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05 April, 2026

Endspurt

Briten - Schotten - Highlander

Vor Tausenden von Jahren machten sich Menschen von Afrika aus auf, ihre Umgebung zu erkunden und nach enormen Strapazen und langen Fussmärschen landeten einige sogar in England. Ich denke, als diese Leute hier angekommen sind, dachten sie mit Wehmut an die warmen Tage und milden Nächte in Afrika zurück. Doch der Weg zurück war einfach zu lang und so blieben sie hier, auf diesem windigen, kühlen und meist regnerischen Stück Erde. Mittlerweile haben sie sich an das raue Klima, das hier herrscht gewöhnt. Denn wir sehen sie bei kühlen 5° mit kurzen Hosen und T-Shirt spazieren und joggen, und ihre bleichen Beine sind durch die Kälte zündrot. Eines ist sicher bei diesem Volk, sie sind hart im Nehmen, aber auch genau so hilfsbereit und freundlich.
Ok... es ist ein faszinierendes Land und wir sind begeistert von der Vielfalt. Trotzdem... es dürfte schon ein bisschen wärmer sein und vielleicht etwas weniger windig und etwas weniger Regen wäre auch nicht schlecht.
Im Moment stehen wir auf dem Penisar Mynydd Caravan Park, 35 Meilen südlich von Liverpool und bereiten unser Wohnmobil auf die Überfahrt nach Kanada vor. Keine Lebensmittel, keinerlei Flüssigkeiten, Gewürze sind auch nicht erlaubt und auch keine Akku's dürfen im Fahrzeug sein (ausgenommen Bordbatterien). Gasflaschen dürfen auch nicht mit an Bord, ausser es sind fest verbaute Gastanks die vor dem Verladen ausgespült werden. Also es gibt allerhand zu tun bevor wir Strieli im Hafen von Liverpool abgeben können.

Steinschlag in den Highlands
Der Strassenbelag im Norden der Highlands ist genau so rau wie das Wetter, das wir erleben und gemütliches fahren ist sicher von Vorteil. Entgegenkommende Lorries (britisch Englisches Wort für LKW) und jede Menge Schlaglöcher, zwingen einem geradezu langsam und vorsichtig zu fahren. Wir möchten jegliche Schäden an unserem Strieli vermeiden. Bis anhin hatten wir ja auch Glück was Unfälle betrifft. Naja, nur einer der rückwärts in unser Heck gefahren ist. Aber mit der massiven Anhängerkupplung, die uns die Carrosserie Hänni vor gut 20 Jahren montiert hat, trug der Verursacher des Aufpralls den grössten Schaden davon. Das war aber noch in Italien und der kleine verdutzte Italiener war froh, dass er keinen Schaden an Strieli hinterliess.
Wir wussten, dass irgendwann mal was passieren kann...
Ein lauter Knall holte uns aus den Träumen von Rob Roy und Robin Hood. Der Knall ging uns durch alle Knochen und lies uns erschauern. Was zum Teufel war das? Und noch ein Zzzzschwupps, und wir sahen das Desaster. Ein Stein... ein grosser Stein... ja ich möchte sogar sagen: ein gewaltiger Stein, schlug rücksichtslos in Strielis Frontscheibe... Auuuuutsch...! Und der Riss wurde immer grösser.
Das ist jetzt aber gar nicht gut, echt jetzt, das muss wirklich nicht sein! So kurz vor dem Verschiffen nach Kanada können wir das jetzt wirklich nicht gebrauchen. Scheibenersatz muss da schnellstens her.
Was sind wir doch für Glückspilze, nach zwei Versuchen, eine Werkstatt zu finden wurden wir bei der Dritten fündig und wurden kurzfristig bedient.
Es ist Samstag 16:29 Uhr und ich lege mal eine Schreibpause ein, Morgen ist auch noch Zeit um weiter zu machen. Wir stehen immer noch auf dem Campingplatz Penisar Mynyddn und das Wetter spielt völlig verrückt. Regen, Sonne und Wind wechseln sich gegenseitig ab. Der Himmel verdunkelt sich immer mehr und im Westen leuchtet ein heimtückisches Abendrot als Warnzeichen für den kommenden Sturm. Rund um uns bauen Briten hastig ihre Zelte auf. Was bei dem starken Wind, der mittlerweile herrscht, nur mit vereinten Kräften gelingt. Wir helfen ein verwehtes, aufblasbares Chalet, welches unser Platznachbar aufstellen will, von der 10 Meter entfernten Hecke zurück auf seinen Platz zu bringen. In dieser Nacht fegte der Wind mit 48 Km/h über den Platz und so manches Zelt verkraftete die heftigen Windböen nicht wirklich. Geduldig warteten wir auf das Nachlassen des Sturmes. Um 23:15 Uhr war es endlich so ruhig, dass wir uns ins Bett legen konnten.
Ok... es ist jetzt Ostersonntag, wir haben den Rest der Nacht gut überstanden und sind bereit zum Eier suchen und ich an meinem Text weiter zu machen.

