtmehrwo kennen lernten. In Gruissan (Frankreich) konnten wir ihre Gastfreundschaft geniessen und pflegten mal wieder sozialen Kontakt mit der Spezies Mensch. Tiefgründige Gespräche sind auf unserer Reise ein rares Gut und wir schätzen es sehr wenn wir Leute treffen, mit denen wir kohärieren dürfen/können. Natürlich kommunizieren wir untereinander, also Adeline und ich. Aber da wird bei einem interessanten Gespräch plötzlich flatuliert oder eruktiert, dann ist es fast nicht mehr möglich ein vernünftiges Gespräch zu führen.
(Naja... wie sagte schon Shrek zu Fiona:... was raus muss... muss raus...)
Themenwechsel...
LiFePo4 Batterien; die neueste Generation ist jetzt in unserem Strieli verbaut. Eine Investition die sich lohnen soll, denn mit zweimal 150-Watt sollte unsere Stromversorgung gesichert sein und auf dem Dach sind zwei 330-Watt Solarpanelen für das stetige laden der Batterien zuständig, natürlich bei Sonnenschein. Nach der Installation des neuen Solarreglers funktionierte der Kühlschrank irgendwie nicht mehr, und als das Kühlschrankproblem gelöst war, streikte die Toilettenspülung. Aber mit meinem phänomenalen lösungsorientierten Verstand wurde auch dieses Problemchen in kürzester Zeit gelöst. Aber natürlich ging das ganze am Anfang nur mit dem dazugehörenden Gezetere und Fluchen. Hat wohl genützt, alles läuft wieder wie es muss.
Naja was gibt es denn sonst noch... Diano Marina, ein italienisches Küstenstädtchen im Norden am Mittelmeer. 
Man glaubt es kaum, Karneval mit einem Umzug durch das Städtchen Diano Marina. Da Adeline, eine aus der Innerschweiz fanatische Fasnächtlerin ist, durften wir das Ereignis natürlich nicht verpassen. Sie hüpfte im Rhytmus, die ganze Zeit zu der viel zu lauten Musik, stundenlang auf der Strasse umher wie ein Teenager der zuviel Redbull gesoffen hat.
Es hat sie, so schien es, glücklich gemacht und das ist ja das Ziel jedes Mannes... seine Frau glücklich und zufrieden zu sehen (Happy Wife, Happy Life). 
Eine aus Brasilien eingeflogene Karnevalgruppe mit leicht bekleideten Frauen, die mit einigen wenigen Federn dekoriert waren, erfreuten natürlich auch mein Gemüt. Wie gesagt, es ist immer noch schlechtes Wetter, wir sind warm angezogen damit wir nicht frieren, aber bei den Sambatänzerinnen wurde mir ganz warm...😂😝.
Neben den schönen Erlebnissen gibt es natürlich auch immer wieder kleine Desaster bezüglich unseres alten Wohnmobils. Ich möchte nochmal erwähnen, dass Strieli dieses Jahr siebenunddreissig Lenze auf dem Buckel hat und mit uns extreme Hürden überwinden muss. Das hinterlässt natürlich seine Spuren, genau wie deine zu lange getragenen Unterhosen. Ok. zum Thema... die Markise hat einen Service nötig! Alles ist ein wenig ausgeleiert und beim einkurbeln braucht sie, die Markise, unsere Unterstützung, damit sie wieder in ihre Verankerungen gleitet. Ersatzteile für den Storen sind schwer zu finden und einen neuen kommt mir nicht ans Wohnmobil. Weil das einfach nicht zum Erscheinungsbild von Strieli passt. Lösungsorientiertes Denken ist gefragt, das fördert die Hirnzellen und ist billiger als die Markise einfach zu ersetzen.  

