Whitehorse war unser nördlichster Punkt in Kanada. Gerne wären wir noch weiter bis nach Alaska gefahren. Jedoch der dreimonatige, visumfreie Aufenthalt für die USA stand uns etwas im Weg. Von Alaska aus wären wir wieder durch Kanada in die Saaten gefahren.
Einfach erklärt... Der Zollbeamte gibt uns bei der Einreise nach Alaska eine 90 Tage-Aufenthaltsbewilligung und die gilt auch für die USA. Bis wir dann von Alaska über Kanada in die Staaten einreisen, ist die Hälfte der 90 Tage abgelaufen. Beim Grenzübergang von Kanada in die USA würden wir keine neue Aufenthaltsbewilligung bekommen
und so könnten wir nur noch 45 Tage in den Staaten bleiben.
Vancouver stand als nächstes grosses Etappenziel auf unserer Reiseliste. Aber zuvor brauchten wir wieder mal ein nettes gemütliches Zuhause, so mit Bad, Toilette, Küche, Wohnraum, Schlafzimmer, Terrasse und Waschmaschine. In Pemberton (BC) fanden wir den idealen Ort, dazu komme ich aber erst später.
Von Whitehorse fährt man wieder dieselbe Strasse Richtung Süden die man hochgefahren ist - den Alaska Highway 1 - bis kurz vor Watson Lake. Ich glaube, dort trafen wir das Tessiner Paar mit seinem alten Saurer LKW an. Ihre Reisegeschwindigkeit beträgt durchschnittliche 50 Km/h. Da ist Strieli ja so richtig schnell unterwegs... Also, in Watson Lake wurden wieder alle Vorräte aufgefüllt, da wir den British Columbia Highway hinunterfahren und es auf dieser Route fast keine Einkaufmöglichkeiten gibt. Bis nach Vancouver sind es doch ca. 2200 Km. Die 37 führt durch menschenleere, wilde Natur die uns begeisterte mit unendlichen Wäldern und unzählige Seen.
Coole Strassen (gravel road's) leiteten uns durch die schönsten Täler...
...und über Pässe, von wo aus wir einen grossartigen Ausblick bekamen.
Diese unbefestigte Strasse führte uns durch ein First Nation Reservat...
(die Ureinwohner nennen sich First Nation, und nicht Indianer. Das war ein Furz von Christoph Kolumbus. Er dachte ja, er sei in Indien gelandet.)
..und sie führte uns, also die Strasse, nach Pemberton in ein gemütliches AirBnB.
Pemberton liegt in British Columbien. Hier sollen die Winter nicht so kalt sein und es hat ein mildes Klima. Ein kleines idyllisches Dorf mit einem Freilichtmuseum über die Vergangenheit der Pioniere - die, so wie es scheint, mit den Ureinwohnern zusammenlebten und sie nicht ausbeuteten. Kleine Läden im klassischen Westernstil säumen die Strassen.Der stillgelegte Bahnhof dient als Café, das vorzügliche Sandwich's frisch zubereitet (haben es selbst ausprobiert). Es ist ein Ort, wo wir uns von Anfang an wie Zuhause fühlten. Das ist ein Ort wo unsere Gedanken das erste mal mit einer Niederlassung spielten. Also ein Ort an dem man gerne bleiben möchte.Einige Kilometer ausserhalb von Pemberton bezogen wir am 12. Juli die AirBnB-Wohnung bei Mike Michalchuch, was für eine liebenswürdige Person. Echt jetzt! Mike, wenn Du das liest, Du und deine Frau Sophie sind ein tolles Paar und superliebe Gastgeber. (Wie Du in der Rezession bei AirBnB geschrieben hast, wir kamen als Gäste und gingen als