Windscreen/ Windschutzscheibe... 
da bin ich gestern eigentlich stehen geblieben mit meinem Text...
Habe ja geschrieben, dass die dritte Werkstatt uns kurzfristig helfen konnte. Dies war aber erst nach gut einer Woche seit dem Einschlag. In Glasgow starteten wir den ersten Versuch bei einer Werkstatt mit dem vielversprechenden Namen Onlyfiat. Nach zwei Tagen Wartezeit wurde uns 
mitgeteilt: nicht lieferbar. Das war jetzt doch etwas ungünstig, denn in Kanada werden wir wohl eher kein solches Exemplar bekommen und es geht keine zwei Wochen mehr bis Strieli abgegeben werden muss. Bei der nächsten Firma hätten sie schon können, aber erst am 28.April, Terminkalender zu voll! Ok... weiter suchen, und siehe da, Wunder brauchen immer etwas länger, können wir nach einem Anruf bei einem Spezialisten in Carlisle antraben. Wir stehen immer noch in Glasgow und jetzt heisst es, Gas geben nach Carlisle, Denn das liegt 97 Miles von Glasgow entfernt. Es war schon Freitagmittag, und so rasten wir zu Van Glass an der 1 Blackdyke Rd in Carisle. Mann, waren das coole Boys! Keine halbe Stunde und die war Scheibe bestellt, und wir bekamen einen Termin auf den nächsten Dienstag, 12:00 Uhr. Es verging an diesem Tag keine halbe Stunde und das neue Teil war drin.
(Die Bilder oben rechts zeigen ein Schiffshebewerk in Falkirk mit Stellplatz für Wohnmobile, das wir besuchten und am Morgen im Falkirk Wheel Restaurant ein deftiges, schottisches Brechfest genossen.Es besteht aus: 
Spiegeleiern
Speck (Bacon)
Würstchen (Sausages)
Blutwurst (Black Pudding)
Haggis (gefüllter Schafsmagen)
Kartoffelpuffer (Tattie Scones)
gebackenen Bohnen                          
gebratene Pilze
gebratene Tomaten
serviert mit Toast
und dazu einen Kaffee, der genau so dünn ist wie ein Early Grey.)
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So, das war es in etwa was ich Euch mitteilen wollte. Na ja eben, wir sind im Endspurt für das nächste Abenteuer. Am 8. April bringen wir Strieli in den Hafen von Liverpool und am 13. April gibt es noch einen Termin beim Tierarzt für Toby und am 15. April fliegen wir von London nach Halifax, Kanada. Ihr werdet wohl erst wieder aus Kanada von uns hören, aber es werden sicher ereignisreiche Zeiten dazwischen liegen über die ich Euch  schreiben kann. Wir sind unendlich dankbar für das Glück, das wir erleben dürfen und es freut uns, es mit Euch allen zu teilen.                          


  


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