Jetzt sind es noch drei / vier Tage bis es in die Schweiz geht, einige wichtige Sachen erledigen. Solange geniessen wir drei die schönen Tage in Cannobio, am Sonntag war Markt an der Seepromenade bei schönstem Wetter. Alte Leute reden immer über's Wetter oder über ihre Gebrechen... da mir im Moment nichts weh tut, wird halt über's Wetter geschrieben... Haahaa... kleine Fluckserei von mir.
Beim Fluss, gleich hinter dem Camping Village del Sole auf dem wir stehen, kann Toby sich endlich wieder mal austoben. So mit Frisbee fangen, Katzen jagen und ein wenig plantschen.
Am Lago Maggiore, in der Birreria all'aperto gönnen wir uns einen Aperitivo und beobachten das Treiben der Leute am Quai in diesem schönen Städtchen.
Wir sind echt froh, dass die Sonne wieder mehrere Tage hintereinander scheint und kein Regen mehr fällt. So spielt sich der Tag für uns wieder draussen ab, denn auf den wenigen Quadratmetern im Wohnmobil kann es schon vorkommen, dass man sich gegenseitig auf den Sack geht. Die lange Miesewetterperiode haben wir, trotz einigen Zickereien, recht gut übestanden und es gab keine Ehekrise.



Ich möchte Euch mit meinem Geschreibsel nun nicht länger langweilen, daher hänge ich unten einfach noch einige Fotos an und dann ist vorerst mal Schluss mit belanglosen Infos... bis in 3 - 4 Wochen wieder etwas neues von unserem Abenteuer auf strielis.blogspot.com steht.









Strieli putzen....
Kühlschrank verkabeln....
Kühlergrill gespritzt....










































Solarregler einbauen....
Hockeymatch schauen....
Pony füttern....










































Schlechtwetter geniessen....


Bis bald und ganz liebe Grüsse von uns drei
Adeline, Toby, Roland

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25 Januar, 2026

Korrupte Bull.. / Polizei

 