Freunde.) Mike war mal professioneller Snowboarder und fuhr auch in der Schweiz Meisterschaften. Ein Crazy Guy, der mich mit seinem Bagger durch die Landschaft fährt um Holz zu den zwei Badewannen im Wald zu transportieren. Badewannen im Wald...? Juuuppppsss... auf seinem Grundstück hat es etwas abseits und unter Bäumen zwei alte Badewannen. Die Wannen stehen auf einer Feuerstelle (könnte mal ein Ofen gewesen sein), werden mit frischem Quellwasser gefüllt und dann wird tüchtig eingeheizt. Nach einer halben Stunde konnten wir nach langer Zeit wieder mal ein heisses Bad nehmen. Von unserem gemeinsamen Bad in freier Natur gibt es kein Bild zu sehen, dafür vom Luxusbett in der grossen Wohnung wo wir für fünf Tage sein durften.Das Feuer heizte die Wannen schon recht gut auf, aber Roland (also ich) musste natürlich noch einige Scheiter Holz mehr drauf legen. So wurden wir (wie bei dein Menschenfressern) richtig gut durchgekocht bis sich der letzte Dreck von unserer Haut abgelöst hat. So sauber waren wir schon lange nicht mehr. Mit gemischten Gefühlen verliessen wir Mike und Sophie und machten uns wieder auf den Weg Richtung Vancouver. Von vielen bekamen wir den Tipp unbedingt nach Vancouver Island zu gehen. Wollten wir eigentlich, machten es dann aber trotzdem nicht. Dafür hatten wir auch einen triftigen Grund. Christine und Roger wollten wir unbedingt treffen. Sie leben in dem kleinen 600-Seelendorf das auch mal unser Zuhause war, und das wir ab und zu ein wenig vermissen. Die Zwei sind schon länger mit dem Wohnmobil auf dem riesigen Kontinent Amerika unterwegs, und zwar von Süden her nach Norden. Also düüüüsten wir von Vancouver nach Milk River auf den Gold Springs ParkCampground um mit ihnen etwas Zeit zu verbringen. Es war schön wieder mal in unserer Muttersprache zu sprechen und zu scherzen. Die Zwei konnten uns natürlich wichtige Tipps für unsere Weiterreise nach Südamerika geben. Aber wir befinden uns ja immer noch in Kanada und ich möchte es Euch nochmal sagen:
es war schön mit Euch Zeit zu verbringen. Der Campground Golden Springs bei Milk River liegt ganz in der Nähe des Grenzübergang bei Coutts (Canada, Alberta) und Sweet Grass (USA Montana). Als wir uns von Christine und Roger verabschiedeten, waren es nur noch sieben Kilometer bis zu dem äusserst netten Zollbeamten Henry, der uns nach allen Formalitäten 90 Tage Aufenthalt in den USA gewährte. Das ganze Prozedere dauerte eine knappe halbe Stunde (es war gerade Mittagszeit und die Beamten sollen ja auch ihre Pause haben). Klar wollen sie von dir wissen wohin die Reise geht und ob du etwas mit dir führst. Eigentlich dasselbe Prozedere wie beim Schweizer Zoll.
Nun sind wir in Montana und wollen drei Monate die Schönheit der USA erkunden. Und ich schreibe wieder einen viel zu langen Bericht und es ist nicht mal die Hälfte von dem was wir seit dem letzten Blog erlebt haben.
*Fast vergessen Tacho*
Die Tachoseite war wirklich gebrochen und bei Mike (der hat nämlich eine Werkstatt) konnte ich die neuerworbene Seele, so nennt man den Spiralfederdraht der die Tachoanzeige beim Armaturenbrett bewegt, ersetzen. Erworben haben wir das Reparatur-Set bei Lorco Auto Parts für gerade mal 13 Canadische Dollar. Nun weiss ich wieder, wenn wir mit Strieli zu schnell über die Pisten fegen.
Ich glaube, ich sollte langsam zum Schluss kommen und diesen Report beenden.
Nur noch einige letzten Zeilen zu unserem jetzigen Standort... Yellowstonepark...
Nach fünf Tagen auf einem Campground im Yellowstone National Park mit wunderschönen Tagesausflügen, geht es morgen (2. August) wieder weiter Richtung Oregon.
Das wars! Bis zu nächsten mal. Und ganz zum Schluss noch Grüsse von uns und einige Bilder für Euch.
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