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19 August, 2026

Muffler und Heuschrecke...

Der Yellowstone war eine Sensation und es gab spektakuläre Landschaften zu bestaunen. Um dieses fantastische Naturschauspiel in Ruhe zu geniessen muss man schon früh aufstehen, denn um zehn Uhr Morgens füllen sich die Anlagen mit Menschenmassen. Dann heisst es in 2er-Kolonne über die Holzstege watscheln, was wirklich kein Vergnügen ist.
Also... Yellowstone ist abgehakt und hat bei uns viele Eindrücke hinterlassen. Auch der Gedanke, dass wir uns auf einem aktiven gigantischen Vulkan bewegten, verursachte in mir ein von Ehrfurcht erfülltes Glücksgefühl der Natur gegenüber, die so unglaubliche Landschaften hervorbringt.
"Craters of the Moon" war das nächste Highlight auf unserer Fahrt zur Westküste. Diese Lavalandschaft liegt 191 Meilen vom Yellowstone entfernt und ist ein Ausläufer desselben Vulkans. 
Hier, inmitten der "Mondlandschaft" verbrachten wir bei sternenklarem Himmel eine ruhige und erholsame Nacht. Keine Lichtverschmutzung trübte den Blick in das Universum, und so blieben wir lange im Freien und genossen den Sternenhimmel in seiner vollen Pracht.
Der Weg nach Westen brachte uns zum "Lost Lake" (verlorener See) und wie der Name schon sagt, gibt es hier gar keinen See. Denn es ist so, es hat ein Loch im Boden wo all das Wasser des kleinen Baches hineinläuft und niemand weiss wohin es fliesst.
Aber... würde man einen Stöpsel in das Bodenloch stecken... ja... dann wäre hier ein schöner See! Der Lost Lake liegt ca. auf 4000 Fuss (1200 M.ü.M.) und am Tag sind die Temperaturen angenehm warm. Doch in der Nacht, gegen den Morgen wurde es schon ein bisschen kühl im Wohnmobil (Strieli). Zum Glück haben wir eine Heizung und die soll jetzt mal wieder wohlige Wärme in unserem kleinen Zuhause verbreiten. Mit viel Mühe schaffte sie es(die Heizung), eine kleine blaue Flamme zu produzieren und ein bisschen Wärme. Doch dies ist nicht der Normalzustand unserer Wärmequelle. Etwas stimmt nicht mit ihr. Dem muss ich bei Gelegenheit unbedingt nachgehen, auch wenn ich den ganzen Ofen ausbauen muss. So kam es, dass ich hier auf dem Richardson Campground in der Nähe 
von Jutschin (Eugene, Oregon) wo wir eine Fahrpause von 5 Tagen einlegen, mit dem Ausbau beginne. Youtube hat mir gute Hinweise geliefert wie das geht. Gas abdrehen - Gasleitung unter dem Strieli lösen -  Kaminrohr abmontieren - alle Befestigungsschrauben rausdrehen - schon ist der Ofen draussen. Das häufigste Problem bei diesen alten Heizungen ist, dass die Brenndüsen verdreckt und somit verstopft sind. Ich kuckte schön blöd als ich in der Öffnung, die das Gas durch ein etwa 15 mm Ø Röhrchen zum Brenner führt, eine Heuschrecke entdeckte. Keine Ahnung wie das Viech dorthin kam, Zuerst wurde das Tierchen vergast und dann auch noch durch die Wärme des Ofens gekocht. Also, Heuschrecke entfernt, Brenner gereinigt, Ofen wieder eingebaut, und jetzt heizt das Ding wieder wie am ersten Tag.... Genau... und ich glaube, das ich mittlerweile jedes einzelne Teil von Strieli ausgebaut und wieder montiert habe. Durch das rumfummeln an Strieli's Teilen entsteht natürlich auch eine innige Beziehung  zwischen ihm und mir...💕


Bei meinem regelmässigen Inspektions-Yoga unter dem Fahrzeug 
(weil ich da so runter robben muss) wurde mir klar, dass der Auspuff auch nicht mehr das ist was er eigentlich sein sollte. Risse und Löcher wo sie nicht sein sollten. Ein neues Werkstattabenteuer beginnt.
Adam von der VR Garage in Bent an der Armour Rd Suite A, ist ein Spezialist für Muffler und Oldtimer aller Bauarten. Einen Tag nach der Anfrage, ob sie das reparieren könnten, hatte Strieli einen neuen Muffler. Obwohl ich es gar nicht gerne sehe, wenn eine fremde Person an Strieli's Muffler rumfummelt, liess ich den Mechaniker ran und der hat sein Handwerk verstanden. Nun flüstert Strieli's Motor leise vor sich hin und das neue glänzende Rohr schaut frech unter dem Fahrzeug hervor. 
Wir durchfahren trockene heisse Prärielandschaften auf dem Weg nach Westen, und ich versuche mich in die Menschen zu versetzen die in der Pionierzeit in diesen weiten Ebenen unterwegs waren. Optimismus und Hoffnung war wohl der Antrieb dieser Leute
und so manche Person erreichte ihr Ziel nie. Wassermangel, Hunger, Fieber und weiss ich noch was, wurde sicher für viele zu einem Stolperstein auf ihrer Reise ins erhoffte Paradies. 
Und so manch einer endete in einem staubtrockenen Grab in dieser weiten Prärie. Was aber viele vergessen und oft bis heute verschwiegen wird, überlebten und erreichten die meisten Einwanderer ihr Ziel nur mit Hilfe der Ureinwohner dieses Kontinents. Vielleicht stammt der weise Spruch "Jede Gefälligkeit rächt sich" ja von den Natives.


Nicht mehr weit und wir sind an der Westküste von Oregon. Riesige Pseudotsuga menziesii beherrschen die Wälder "Douglasien". Es sind gewaltige Nadelbäume die den Nebel und die Feuchtigkeit des Meeres festhalten. An ihren Ästen wachsen bartähnliche Flechten die wie grünes Lametta  runterhangen. Eine schöne Gegend, aber eben, ein bisschen feucht und kaum Sonnenschein. So entscheiden wir uns die Küste erst wieder in San Francisco an der *Ruth* Nr.1 zu besuchen.

Und Schluss... dass war es meine Lieben... bis zum Nächsten mal... Roli😏



2 Kommentare:

  1. Wie immer sehr unterhaltsam.🤣 Und es isch schön, dass es na Manne git, wo über Gfühl und Beziehige chönd rede.😉😂 Liebi Grüess Dodo und Franz😘

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  2. Es ist doch immer was los bei euch.

    Also machst du auch Yoga, nur etwas andere Übungen als Adeline. 😂 Gut, dass du die Mängel frühzeitig entdeckst und beheben kannst (beim Strieli). Schliesslich möchtet ihr diese Beziehung lebendig halten 😉.

    Auf San Francisco bin ich gespannt!

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