Schon im vorletzten Blog erwähnte ich etwas von Claudia und Oli. Ein deutsches Paar das wir zuerst in Tantan, ganz im Süden Marokkos und dann nochmals bei der unterirdischen Stadt getroffen hatten. Die zwei sind begeisterte Globetrotter, und wie es der Name Globetrotter schon sagt, sie bereisen die Welt wie es ihnen gefällt. Erfahren und weltoffen wie Oli und Claudia sind, bekamen wir schon beim ersten Kontakt eine freundliche Begrüssung und eine Menge wertvoller Ratschläge. Denn die beiden waren schon dort wo wir mitte April hin wollen, wohin sage ich noch nicht. Nur soviel, es ist weit-weit weg und Toby darf mit uns Flieger fliegen (der kackt sich vor Freude jetzt schon in die Hose). Es ist ein Ort mit enorm vielen Bäumen und es werden zwei Sprachen gesprochen. Naja wenn wir dort sind und alles gut gelaufen ist, werdet ihr es schon noch erfahren. Also Adeline und ich, wir machen uns auch fast in die Hosen vor Freude.
Mittlerweile haben wir das Land der Berber, Araber, Gnawa und Haratin verlassen. Nach zwei Wochen ununterbrochenem Regen und korrupten Beamten zieht es uns wieder nach Europa. Was freue ich mich auf Spiegeleier und Speck zum Frühstück, was ich in Marokko ja nicht wirklich bekomme.
(Speck: ein Erzeugnis aus Schwein und daher in Marokko nicht erhältlich, sowie natürlich auch Schweinskotteleten und alle anderen schweinischen Erzeugnisse).
Also mieses Wetter und korrupte Bullen vermiesten uns den weiteren Aufenthalt in diesem doch schönen Land. Jetzt wo wir wieder in Europa sind, kann ich ja über die abzockenden Polizisten von Marokko schreiben... die Schweine die.
Ok, nicht alle Beamten sind korrupt! Viermal wurde ich aus dem Verkehr gezogen wegen geringfügigen Vergehen. Ich halte mich ja immer an die Verkehrsregeln. Die erste Strafe erhielt ich für eine Geschwindigkeitsübertretung von 4 km/h, das macht dann 150 Dirham (14.90 Fr.). Strassenschilder wie etwa Geschwindigkeitstafeln sind meist schwer zu sehen, wenn sie dann überhaupt vorhanden sind. Die zweite Begegnung mit den freundlichen Beamten kostete wieder 14.90 Fr., diesmal für 9 km/h zu schnell. Bis jetzt war alles korrekt abgelaufen, so mit Ausweis zeigen und mit Quittung für die bezahlte Busse. Die dritte und vierte Begegnung mit den Typen verlief allerdings etwas anders.
Ein freundlich scheinender Beamter von der Gendarmerie Royal, in seiner unverkennbaren Uniform (weisse Lederjacke und bis auf die Zähne bewaffnet) forderte uns mit einem eindeutigen Handzeichen auf, am Strassenrand anzuhalten. Keine Ahnung wieso wir schon wieder angehalten werden? Wird wohl wieder 14.90 Fr. kosten für eine Geschwindigkeitsübertretung. Dieses mal gab es keine Angaben zu der überschrittenen Geschwindigkeit und es gab auch keine Quitung für die bezahlten 200 Dirham (ca. 19.80 Fr.) Ich wurde einfach aufgefordert, mal kurz hinter das Fahrzeug zu kommen, und der Typ nuschelte mir mit Flüsterstimme 200 Dirham ins Ohr. Also, bezahlen und weiter nicht ärgern. Doch der nächste korrupte Bulle liess nicht lange auf sich warten. Dieses Mal ist der Preis für ein überrollen der STOPLINIE auf einer wenig befahrenen Strasse 400 Dirham wert. Meine Fresse... jetzt habe ich die Schnauze aber gestrichen voll! Die miese Sau konnte plötzlich kein Englich und kein Französisch mehr. Ich wurde wieder hinter unser Fahrzeug gebeten und da wurde mir der Preis schon wieder ins Ohr genuschelt. Also, bezahlen und Schwamm drüber. Nein, nichts Schwamm drüber...!
Vierzehn Tage mieses Wetter und zweimal abgezockt reicht uns allemal! Wir verabschieden uns von Marokko.
Natürlich war die Reise nach Marokko ein tolles Erlebnis und wir möchten keinen Moment missen. Alle die Bekanntschaften mit den Menschen, Einheimische wie Touristen werden uns in Erinnerung bleiben und mit Freude an sie zurückdenken. Dodo, Franz, Dirk und seine Sippschaft, Jo & Dee, Claudia & Oli, die Kanadier auf dem Nichtraucher Campingplatz, der liebenswerte Tuareg von den blauen Bergen, der Kleinladenbesitzer aus Zagora der uns alles zum Wohnmobil trug, und viele mehr deren Namen ich nicht mehr weiss. Ja, Marokko ist schon eine Reise wert.

L'Hospitalet de I'Infant, heisst die Ortschaft in der Strieli seinen bitternötigen Service bekommt. Bei Thomas, einem deutschen Auswanderer der seit dreissig Jahren in Spanien lebt und eine Werkstatt führt, konnten wir Strieli, unser Wohnmobil mit gutem Gewissen für die benötigten Anliegen abgeben. Diesel-, Luft- und Oelfilter wurden ersetzt. Hinten und vorne neue Bremsen und alle Flüssigkeiten erneuert und schon wieder - neue Reifen. Dieses Mal gab es keine Ganzjahresreifen, sondern Winterreifen. Denn da wo wir im April hin wollen könnte es noch Schnee haben. Wenn ihr mal hier in der Nähe seid und mit dem Fahrzeug etwas nicht in Ordnung ist, empfehle ich:

