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08 September, 2026

Dies und das und viel Gerumpel


Nach Oregon ging es weiter nach Kalifornien, Nevada und nun stehen wir am Green River in Utah. Auf der zurückgelegten Strecke haben wir wieder viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, von denen ich euch ein wenig erzählen will. Es ist Sonntag, der 6. September 2026.

Und wir haben uns einen etwas abgelegenen Ort für das Wochenende ausgesucht. Denn Morgen ist Labor Day in den USA, da sind die Parks und Sehenswürdigkeiten überfüllt mit Familien und deren schreienden Kindern. Dazu kommen die dröhnenden Generatoren mit denen sie Trailer mit Strom versorgen, und Party bis spät in die Nacht. So verbringt ein Grossteil der Amis dieses verlängerte Wochenende.
Es ist echt schwer an solchen Feiertagen einen ruhigen Platz in der Natur zu finden, doch das Glück war mal wieder auf unserer Seite und führte uns zu diesem unglaublich schönen und abgeschiedenen Ort am Green River in Utah.

Kalifornien erreichten wir über die Route 101, und das erste Naturschauspiel das wir uns 
ansehen wollten war der Redwood Forrest National Park. Ich weiss nicht ob das jetzt die Mammutbäume sind von denen alle Sprechen, aber es sind Giganten die in die Höhe ragen. Als ob sie die Wolken berühren möchten. 800 bis 1500 Jahre alt werden diese Baumriesen, und ein Exemplar hatte man sogar auf 2000 Jahre geschätzt. Das war so etwa die Zeit als Pontius Pilatus Jesus aufs Kreuz gelegt hatte.
(kleine Flunkerei von mir 😉)
Das war erst die erste Attraktion die der Sunshine-State uns zu bieten hatte. Natürlich war es fast schon Pflicht auf der Route Nr.1 bis nach San Francisco zu fahren. In der kleinen Ortschaft Leggett, im Norden Kaliforniens beginnt die Legendäre Route Nr.1 und führt bis nach Los Angeles. Hier ist die Strasse noch schmal und unbedeutend, was ihre Faszination aber nicht schmälern soll. Kurvenreich und über hügelige Landschaften führt uns die Nr.1, 200 Meilen die Küste entlang und immer wieder ins Landesinnere und wieder an die Küste.
Und genau auf dieser schönen Strasse fängt es im Motorraum an zu poltern und rumpeln! Vorwiegend beim Anfahren oder bei Steigungen, als ob Strieli plötzlich bockig und störrisch wäre. Dasselbe Problem hatten wir in Tarifa, kurz vor der Überfahrt nach Marokko, schon mal gehabt. Aber dann war es plötzlich weg und wir machten uns keine Sorgen und vergassen das ganze, bis jetzt.
Darum müssen wir uns noch kümmern, sonst ist das Ende unserer Reise vorprogrammiert und das möchten wir auf keinen Fall. Also mit bedacht und behutsam weiterfahren und die Nr.1 und die Landschaft an der Küste und im Landesinneren geniessen um an einem Stück bis nach San Francisco zu gelangen.
O.K. San Francisco haben wir erreicht, es sind keine Teile aus Strielis Motorraum gefallen und alles ist noch an seinem Platz, aber er bockt immer noch vor sich hin wenn es steil bergauf geht. KI und Google meinen, dass der Fehler bei den Kreuzgelenken liegen könnte (ausgeleiert) oder an den Stossdämpfern und Federbeinen (Alterserscheinung). Auch bei einer Facebookgruppe von Reisenden wie wir, suchten wir Rat. Einige Tipps, sowie gute Werkstätten wurden uns empfohlen. Einer meinte noch: "Mit so einer alten Rübe macht man doch keine solche Reise mehr, die sollte besser verschrottet werden." "Danke, Du 💩 Pappnase. Das war sehr hilfreich. Warst wohl neun Jahre in einer Baumschule und bist immer noch ein Holzpflock😄." Also, Spass bei Seite. Es ist ein ernstes Problem das gelöst werden muss!
Eine Werkstatt in Santa Rose in Kalifornien würde uns die Stossdämpfer für 1000 $ ersetzen, wir müssten einfach neue Teile aus Europa kommen lassen. Dieser Preis erschien uns doch etwas teuer, nur für die Arbeit. Nach langem hin und her und unzähligen lösungsorientierten Gedanken, spätabends vor dem Einschlafen: "Eureka - ich glaube ich habe die Wurzel des Übels gefunden!"
Und wehe, wenn jetzt so ein Intelligenzbolzen dazwischen ruft "Ist ja logisch, das hätte ich dir sagen können." Na ja... der war wohl auch in einer Baumschule.
Die Lösung: Ein viel zu hoher Druck in den neuen Reifen verursachte einen zu geringen Bodenkontakt, sodass die kleinen 14-Zoll Gummis beim Anfahren oder bergauf durchdrehten und so das ganze bockige Verhalten von Strieli verursachten. Also, Luftdruck reduziert und alles wurde gut. Mit einem guten Gefühl konnten wir unsere Reise fortsetzen in Richtung
Yosemite National Park, und natürlich waren wir nicht die einzigen, die dieses Naturwunder mit eigenen Augen sehen wollten. In Reiseprospekten oder Filmen kann man diese faszinierende Landschaft natürlich auch begutachten, aber es ist schon eine andere Nummer wenn man selber (so klein und unbedeutend wie man auf dieser Erde ist) vor dieser gewaltigen Landschaft steht.
Es gibt noch so viele Orte auf dieser Welt die ich sehen möchte, bevor ich irgendwann genüsslich und mit einem letzten Scherz auf den Lippen ins Gras beisse...

Also weiter geht es auf dem Weg zu den tollen Orten, einer davon ist Bodie. Eine Geisterstadt, entstanden 1859 als kleines Minenlager von einer Gruppe Goldsuchern, darunter W.S. Bodey der im darauffolgenden November in einem Schneesturm ums Leben kam. Er erlebte den Aufstieg dieser Stadt, die 1879 schon 10'000 Einwohner beherbergte nicht mehr. Weitere Goldfunde lockten immer mehr Menschen in diese Stadt, so wurde Bodie 1880 die drittgrösste Stadt 
von Kalifornien. Es gibt eine Geschichte über Rosa May, einer Prostituierten, die den Männern der Stadt zu Hilfe kam, als während des Booms eine Epidemie ausbrach. Aufgrund ihrer Hilfe wurde sie als "Prostituiere mit Herz aus Gold" bekannt. Trotz ihrer lebensrettenden Hilfe wurde sie nach ihrem Tod ausserhalb des Friedhofes begraben.


Nun machen wir hier am Green River für vier Tage Pause und geniessen die Abgeschiedenheit in der kargen Natur. Es gibt eine Menge zu entdecken und Jeff, ein pensionierter US-Marinesoldier, bringt uns mit seinem Allradfahrzeug tief in den Canyon. Am Ziel angekommen sehen wir jede Menge Petroglyphen, die teilweise vor 2000 Jahren in die Felsen geritzt wurden. Im nächsten Blog werde ich sicher noch detaillierter darüber berichten, so mit Bildern und so. Morgen geht es dann weiter zum Arch National Park.

Danke für Euer Interesse an meinem Geschreibsel. Es macht mir immer wieder Freude für euch über unser Abenteuer zu schreiben.

Zum Schluss noch einige Bilder und ganz liebe Grüsse von Adeline, Toby und mir.







Ok. Das wars.

1 Kommentar:

  1. Das geht ja gar nicht, euren treuen Strieli so zu beleidigen! Zum Glück seid ihr damit unterwegs, und dank deinen Mechaniker-Künsten kannst du bei Bedarf vieles selber reparieren. Eine liebe und gute Assistentin hast du auch bei dir, was willst du mehr...

    Wundervoll, die Bilder, danke für's Teilen!

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