Deutsche Werkstatt, 
Neumaticos, Mecanica en General Thomas

In der Zeit wo Strieli in der Rehabilitation ist, geniessen wir den Komfort eines Mobilhomes auf dem Campingplatz Cala d'Oquest. Toby ist natürlich überhaupt nicht begeistert von der Situation, sein geliebtes Plätzchen im Strieli unter dem Tisch gegen ein völlig neues Zuhause in einer fremden Hütte einzutauschen. Für uns war es mal wieder ein wenig Luxus, so mit Dusche in den eigenen vier Wänden. Doch der Zustand der Matratze im Schlafzimmer hatte nicht mehr viel mit Luxus zu tun und wir waren froh, wieder in unserem eigenen Bett zu schlafen. Nun haben wir unseren Strieli wieder zurück und alle Arbeiten wurden zu unserer Zufriedenheit erledigt. So kann unsere Reise mit einem sicheren Gefühl weitergehen. Viele Leute denken vielleicht, dass unser Trip nur Ferien bedeutet, die muss ich leider enttäuschen.
Es gibt immer wieder viel zu organisieren. Es geht nicht nur um den täglichen Ablauf wie Einkaufen oder Übernachtungen. Im Moment ist es so, dass eine der zwei Bordbatterien nach 7 Jahren den Geist aufgegeben hat und somit den Konverter, der 230 Volt für die Kaffeemaschine liefert, nicht mehr mit genügend Strom versorgt wird. Die Suche nach einem geeigneten Geschäft, das nicht gerade inmitten einer Grossstadt ist und auch noch einen geeigneten Parkplatz für Strieli anbietet, muss gefunden werden. In Girona bin ich fündig geworden und am Montagmorgen fahren wir dorthin, mal schauen ob die eine passende Batterie haben.
Ansonsten muss weiter gesucht werden, oder der Kaffeekonsum wird eingestellt... Diese Option wird nur im äussersten Notfall  in Betracht gezogen, denn es geht nichts über einen Kaffee am Morgen, den ich per Knopfdruck produzieren kann. Für Euch vielleicht belanglos, für mich eine entscheidende Notwendigkeit um gut in den Tag zu starten.
Ach ja... in Spanien angekommen, war noch ein Termin bei Max und Jolanda zu organisieren. Wir hatten die zwei in der Westernstadt Mini Hollywood Oasys durch Roberto kennengelernt. Drei liebenswürdige Westernliebhaber, mit denen wir einen tollen Tag verbrachten im Nov. Unsere Drohne (das kleine Ding, das fliegt und Bilder oder Filme machen kann) die in Marrokko VERBOTEN ist, durften wir bei ihnen in Moreira deponieren, bis wir wieder aus dem Land der korrupten... na ja, ihr wisst schon... zurück sind.
Noch etwas zum schlechten Wetter das uns nun schon gut zwei/drei Wochen begleitet. Es ist echt anstrengend und wir zwei müssen aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig auf die Nerven gehen. Den bei dem ewigen Regen, sitzen wir so gut wie 24 Stunden im Wohnmobil und jeder muss den anderen in dieser Zeit ertragen. Im Grossen und Ganzen geht das auch, aber manchmal möchte das Eine oder Andere auch mal alleine sein und nicht immer die tollen Witze oder Launen des Anderen ertragen. Irgendwann wird das Wetter wohl auch wieder besser, und wenn die Sonne scheint sind alle Strapazen mit dem gegenüber vergessen. Für uns ist es einigermassen leicht wenn wir auf so engem Raum zusammen sind, denn wir lieben uns über alles!👿😍

Ein heftiger Sturm (Zyklon) wütet über dem Norden des Mittelmeer's mit heftigen Regenfällen und starken Windböen. Einen Teil bekommen wir hier auch zu spüren, doch zeitweise reisst es die Wolkendecke auf und die Küste Spaniens zeigt sich für einen kurzen Moment von seiner freundlichen Seite. Uns zieht es jetzt nach Norden und wir werden Anfang April in Liverpool landen, für wichtige Termine die noch geheim gehalten werden. Nein, nein, wir werden keine Schallplatte mit den Beatels aufnehmen ;-), wir haben ganz andere Pläne.
Ihr werdet auf alle Fälle auf dem Laufenden gehalten! Ich freue mich, Euch von unseren Spinnereien wieder zu berichten.

In ca. drei Wochen werdet ihr wieder Neues von unserem Trip erfahren und bis dahin werde ich Strieli sicher noch einige Male gewaschen haben.


Das gute und zuverlassige Gefährt hat das wirklich verdient!


Westwärts

⛄Kalt erwischt⛄ Toby's Frust Es war der 16. Mai, als wir in Fort Frances das Motel "The Bayview" um 3:00 PM bezogen. Mit gutem...